Zu­sätz­li­cher Jagd­tag

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Am 1. Ok­to­ber be­ginnt die Jagd­sai­son. Neu kann in ge­wis­sen Wäl­dern auch am Don­ners­tag auf die Pirsch ge­gan­gen wer­den. Durch den zu­sätz­li­chen Jagd­tag soll­ten kei­nes­falls mehr Re­he ge­schos­sen wer­den, be­tont der Obe­ra­ar­gau­er Wild­hü­ter Jürg Knut­ti. Viel­mehr ge­he es dar­um, bes­ser zu len­ken, wo ge­jagt wird. An Wald­schä­den sind näm­lich nicht al­lein die Re­he schuld. mbl

Heu­er dür­fen sich Jä­ger an ei­nem zu­sätz­li­chen Tag auf die Pirsch be­ge­ben. Der Reh­wild­be­stand soll so ge­ziel­ter ge­senkt wer­den.

Ab ers­tem Ok­to­ber darf im Oberaargau wie­der ge­jagt wer­den. Statt wie üb­lich mon­tags, mitt­wochs und sams­tags ist die Jagd die­ses Jahr in ei­ni­gen Wäl­dern auch am Don­ners­tag mög­lich. Es ist das ers­te Mal, dass ei­ne sol­che Ge­le­gen­heit be­steht. Wie die Volks­wirt­schafts­di­rek­ti­on Kan­ton Bern auf ih­rer Web­site schreibt, wird der zu­sätz­li­che Tag je­weils für ei­ne Jagd­sai­son in Ge­bie­ten er­laubt, in de­nen ei­ne «un­trag­ba­re Wild­scha­den­si­tua­ti­on» herrscht.

An­de­re Stör­fak­to­ren

Das Pro­blem be­schä­dig­ter Jung­bäu­me durch Reh­wild ist nicht neu (wir be­rich­te­ten). Wie der zu­stän­di­ge Wild­hü­ter Jürg Knut­ti sagt, ist die Si­tua­ti­on im Oberaargau, auf die gan­ze Re­gi­on be­zo­gen, nicht aus­ser­or­dent­lich schlimm. Den­noch kön­nen Re­he in ge­wis­sen Wäl­dern ei­nen be­trächt­li­chen Scha­den an­rich­ten. Zer­beis­sen sie et­wa pro Äs­pha­se, von de­nen es acht bis zehn am Tag ge­ben kann, fünf Jung­bäu­me, hat ein ein­zel­nes Reh ein sehr ho­hes Scha­den­po­ten­zi­al und kann theo­re­tisch ei­ne gan­ze Auf­fors­tung zu­nich­te­ma­chen. Laut Knut­ti kom­men für sol­che Be­schä­di­gun­gen mitt­ler­wei­le aber auch vie­le an­de­re Stör­fak­to­ren in­fra­ge, wie Moun­tain­bi­ker, Rei­ter oder Hun­de. Ziel des zu­sätz­li­chen Jagd­ta­ges sei es des­halb auch nicht, ins­ge­samt mehr Re­he zu schies­sen, be­tont Knut­ti: «Wer am Don­ners­tag jagt, der tut es da­für vi­el­leicht am Mon­tag nicht.»

Jagd bes­ser len­ken

Der Kan­ton Bern hat für den Wild­raum 4, in dem sich die be­sag­ten Wäl­der be­fin­den, 1250 Re­he zum Ab­schuss frei­ge­ge­ben. Die­se Li­mi­te er­höht sich durch die neue Re­ge­lung nicht. Man er­hof­fe sich aber, bes­ser len­ken zu kön­nen, wo ge­jagt wer­de, sagt Jürg Knut­ti. Da don­ners­tags nur in klar de­fi­nier­ten Ge­bie­ten ge­schos­sen wer­den darf, er­hofft man sich, dass dort der Reh­wild­be­stand stär­ker zu­rück­geht.

Da­mit die Tie­re nicht zu stark ge­stört wer­den, sind am Don­ners­tag le­dig­lich die An­sitz- und die Pir­sch­jagd er­laubt. Da­bei dür­fen kei­ne Hun­de ein­ge­setzt und die Re­he nicht ab­sicht­lich ge­trie­ben wer­den.Für die Don­ners­tags­jagd frei­ge­ge­ben ist im Oberaargau der Berg­wald zwi­schen Oe­schen­bach und Wal­ters­wil BE, die Hö­chi in Wy­nau und die Wäl­der beid­seits der St.-Ur­banS­tras­se zwi­schen Lan­gen­thal und Rogg­wil. mbl

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