Schwei­zer Ji­ha­dis­tin spricht

Die Lau­san­ne­rin schloss sich dem IS an und wur­de von den Kur­den ge­fan­gen ge­nom­men. Ein Tref­fen mit Se­li­na S. in ei­nem sy­ri­schen In­ter­nie­rungs­la­ger.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Schweiz -

Die Nach­richt mach­te vor zwei Wo­chen lan­des­weit Schlag­zei­len: Zwei Bie­le­rin­nen und ei­ne Frau aus Lausanne be­fin­den sich in sy­ri­scher Ge­fan­gen­schaft. Sie hat­ten sich dem IS an­ge­schlos­sen und er­ga­ben sich nach der Ero­be­rung von Raqqa den kur­disch do­mi­nier­ten Sy­rian De­mo­cra­tic Forces (SDF). Wo ge­nau sich die drei Schwei­ze­rin­nen auf­hal­ten, war da­mals nicht klar.

Nun herrscht zu­min­dest im Fall der Lau­san­ne­rin Klar­heit. Zu­sam­men mit ih­rer ein­jäh­ri­gen Toch­ter wird die Schwei­ze­rin mit bos­ni­schen Wur­zeln in ei­nem ge­hei­men La­ger im Nor­den Sy­ri­ens ge­fan­gen ge­hal­ten, be­wacht von der Frau­en ver­tei­di­gungs ein­heit YPJ, ei­ner aus­schliess­lich weib­li­chen SDF-Kampf­grup­pe.

Erst­mals äus­sert sich Se­li­na S. nun ge­gen­über de­mTa­me di­aJour­na­lis­ten Kur­tPel da und ei­nem SRF-Team von «10vor10» zur Ge­fan­gen­nah­me, den har­ten Haft­be­din­gun­gen und ih­rem Mann, der in ei­nem an­de­ren, von Kur­den be­wach­ten Ge­fäng­nis ein­sitzt. Zu­dem er­zählt sie, wie ihr ar­beits­lo­ser Mann in Lausanne re­li­gi­ös wur­de und sie über die so­zia­len Me­di­en Kon­takt mit ISKämp­fern in Sy­ri­en auf­nah­men. Im Ju­ni 2015 flog das Paar schliess­lich in die Tür­kei und liess sich ins IS-Ge­biet ein­schleu­sen.

Das Le­ben im Ka­li­fat ent­pupp­te sich aber als Ent­täu­schung. Den­noch: Wirk­lich be­reu­en will Se­li­na S. nicht. Für die IS-An­schlä­ge in Eu­ro­pa hat sie ein ge­wis­ses Ver­ständ­nis, den­noch hofft die Wel­sche auf ei­ne Rück­kehr in die Schweiz. Vor al­lem we­gen ih­rer Toch­ter. cix

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