Zei­chen ge­gen die Dun­kel­heit

Lan­gen­thal Rent­ner ha­ben Pas­san­ten beim Spi­tal­platz Lich­ter mit­ge­ge­ben, da­mit ha­ben sie den Fuss­gän­ger­strei­fen über­quert. Die Ak­ti­on ist ein lei­ser Pro­test zur Stras­sen­be­leuch­tung.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Vorderseite - Ju­li­an Per­re­noud

Bald fun­keln im Stadt­zen­trum die Lich­ter­ket­ten von Stras­sen­la­ter­nen und Bäu­men. Dann er­scheint der Spi­tal­platz wie­der hell er­leuch­tet. Es mag da­her über­ra­schen, dass Chris­toph Blum gera­de jetzt sagt: «Es ist hier zu dun­kel.» Nicht un­be­dingt in der Ad­vents­zeit, aber sonst das Jahr hin­durch, wenn draussen kein Weih­nachts­schmuck hängt. Dem pen­sio­nier­ten Arzt sind ei­ni­ge schlecht be­leuch­te­te Fuss­gän­ger­strei­fen in Lan­gen­thal ein Dorn im Au­ge, aber be­son­ders je­ner beim Spi­tal­platz, der di­rekt vor das Ge­schäfts­haus führt.

«Schon seit Jah­ren fin­de ich, Fuss­gän­ger sind bei die­ser Über­que­rung kaum sicht­bar», sagt Blum und ist da­mit nicht al­lei­ne. Am letz­ten Frei­tag mach­ten fünf Rent­ner, dar­un­ter auch Ak­ti­vist An­dré Mas­son, auf das aus ih­rer Sicht nach wie vor be­ste­hen­de Pro­blem auf­merk­sam. Wäh­rend ei­ner St­un­de ga­ben sie den Pas­san­ten beim Abend­ver­kauf Lam­pi­ons und Ker­zen mit auf den Weg, um ih­nen die Stras­se zu er­hel­len. «Gera­de Fa­mi­li­en fan­den un­se­re Ak­ti­on ei­ne gu­te Sa­che», sagt Blum – und ist froh, ein klei­nes Zei­chen ge­setzt zu ha­ben. Die gröss­te Angst ver­spür­ten vie­le Pas­san­ten aber nicht auf dem Ze­bra­strei­fen, son­dern eher dann, wenn sie sel­ber am Steu­er säs­sen. Die Angst, beim Au­to­fah­ren ei­nen Pas­san­ten zu über­se­hen.

Be­reits 2003 ana­ly­siert

Die Rent­ner füh­len sich um­so mehr be­stä­tigt, als letz­ten Frei- tag auf dem Krei­sel le­dig­lich ei­ne von den vier Stras­sen­lam­pen ge­brannt ha­be. Ge­mäss Un­ter­la­gen, die Chris­toph Blum vor­wei­sen kann, hat die Stadt schon im Jahr 2003 am Spi­tal­platz den stark fre­quen­tier­ten Fuss­gän­ger­strei­fen in Lan­gen­thal ana­ly­sie­ren las­sen und als un­ge­nü­gend be­leuch­tet emp­fun­den. Mass­nah­men soll­ten im Rah­men ei­ner Krei­sel­sa­nie­rung um­ge­setzt wer­den, hiess es wei­ter. Pas­siert ist al­ler­dings seit­her of­fen­bar nichts.

Letz­tes Jahr traf sich Blum mit Ju­dith Vo­ney, Vor­ste­he­rin des Am­tes für öf­fent­li­che Si­cher­heit. Ihr ist der Vor­wurf der Rent­ner be­kannt. De­ren Be­harr­lich­keit zeigt nun Wir­kung. Vo­ney be­stä­tigt auf An­fra­ge: «Wir sind mit Herrn Blum in Be­zug auf den Fuss­gän­ger­strei­fen beim McDo­nald’s-Krei­sel in Kon­takt.» Da es sich um ei­ne Kan­tons­stras­se han­delt, ist das Tief­bau­amt für den Fall zu­stän­dig. «Es ist be­reits vor­ge­se­hen, zu­sam­men mit dem Kan­ton vor Ort ei­ne Be­sich­ti­gung zu ma­chen, um die La­ge zu be­ur­tei­len», sagt Vo­ney wei­ter. Dies sei wäh­rend der Som­mer­mo­na­te we­gen der lan­gen Hel­lig­keit nicht mög­lich ge­we­sen.

Mes­sun­gen ge­plant

Die Stadt geht da­von aus, dass sie vor Jah­res­en­de mit dem Tief­bau­amt ei­ne Be­ur­tei­lung vor­neh­men kann. Grund­sätz­lich sei­en die Fuss­gän­ger­strei­fen auf der Kan- tons­stras­se be­reits in den letz­ten Jah­ren be­züg­lich Ver­kehrs­si­cher­heit über­prüft wor­den, sagt der Obe­ra­ar­gau­er Stras­sen­in­spek­tor Al­f­red Hut­ma­cher. Da­bei ha­be man un­ter­schie­den zwi­schen si­che­ren Über­gän­gen, sol­chen, die akut ge­fähr­det sei­en und So­fort­mass­nah­men be­nö­tig­ten, oder sol­chen, die Män­gel auf­wie­sen und mit­tel­fris­tig ver­bes­sert wer­den sol­len. «Auf der St.-Ur­banS­tras­se ist ei­ne Sa­nie­rung ge­plant, mit der wir auch die Fuss­gän­ger­strei­fen auf den neus­ten Stand brin­gen wol­len», sagt Hut­ma­cher.

Die Pro­jek­tie­rung da­für ist der­zeit im Gang (wir be­rich­te­ten). Das Tief­bau­amt hat ge­mäss Hut­ma­cher vor, in die­sem Be­reich dem­nächst ei­ne Be­leuch­tungs­mes­sung zu ma­chen, um zu se­hen, ob das Teil­stück von der Norm ab­weicht. «So­mit kön­nen wir über­prü­fen, ob die Si­tua­ti­on tat­säch­lich der­art schlimm ist.» Ei­ne ers­te Be­ge­hung sei im Lau­fe die­ses Mo­nats vor­ge­se­hen. Der Zeit­rah­men für das Pro­jekt be­steht erst in gro­ben Zü­gen. Wenn aber al­les nach Plan ver­läuft, möch­te der Kan­ton Bern ab 2021 mit den Bau­ar­bei­ten be­gin­nen.

Fo­to: Da­ni­el Fuchs

Da­mit die Fuss­gän­ger bes­ser zu se­hen sind, ha­ben sie von den Initi­an­ten Lam­pi­ons und Ker­zen er­hal­ten.

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