«Wenn du ein Schwein bist, hast du Pech

BZ Langenthaler Tagblatt - - Region -

Je­des Tier ha­be es ver­dient, an­stän­dig be­han­delt zu wer­den. Je­der Fall sei in­di­vi­du­ell. Tier­arzt Hans Pfäff­li spricht im In­ter­view über die Fas­zi­na­ti­on sei­nes Be­ru­fes und die Ve­rän­de­run­gen in der Land­wirt­schaft.

Traum­be­ruf Tier­arzt. Ist die­ser Job wirk­lich so gross­ar­tig, Herr Pfäff­li?

Hans Pfäff­li: Ja, je län­ger, des­to mehr. Die Ar­beit er­gibt Sinn, und die Kund­schaft macht Freu­de. Die Land­wir­te sind gründ­lich und zu­ver­läs­sig, sie wol­len ihr Bes­tes ge­ben. Aber auch die Ver­hält­nis­mäs­sig­keit spielt ei­ne Rol­le.

Und die Tie­re?

Als Gross­tier­arzt ist man mit re­la­tiv jun­gen Pa­ti­en­ten kon­fron­tiert, das gan­ze Po­ten­zi­al der Na­tur kann bei ih­nen ab­ge­ru­fen wer­den. Die Na­tur hat bei Krank­hei­ten ih­ren Plan zur Ge-

nesung, den muss ein Tier­arzt ken­nen und un­ter­stüt­zen. Wer ge­gen die Na­tur ar­bei­tet, hat schlech­te Chan­cen. Es ist ein schö­ner Be­ruf.

Sie sind bei­des. Was ist der Un­ter­schied zwi­schen ei­nem Gross- und ei­nem Klein­tier­arzt?

Hm, ich mag Gross­tie­re lie­ber. Ich bin Bau­ern­sohn, sie lie­gen mir ein­fach nä­her. Klein­tie­re – na ja, ich bin halt nicht so der Typ, der hät­schelt. Aber als Tier­arzt neh­me ich al­le Tier­pa­ti­en­ten ernst.

Steht bei den Nutz­tie­ren nicht die Wirt­schaft­lich­keit im Vor- der­grund, wäh­rend es bei den Klein­tie­ren ums Über­le­ben um fast je­den Preis geht?

Nein, ich den­ke ein­fach: Hun­de und Kat­zen sind süss, aber sie sind da­zu ge­züch­tet wor­den, bei den Men­schen ei­nen Be­schüt­zer­in­stinkt aus­zu­lö­sen. Wenn du als Schwein ge­bo­ren bist, hast du Pech ge­habt. Selbst wenn du noch so in­tel­li­gent bist, du bringst es nicht rü­ber. Da­bei ha­ben es Schwei­ne ge­nau­so ver­dient, an­stän­dig be­han­delt zu wer­den. Ich bin Na­tur­wis­sen­schaft­ler. Bei den Nutz­tie­ren kannst du ver­nünf­tig ar­bei­ten und die Emo­tio­nen aussen vor las­sen. Das ist an­ge­neh­mer.

Blei­ben wir vor­läu­fig bei den Kü­hen. Be­steht Ih­re Ar­beit nicht

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