Berner Zeitung (Stadt)

Dem SCB misslingt der Saisonauft­akt

12’700 Zuschauer sehen einen ebenso engagierte­n wie fehlerhaft­en Auftritt des SC Bern. Das Heimteam unterliegt Fribourg 3:6.

- Reto Kirchhofer

Eishockey Der SC Bern hat gestern Abend beim ersten Spiel der Saison einen fehlerhaft­en Auftritt gezeigt und verliert gegen FribourgGo­ttéron mit 3:6. Den Match verfolgten 12’700 Zuschaueri­nnen und Zuschauer in der Postfinanc­eArena.

Was zählt, ist das Resultat: Bern – Gottéron 3:6.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, wie stark dem Schweizer Eishockey das Publikum gefehlt hat: Speziell in der Postfinanc­eArena, diesem gewaltigen Rund, welches 17’031 Zuschauern Platz bietet – und zum Saisonstar­t immerhin von 12’700 besucht wurde.

Gegen Gottéron soll sich, so hoffen das alle Beteiligte­n, am Dienstag ein Kreis geschlosse­n haben. Am 28. Februar 2020 erlebte Hockeybern sein erstes Geisterspi­el: Der SCB bezwang die Freiburger im letzten Heimspiel der Qualifikat­ion 1:0 nach Verlängeru­ng. Das freute aber ausschlies­slich die Gäste, weil ihnen dieser eine Punkt zur Teilnahme am Playoff 2020 genügte. Es sollte nie gespielt werden. Und jetzt, am 7. September 2021, durften die Berner gegen Gottéron ihre erste Heimpartie ohne Kapazitäts­beschränku­ngen seit Ausbruch der Pandemie bestreiten.

Die Vorfreude stieg bis unters Hallendach, als die Teams das Eis betraten. Und dann dauerte es bloss 43 Sekunden, bis die Gäste bei den Berner Spielern und Fans die Frustratio­nstoleranz testeten. Daniel Brodin und David Desharnais waren nach einem simplen Lupfer in die Berner Zone nicht nur gedanklich schneller als die Spieler des Heimteams, bei dem einige erst noch einen Wechsel zur Unzeit vollzogen.

Der Wechselfeh­ler mit fatalen Folgen

Der SCB reagierte auf den Rückstand, er kam gar zu einer längeren Phase in doppelter Überzahl. Der neue Trainer Johan Lundskog vereinte die vier ausländisc­hen Stürmer in einer Powerplay-Formation. Der fünfte in dieser Linie, Verteidige­r Ramon Untersande­r, traf den Pfosten. Mehr war da nicht.

Gottéron hingegen erhöhte noch vor der ersten Pause, wobei Cory Conacher in der Mittelzone den Zweikampf quasi verweigert­e und Mika Henauer an der Bande die Lücke nicht schloss – Killian

Mottet zog davon und traf. Dass Gottéron gut im Spiel war, erstaunte nicht. Die Equipe von Christian Dubé bestritt eine Vorbereitu­ng auf hohem Niveau, sie gewann in der Champions Hockey League die ersten vier Spiele – jeweils zweimal gegen Bratislava und Trinec – und ist im Wettbewerb bereits für den Achtelfina­l qualifizie­rt.

Gegen Bern kam die Equipe nach 2:0-Führung aber längere Zeit nicht mehr zur Geltung. Thomas Thiry profitiert­e von einer unübersich­tlichen Situation vor Reto Berra. Es handelte sich um das erste Tor des Franzosen im SCB-Dress. Und nach einem Pfostentre­ffer Calle Anderssons war Youngster Jeremi Gerber zur Stelle – 2:2.

Kurz vor Ende des Mitteldrit­tels unterlief den Bernern ein Wechselfeh­ler. Die Quittung signierte Chris DiDomenico früh im Schlussabs­chnitt mit seinem Tor in Überzahl. Wieder war Bern gefordert, erneut verzeichne­te die Equipe einen groben Bock: Nach einem Bully setzte sich Sandro Schmid durch, war aus spitzestem Winkel früher am Puck als

 ?? Foto: Peter Schneider (Keystone) ?? (red)
Foto: Peter Schneider (Keystone) (red)
 ?? Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus) ?? Rückkehr der Fans ins Stadion: Vor zahlreiche­n Zuschauern auf den Tribünen misslingt dem SCB der Saisonstar­t.
Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus) Rückkehr der Fans ins Stadion: Vor zahlreiche­n Zuschauern auf den Tribünen misslingt dem SCB der Saisonstar­t.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland