Re­kord durch Kam­bund­ji

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Mu­jin­ga Kam­bundj lief an den Schwei­zer Meis­ter­schaf­ten die 100 Me­ter in 10,95 Se­kun­den und da­mit die siebt­schnells­te Zeit al­ler Ath­le­tin­nen heu­er.

«Ich ver­such­te, mehr auf mich zu hö­ren. Ich ver­än­der­te ei­ni­ges, was sich nun wohl nie­der­schlägt.»

Mu­jin­ga Kam­bund­ji

LEICHT­ATH­LE­TIK Mu­jin­ga Kam­bund­ji wird in Zo­fin­gen zur Num­mer 7 der Welt und sagt, ide­al sei das noch nicht ge­we­sen.

Drei Jah­re hat Mu­jin­ga Kam­bund­ji von der 11-Se­kun­denMar­ke ge­träumt. Da­mals, 2015 an der WM in Peking, er­ziel­te sie in 11,07 Schwei­zer Re­kord und wuss­te, dass mehr mög­lich ist. Ges­tern, an die­sem heissen Tag, an dem sie sich am Mor­gen noch «ko­misch» ge­fühlt und spä­ter auch Mü­he ge­habt hat­te, sich für den Vor­lauf zu mo­ti­vie­ren, mach­te sie den Traum wahr. Im schnells­ten 100-m-Fi­nal be­strit­ten von Schwei­ze­rin­nen sprin­te­te sie zu 10,95, ver­bes­ser­te sich und den Schwei­zer Re­kord um wei­te­re acht Hun­derts­tel und er­ziel­te die siebt­bes­te Zeit des Jah­res welt­weit.

Ih­re ei­ge­ne Ein­schät­zung «höl­le­gut» um­schreibt ih­re Leis­tung wohl am bes­ten, und ih­re «me­ga Freu­de» teil­te sie nach dem Ziel­ein­lauf mit al­len, die auch et­was da­von ab­be­kom­men woll­ten. Kam­bund­ji ge­lang ein Ren­nen, das sie noch im­mer nicht als «ide­al» be­zeich­ne­te, in dem sie aber blitz­schnell aus dem Start­block kam, von der Kon­kur­renz und Ex­plo­si­vi­tät Aj­la Del Pon­tes auf der Bahn da­ne­ben so­wie von ei­nem Rü­cken­wind von 1,1 m/s pro­fi­tier­te. Und für ein­mal, so war es ihr ers­ter Ein­druck, ha­be sie sich in der End­pha­se auch we­ni­ger ver­krampft als in den Wett­kämp­fen der ver­gan­ge­nen Wo­chen.

Ei­ne Eu­ro­päe­rin schnel­ler

Die Aus­sich­ten Kam­bund­jis hin­sicht­lich der EM von An­fang Au­gust in Berlin sind ver­heis- sungs­voll: Mit der Bri­tin Di­na As­her-Smith war erst ei­ne Eu­ro­päe­rin in die­sem Jahr schnel­ler (10,92), die hol­län­di­sche Eu­ro­pa­meis­te­rin Daf­ne Schip­pers steht der­zeit bei 11,01. Die an­spruchs­vol­le Auf­ga­be dürf­te nun sein, die­se Hoch­form gut drei Wo­chen zu kon­ser­vie­ren.

Die Leis­tungs­stei­ge­rung, die Kam­bund­ji seit ih­rem Trai­ner­wech­sel im Herbst hin­ter sich hat, ist frap­pant. Er­klä­run­gen fin­det die 26-Jäh­ri­ge da­für aber ei­ni­ge: «Ich ver­such­te, mehr auf mich zu hö­ren. Ich ver­än­der­te ei­ni­ges, was sich nun wohl nie­der­schlägt», sagt sie. So ha­be sie ei­ni­ge Ki­los ver­lo­ren und füh­le sich bes­ser. Sie ha­be we­ni­ger Kraft­trai­ning be­trie­ben und mehr Wett­kämp­fe be­strit­ten. «Aber es gab in die­ser Zeit auch schwie­ri­ge Mo­men­te, als ich an der Hal­lenWM aber Bron­ze ge­wann, wuss­te ich, dass ich auf gu­tem Weg bin.» Hin­ter Kam­bund­ji plat­zier­ten sich ih­re Staf­fel­kol­le­gin­nen Sa­rah At­cho (11,21) und Sa­lo­mé Ko­ra (11,25), bei­de lie­fen Best­zei­ten, At­cho im Halb­fi­nal in 11,20.

Im Tru­bel um Kam­bund­jis Fa­bel­zeit ver­kam der Fi­nal der Män­ner zum Ne­ben­schau­platz. Re­kord­hal­ter Alex Wil­son ge­wann in 11,14, die Über­ra­schung aber war Sil­van Wi­cki. Der 23jäh­ri­ge Bas­ler war lan­ge gleich­auf mit Wil­son und sprin­te­te in 10,17 zur per­sön­li­chen Best­zeit. Wi­cki hat­te sich im Ju­ni schon für die EM qua­li­fi­ziert, nun stei­ger­te er sich um 14 Hun­derts­tel und ist da­mit der viert­schnells­te Schwei­zer je hin­ter Wil­son, Dol­lé und Schen­kel. Monica Schnei­der

Fo­to: Keysto­ne

Glück­lich: Mu­jin­ga Kam­bund­ji.

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