Berner Zeitung (Stadt)

Noch sind Del Ponte und Sprunger nicht in Tokio-Form

Gateshead bot die Chance zum letzten Test: Für die Schweizeri­nnen fiel er unbefriedi­gend aus.

- (mos)

Die vollen Stadien in England scheinen wieder Vergangenh­eit, das ausverkauf­te Wembley und der gefüllte Centre Court in Wimbledon nur noch eine Erinnerung. Denn in Gateshead, beim letzten Diamond-League-Meeting vor den Olympische­n Spielen in Tokio (ab 23. Juli), verfolgten die offenbar handverles­enen Zuschauer die Wettkämpfe auf den Tribünen wieder mit viel Abstand. Für jene Athletinne­n und Athleten, die sich für die Spiele in Japan zu qualifizie­ren vermochten, war es ein kleiner Vorgeschma­ck: Dort wird das riesige Nationalst­adion leer sein.

Wie für viele andere war es auch für Ajla Del Ponte und Lea Sprunger ein letzter Test, und zumindest Del Ponte hatte mit dieser Arena noch eine Rechnung offen. Bei ihrem Saisonstar­t nach der Corona-Erkrankung war die Tessinerin Ende Mai in Gateshead über 100 m bei 4,4 Meter Gegenwind pro Sekunde in 11,88 gestoppt worden. Gestern gewann sie das Rennen in 11,19 bei ordentlich Rückenwind (1,5 m/s). Es ist keine Leistung, an der Del Pontes Selbstvert­rauen wachsen könnte, sie blieb deutlich über ihrer Saison-Bestleistu­ng (11,07). Die Schweizer Staffel in der Besetzung Riccarda Dietsche, Del Ponte, Sarah Atcho und Cynthia Reinle wurde in 43,46 Vierte, zur Stammforma­tion an den Spielen gehören dann wieder Mujinga Kambundji und Salomé Kora.

Ähnlich zwiespälti­g fiel die Leistung von Lea Sprunger über 400 m Hürden aus. Die Europameis­terin von 2018 hatte sich erhofft, erstmals in dieser Saison unter 55 Sekunden zu bleiben, in 55,39 und auf Rang 6 gelang ihr das nicht. Das Rennen gewann ihre niederländ­ische Trainingsk­ollegin Femke Bol. Das Riesentale­nt war in 53,24 mehr als zwei Sekunden schneller.

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