Der Kunst­platz wird nicht er­öff­net

BZ Langenthaler Tagblatt - - Region -

OSCHWAND Im eins­ti­gen Wohn­haus des Kunst­ma­lers Cu­no Amiet hät­te ei­gent­lich ein öf­fent­li­cher Be­geg­nungs­ort ent­ste­hen sol­len. Doch nun wird das Pro­jekt nach vie­len Ver­zö­ge­run­gen be­er­digt.

Sich zu­rück­zie­hen, Kraft tanken und den krea­ti­ven Geist von Cu­no Amiet spü­ren kön­nen – das soll­te auf der Oschwand mög­lich wer­den. An­fang No­vem­ber 2013 schrieb die­se Zei­tung dar­über, wie Da­ni­el Thal­mann, Uren­kel von Amiet, ei­nen Be­geg­nungs­ort für Kunst- und Kul­tur­in­ter­es­sier­te schaf­fen woll­te. Schon da­mals wur­de be­kannt, dass sich die Er­öff­nung des Kunst­plat­zes, zu dem Wohn­haus, Ate­lier und Gar­ten ge­hö­ren, um ein Jahr ver­zö­gert. Die­se Ver­zö­ge­rung zog sich in der Folge hin. Bis heu­te. Mehr noch: In ei­nem Schrei­ben teilt die Fon­da­ti­on Cu­no Amiet mit, dass der Kunst­platz auf der Oschwand nun gar nicht er­öff­net wird.

Erst in die­sem Jahr hat­te die Fon­da­ti­on ih­re ope­ra­ti­ve Tä­tig­keit auf­ge­nom­men. Das er­klär­te Ziel: Cu­no Amiet und sein Werk so­wie des­sen Be­deu­tung im kul­tu­rel­len und ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­hang zu er­schlies­sen und an ein mög­lichst brei­tes Pu­bli­kum zu ver­mit­teln.

Schwer fi­nan­zier­bar

In der Mit­tei­lung heisst es, dass Stif­tungs­rats­prä­si­dent Da­ni­el Thal­mann nach sei­ner Herz­ope­ra­ti­on wei­ter­hin Rück­sicht auf sei­ne Gesundheit neh­men müs­se, was zu ei­ner Kon­zen­tra­ti­on der Kräf­te in­ner­halb der Stif­tung füh­re. «Der Zeit­auf­wand wur­de für uns zu gross», sagt Ge­schäfts- füh­rer Oli Berg­mann auf An­fra­ge. Zu­dem ha­be sich ge­zeigt, dass das Pro­jekt mit­tel- und lang­fris­tig schwer zu fi­nan­zie­ren sei. Zu­mal beim Kunst­platz mit Berg­mann, Thal­mann und sei­ner Frau nur drei Leu­te in­vol­viert sind.

Der Stif­tungs­rat ha­be di­ver­se Mo­del­le ge­prüft und We­ge ge­sucht, wie Berg­mann sagt. Man sei dann aber En­de Au­gust an der Stif­tungs­rats­sit­zung zum Schluss ge­kom­men, die Amiet-Lie­gen­schaft in Oschwand nicht öf­fent­lich zu­gäng­lich zu ma­chen. Der Kunst­platz wür­de zu vie­le der oh­ne­hin be­grenz­ten per­so­nel­len Res­sour­cen an sich bin­den und we­nig Raum für wei­te­re Pro­jek­te zu­las­sen, so die Ar­gu­men­ta­ti­on. Pro­jek­te, wie bei­spiels­wei­se die Aus­stel­lung mit Wer­ken von Cu­no Amiet im Kunst­haus So­lo­thurn. Die­se er­öff­net nächs­te Wo­che, um den 150. Ge­burts­tag des Künst­lers zu be­ge­hen. Amiet starb 1961 im Al­ter von 93 Jah­ren.

Stif­tung will Ar­chiv aus­bau­en

Ak­tiv vor­an­trei­ben möch­te die Fon­da­ti­on statt­des­sen die Amie­tFor­schung, und auch das his­to­ri­sche Ar­chiv soll suk­zes­si­ve aus­ge­baut, sprich Wer­ke di­gi­ta­li­siert und tran­skri­biert, wer­den. Wei­ter­hin möch­te die Fon­da­ti­on Cu­no Amiet als Kom­pe­tenz­zen­trum fun­gie­ren und für al­le Fra­gen zu Amiet eng mit kunst­wis­sen­schaft­lich tä­ti­gen In­sti­tu­tio­nen zu­sam­men­ar­bei­ten. Mit dem Pro­jekt sei aber we­der Zeit noch Geld ver­schwen­det wor­den, stellt Berg­mann klar. «Denn das Haus hät­te so­wie­so re­no­viert wer­den müs­sen.» Die­ses bleibt wei­ter­hin im Be­sitz der Nach­kom­men.

Ju­li­an Per­re­noud

«Der Zeit­auf­wand wur­de für uns schlicht zu gross.»

Oli Berg­mann Ge­schäfts­füh­rer Fon­da­ti­on

Fo­to: Tho­mas Pe­ter

Die frü­he­re Lie­gen­schaft von Cu­no Amiet, auf­ge­nom­men im Jahr 2011 zum 50. To­des­tag des be­kann­ten Künst­lers.

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