Ei­ne Ära neigt sich dem En­de zu

BZ Langenthaler Tagblatt - - Sport -

Heu­te Abend star­tet in Ol­ten die Ab­schieds­tour­nee von Lan­gen­t­hals Brent Kel­ly. Er, der jah­re­lang mit sei­nen Li­ni­en­part­nern Ste­fan Tschan­nen und Jeff Camp­bell die Li­ga do­mi­nier­te, wird am En­de der Sai­son nach Ka­na­da zu­rück­keh­ren.

Es ist die letz­te Sai­son ei­ner gross­ar­ti­gen Ära in der Ge­schich­te des SC Lan­gen­thal. Je­ner der Lan­gen­tha­ler Pa­ra­de­li­nie Kel­lyCamp­bell-Tschan­nen. Dies, weil Kel­lys Ab­schied fest­steht. «Selbst wenn ich Li­ga­tops­ko­rer wer­de – das ist und bleibt mei­ne letz­te Sai­son hier», sagt er.

Ein biss­chen hat sich die­ses En­de ab­ge­zeich­net. Mitt­ler­wei­le hat der 36-Jäh­ri­ge schon zum vier­ten Mal sei­ne Fa­mi­lie ver­ab­schie­den müs­sen. Wäh­rend er selbst in Lan­gen­thal sei­ne Bröt­chen ver­dient, wei­len Sohn Nash (8) und Toch­ter Ny­la (6) ge­mein­sam mit Mut­ter Lind­say in Ka­na­da, um dort zur Schu­le zu ge­hen. Kel­ly aber will künf­tig mehr Zeit mit sei­nen Kin­dern ver­brin­gen. Nash zum Eis­ho­ckey­spie­len be­glei­ten, ein­zel­ne Trai­nings lei­ten und ihn un­ter­stüt­zen und Ny­la bei ih­ren Fort­schrit­ten in der Sport­gym­nas­tik an­feu­ern – dar­auf freue er sich. «Heu­te in ei­nem Jahr wird vie­les an­ders sein. Be­reits im Au­gust wer­de ich wohl das Ge­fühl ha­ben, dass et­was nicht stimmt», blickt Kel­ly vor­aus. Das Eis­ho­ckey­spie­len wer­de ihm feh­len, die Freun­de, die Ka­bi­ne, dies wer­de er ver­mis­sen.

Ob­wohl der Rück­tritt nicht et­wa aus der Not er­folgt, ist für ihn aber wei­ter­hin klar: «Der rich­ti­ge Zeit­punkt, heim­zu­keh­ren, ist jetzt ge­kom­men.» Auf den Rück­tritt ha­be er sich vor­be­rei­tet. Und ein Zö­gern an sei­nem Ent­scheid lässt der Ka­na­di­er in kei­nem Mo­ment zu.

Vie­les ist wie sonst

Spe­zi­ell soll die heu­te Abend star­ten­de Sai­son des­halb nicht wer­den. Die Zie­le sei­en die glei­chen: «Ich wür­de mich ger­ne mit ei­nem Ti­tel ver­ab­schie­den», sagt Kel­ly – auch die Er­war­tun­gen an ihn selbst ha­ben sich nicht ver­än­dert, «ich will dem Team hel­fen – toll wä­ren wie zu­letzt auch 60 bis 70 Punk­te» –, und auch die Vor­be­rei­tung ha­be sich nicht wirk­lich ver­än­dert. «Das Ge­fühl von den letz­ten Ma­len ha­be ich noch nicht», sagt Kel­ly, ir­gend­wie sei al­les wie sonst auch. Aber das kommt vi­el­leicht noch. «Bei­spiels­wei­se an Weih­nach­ten, wenn mei­ne Fa­mi­lie mich zum letz­ten Mal in Lan­gen­thal be­sucht.»

All das sei aber noch weit weg, vor­erst gilt es heu­te Abend im Der­by in Ol­ten, ei­nen gu­ten Start zu er­mög­li­chen, um den wei­te­ren Ver­lauf der Sai­son po­si­tiv zu be­ein­flus­sen.

Ein Platz im Her­zen

Ei­nen wür­di­gen Ab­schluss hät­te Brent Kel­ly ver­dient. Mit zahl­rei­chen Sie­gen, un­zäh­li­gen Punk­ten und zwei Meis­ter­ti­teln, die er mit Lan­gen­thal ge­sam­melt hat, hat er sich im Oberaargau ge­mein­sam mit sei­nen Sturm­part­nern Jeff Camp­bell und Ste­fan Tschan­nen längst un­sterb­lich ge­macht. Auch des­halb hofft er, noch ein­mal mit dem ak­tu­ell ver­letz­ten Camp­bell an­grei­fen zu dür­fen und vi­el­leicht so­gar mit sei­nen bes­ten Freun­den er­neut um den Ti­tel zu kämp­fen. «Wir ha­ben schon ab­ge­macht, dass wir uns in ein paar Jah­ren wie­der­se­hen wer­den», sagt Kel­ly.

So­wie­so wer­de Lan­gen­thal im­mer ei­nen Platz in sei­nem Her­zen ha­ben, auch weil sei­ne Toch­ter hier zur Welt kam. «Ich füh­le mich pri­vi­le­giert. Ich konn­te so lan­ge hier spie­len – dar­über bin ich enorm glück­lich», blickt der Flü­gel­stür­mer zu­rück, ehe er sei­nen Blick er­neut in die Zu­kunft wan­dern lässt. «Ide­al wä­re ein Ab­schied mit dem Ti­tel», sagt er er­neut. Im­mer­hin der Weg dort­hin soll heu­te Abend star­ten. Aus­ge­rech­net dort, wo Brent Kel­lys Schwei­zer Kar­rie­re zu­sam­men mit Jeff Camp­bell be­gann, näm­lich in Ol­ten. Hof­fent­lich ein gu­tes Omen für das letz­te Ka­pi­tel ei­ner gros­sen Eis­ho­ckey­ge­schich­te aus Obe­ra­ar­gau­er Sicht.

Le­roy Ry­ser

Fo­to: Mar­cel Bie­ri

Brent Kel­ly (Mit­te) will in sei­ner letz­ten Sai­son in Lan­gen­thal viel ju­beln und sich bes­ten­falls mit dem Ti­tel ver­ab­schie­den.

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