Bern, Eu­ro­pas Cham­pi­on

BZ Langenthaler Tagblatt - - Sport -

Ein we­nig Lo­kal­ko­lo­rit ge­fäl­lig? Im Raum Bern sind in drei gros­sen Mann­schafts­sport­ar­ten Cham­pi­ons­Le­ague-Par­ti­en zu se­hen. Ei­ne ver­gleich­ba­re Dich­te an Topevents kön­nen bloss Istan­bul und Bar­ce­lo­na vor­wei­sen.

Pa­ris be­her­bergt die bes­ten Hand- und zu­min­dest ei­nen streit­ba­ren Fuss­bal­ler. Eis­ho­ckey aber wird in der Stadt der Lie­be nicht ge­mocht, ei­nen pro­fes­sio­nell ge­führ­ten Club sucht man in der Me­tro­po­le um­sonst. Ei­nen noch tie­fe­ren Stel­len­wert hat die Sport­art in Lis­s­a­bon, das gleich­falls in Fuss- wie Hand­ball Cham­pi­ons-Le­ague-Teil­neh­mer be­hei­ma­tet. Und in Lon­don gibts zwar je­de Men­ge am­bi­tio­nier­te Fuss­ball­ver­ei­ne – im Hand­ball aber sind En­g­län­der ge­nau­so we­nig ei­ne Re­fe­renz wie im Eis­ho­ckey.

Wer heu­er in den drei hier­zu­lan­de wich­tigs­ten Mann­schafts­sport­ar­ten Par­ti­en in der Kö­nigs­klas­se se­hen will, oh­ne im gros­sen Stil rei­sen zu müs­sen, der geht . . . nach Bern!

Fünf Ki­lo­me­ter Luft­li­nie tren­nen die neue Hal­le in Güm­li­gen, in der Wa­cker Thun sei­ne Cham­pi­ons-Le­ague-Be­geg­nun­gen aus­trägt, vom Sta­de de Suis­se, der Heim­stät­te der Young Boys. Der SC Bern und die Post­fi­nan­ce-Are­na lie­gen qua­si auf dem Weg. Und so kriegt der hie­si­ge Sport­kon­su­ment in drei re­le­van­ten Spar­ten Matchs der Spit­zen­klas­se zu se­hen. Gleich­zei­tig be­stä­tigt sich Bern als Sport­hoch­burg. Das freut frei­lich den Stadt­prä­si­den­ten. «Die sport­li­chen Hö­hen­flü­ge sind gross­ar­tig!», froh­lockt Alec von Graf­fen­ried, der sich als Ken­ner ent­puppt, dar­auf hin­weist, dass mit Uni­ho­ckey-Schwei­zerMeis­ter Floor­ball Kö­niz ein wei­te­res Team aus der Re­gi­on auf kon­ti­nen­ta­ler Ebe­ne vor­ne mit­spie­len kann. Er­folg­rei­che Clubs sei­en Bot­schaf­ter, sie über­näh­men mit der För­de­rung von Ju­nio­rin­nen und Ju­nio­ren ei­ne wich­ti­ge Funk­ti­on, er­zählt von Graf­fen­ried. Er sagt, gera­de für Kin­der und Ju­gend­li­che sei es wich­tig, Vor­bil­der zu ha­ben. «Und wenn ein Ro­nal­do nach Bern kommt oder un­se­re Ho­ckey­spie­ler in­ter­na­tio­nal ge­fei­ert wer­den, müs­sen wir uns um den Nach­wuchs kaum sor­gen. In­so­fern sind die heu­ti­gen Er­fol­ge ein Ver­spre­chen für mor­gen.»

Thun: Der gros­se Klei­ne

Nicht zum ers­ten Mal stei­gen im Raum Bern auch dank den Ober­län­dern Cham­pi­ons-Le­ague-Par­ti­en. Der FC Thun trug sei­ne Spie­le in der Kö­nigs­klas­se 2005 ge­nau­so in der Haupt­stadt aus wie acht Jah­re spä­ter Wa­cker, das da­mals in der Wank­dorf­hal­le an­trat. Thun ist die kleins­te Stadt, die in zwei gros­sen Sport­ar­ten Cham­pi­ons-Le­ague-Teil­neh­mer her­vor­ge­bracht hat.

Ähn­lich hoch wie im Raum Bern ist die Dich­te an Topevents im Be­reich Mann­schafts­sport ge­gen­wär­tig le­dig­lich in den Welt­städ­ten Istan­bul und Bar­ce­lo­na. Der FC Bar­ce­lo­na be­schäf­tigt längst nicht mehr nur Fuss­bal­ler, son­dern – bei­spiels­wei­se – auch Hand­bal­ler und Bas­ket­bal­ler. Letz­te­re sind in der Eu­ro Le­ague en­ga­giert, wel­che in ih­rer Sport­art die bes­ten Ver­ei­ne des Kon­ti­nents um­fasst, ob­wohl seit 2016 ein Wett­be­werb exis­tiert, der den Na­men Cham­pi­ons Le­ague trägt. Ei­ne Cham­pi­ons Le­ague gibt es des Wei­tern et­wa im Was­ser­ball, im Soft­ball und im Se­geln. Und auch die Ber­ner Roll­ho­ckey­clubs Wim­mis, Thu­n­ers­tern, Ut­ti­gen und Diess­bach ha­ben schon an der Cham­pi­ons Le­ague teil­ge­nom­men. In­so­fern ist man in der Pro­vinz den Young Boys noch ei­nen Schritt vor­aus.

Adri­an Horn

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