Gin wird zum Lack­mus­test

BZ Langenthaler Tagblatt - - Magazin -

Man hat in­zwi­schen ja das Ge­fühl, Gin trin­ken sei Al­che­mie: Was da über ver­wen­de­te Zu­ta­ten na­mens Bo­ta­ni­cals ge­fach­sim­pelt wird, übers rich­ti­ge To­nic, über Eis­wür­fel so­gar – es wird ei­nem schnell schwind­lig. Da­bei sol­len Schnäp­se vor al­lem Spass ma­chen, was mit dem Deux Frè­res Di­stil­ler’s Cut Gin ge­lingt. Aro­ma­tisch punk­tet das De­stil­lat mit Zi­tro­nen- und Ro­sen­no­ten. Doch viel ef­fekt­vol­ler ist das me­lan­cho­li­sche Blau des Gins, das sich in ein ver­träum­tes Violett ver­wan­delt, so­bald man To­nic zu­gibt. Da­für ver­ant­wort­lich sind na­tür­li­che Po­ly­phe­n­o­le, die re­agie­ren, so­bald das Ge­tränk – wie bei den Lack­mus-Tests­strei­fen frü­her in der Che­mie­stun­de – von ei­nem neu­tra­len pH-Wert zu sau­er wech­selt. Wet­ten, dass beim Apé­ro mit die­sem Gin nie­mand über Bo­ta­ni­cals fach­sim­peln wird? boe

Bei Glo­bus, 50 cl, ca. 70 Fr.

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