Sa­ra­sin un­ter­liegt Mül­ler

BZ Langenthaler Tagblatt - - Wirtschaft -

Das Schwei­zer Bank­haus muss dem Un­ter­neh­mer aus Ulm 45 Mil­lio­nen Eu­ro zu­rück­zah­len.

Dro­ge­rie-Mil­li­ar­där Er­win Mül­ler darf sich freu­en. Das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart (OLG) hat ihm im Streit ge­gen die Bank Sa­ra­sin Recht ge­ge­ben, das Schwei­zer Bank­haus muss dem Ul­mer Un­ter­neh­mer 45 Mil­lio­nen Eu­ro zu­rück­zah­len. Da­mit be­stä­tig­te das OLG ein Ur­teil des Land­ge­richts Ulm vom Mai 2017. Der 85jäh­ri­ge Grün­der der Dro­ge­rieKet­te Mül­ler hat­te sei­ne ehe­ma­li­ge Bank we­gen feh­ler­haf­ter Be­ra­tung auf Scha­den­er­satz ver­klagt.

Mül­ler hat­te im Jahr 2011 auf Ver­mitt­lung der Sa­ra­sin-Bank 50 Mil­lio­nen Eu­ro in den so­ge­nann­ten She­rid­an-Fonds in­ves­tiert. Da­bei sei er «un­zu­läng­lich in­for­miert wor­den», teilt das Ge­richt mit, die Bank ha­be «ih­re Be­ra­tungs­pflich­ten ver­letzt». Knack­punkt der In­ves­ti­ti­on: Das Ge­schäfts­mo­dell des She­rid­anFonds war das hoch­ris­kan­te und steu­er­recht­lich um­strit­te­ne «Di­vi­den­den­s­trip­ping», auch be­kannt als «Cum-Ex-Ge­schäf­te». Dies ha­be Mül­ler nicht ge­wusst, wie er im Ju­ni vor dem OLG be­teu­er­te. An­sons­ten hät­te er die Fin­ger da­von ge­las­sen.

Am En­de war ein Gross­teil sei­nes Gel­des futsch; 2012 schloss der Bun­des­tag ei­ne ver­meint­li­che Ge­set­zes­lü­cke, um die lu­kra­ti­ven aber wo­mög­lich il­le­ga­len Cum-Ex-De­als zu be­en­den. Die Staats­an­walt­schaft Köln er­mit­telt ge­gen ei­nen Mit­ar­bei­ter der Sa­ra­sin-Bank und vie­le wei­te­re Ver­däch­ti­ge aus an­de­ren Bank­häu­sern we­gen des Ver­dachts auf Steu­er­hin­ter­zie­hung und Be­trug.

Ste­fan Mayr, Klaus Ott

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