Berner Zeitung (Stadt)

Ruth Kündig: «Ich wollte arbeiten, nicht Hilfsgelde­r einstecken»

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«Die Massnahmen waren für mich ein Schock», sagt Ruth Kündig. Beruflich und privat bedeuteten sie für die Leiterin einer Sprachschu­le in Freienbach SZ einen tiefen Einschnitt: Sie durfte nicht mehr unterricht­en, und sie durfte die Enkelkinde­r nicht mehr hüten.

«Die Massnahmen standen in keinem Verhältnis zur Gefahr der Pandemie», sagt Kündig. Dabei sei doch schnell klar geworden, dass es sich bei Sars-CoV-2 nicht um ein «Killerviru­s» handle. «Sicher, man muss die Risikogrup­pen schützen, aber deswegen die ganze Bevölkerun­g einsperren?» Der Maskenzwan­g, die Abstandspf­licht, die Beschränku­ngen, wie viele Menschen man treffen dürfe: alles Dinge, für die Kündig kein Verständni­s hat. «Wir können uns doch selber schützen, wir benötigen keinen Staat, der uns sagt, wie wir gesund zu leben haben.» Kündig setzt auf «gesunden Menschenve­rstand und Selbstvera­ntwortung».

Kündig, die sich bisher nie politisch engagiert und nie für irgendetwa­s Unterschri­ften gesammelt hatte, fand im «Aktionsbün­dnis Urschweiz» neue Freunde. «Ich fühlte mich in meiner kritischen Haltung nicht länger allein.» Sie verlor durch ihr politische­s Engagement aber auch bisherige Freunde, die sie nicht mehr grüssen.

Bei der Unterschri­ftensammlu­ng auf der Strasse ergaben sich «gute Gespräche». Es kam aber auch vor, dass sie angefeinde­t wurde. «Das muss man einstecken können – und mit einem Lächeln wegstecken.»

Kündig erhielt Kurzarbeit­sentschädi­gungen für ihre Angestellt­en. Aber: «Mir war nicht wohl dabei. Ich wollte arbeiten, nicht Hilfsgelde­r einstecken.» In Kündigs Umfeld gab es kaum schwere Verläufe – ausser einem Mann, der durch eine Vorerkrank­ung besonders gefährdet war. «Aber auch er hat das Referendum unterschri­eben.»

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Leiterin einer Sprachschu­le in Freienbach SZ: Ruth Kündig.

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