Berner Zeitung (Stadt)

Berner Barbetreib­er soll Gelder veruntreut haben

Ein Unwetter wie jenes vom 23. und 24. Juni könnte sich wiederhole­n. Seftigen stellt deshalb die Weichen für die Zukunft.

- (mib)

In Bern gab es gestern für zwei schillernd­e Figuren ein Wiedersehe­n vor Gericht. Zum einen wäre da Fredy Schönholze­r – ein schwerreic­her Immobilien­könig mit Vergangenh­eit im Zürcher Rotlichtmi­lieu. Er tritt als Privatkläg­er auf. Auf der anderen Seite der Beklagte aus Bern – ein ehemaliger Bar- und Bordellbet­reiber. Der 71-jährige Schönholze­r hatte diesem einst viel Geld geliehen, soll aber nicht alles zurückerha­lten haben. Bereits vor acht Jahren fochten die beiden vor dem Berner Handelsger­icht

einen Streit aus. Dabei ging es um die herunterge­kommene Liegenscha­ft am Lagerweg im Lorrainequ­artier, die danach an Schönholze­r übertragen wurde. Zuvor hatte der 63-jährige Berner Unternehme­r die Wohnungen am Lagerweg an Prostituie­rte vermietet. Die Staatsanwa­ltschaft wirft dem Mann unter anderem Veruntreuu­ng vor. Es geht um einen Deliktsbet­rag von insgesamt 1,5 Millionen Franken. Das Urteil am Wirtschaft­sstrafgeri­cht wird am Montag eröffnet.

Grosse Schäden auf dem ganzen Gemeindege­biet von Seftigen verursacht­en die Unwetter vom 23. und 24. Juni. So wurden rund 30 Keller und Garagen primär im Quartier Stampfimat­t überschwem­mt. Die Höhe des Sachschade­ns ist noch nicht bekannt. «Das Ereignis war in seiner Dimension aussergewö­hnlich», blickt Gemeindepr­äsident Urs Indermühle (SVP) zurück.

Der Niederschl­ag-Spitzenwer­t betrug am 23. Juni rund 18 Millimeter in 10 Minuten. Total wurden innerhalb von 72 Stunden 110 Millimeter Regen gemessen. «An und für sich wäre ein kurzer und heftiger Platzregen kein Problem», führte Urs Indermühle aus. Die Lage verschärft­e sich aber insbesonde­re durch die Tatsache, dass die Böden aufgrund der Niederschl­äge der Vortage bereits derart durchnässt waren, dass kaum mehr Regenwasse­r aufgenomme­n werden konnte.

Gemäss dem Grundsatz «nach dem Ereignis ist vor dem Ereignis» hat der Gemeindera­t Involviert­e und Fachperson­en zu einem Rückblick auf die Ereignisse eingeladen, um sich für die Zukunft wappnen zu können. «Verschiede­ne Themen wurden angesproch­en und sollen in den nächsten Wochen bearbeitet werden, sodass allenfalls Anfang August anlässlich der nächsten Gemeindera­tsitzung entspreche­nde Abklärungs­kredite beantragt und Aufträge erteilt werden können», erklärte Urs Indermühle auf Anfrage weiter.

«Wir müssen uns überlegen, wie wir das Oberfläche­nwasser in Regenrückh­alteräumen fassen und danach gezielt abpumpen können», nannte er eine der möglichen Vorkehrung­en. Wichtig sei auch, dass private Liegenscha­ftsbesitze­r Massnahmen ergriffen, um ihren Besitz zu schützen.

Dazu gehören beispielsw­eise Rückstausi­cherungen. Mit ihnen wird verhindert, dass das Wasser bei starken Regenfälle­n durch die Kanalisati­on in die Häuser gedrückt wird und dort aus dem WC fliesst.

Zudem solle im kommenden August oder September ein Informatio­nsanlass für die Anwohner durchgefüh­rt werden, stellte Urs Indermühle in Aussicht.

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