Lang­sa­mer durchs Dorf

Lys­sach Der Kan­ton un­ter­stützt die Idee von Tem­po 30 auf der Dorf­stras­se. Ob es mög­lich ist, muss aber erst noch ab­ge­klärt wer­den.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Region - To­bi­as Gr­an­wehr

Der Ver­kehr be­schäf­tigt vie­le Men­schen in Lys­sach im­mer wie­der. Vor al­lem ha­ben vie­le das Ge­fühl, das Dorf wer­de zu­neh­mend von Durch­gangs­ver­kehr ge­plagt. Und soll­te die Um­fah­rungs­stras­se Lys­sach­scha­chen in we­ni­gen Jah­ren sa­niert wer­den, dürf­te es noch schlim­mer wer­den. Die­se Sor­gen hat auch der Ge­mein­de­rat er­kannt und des­halb im Rah­men der lau­fen­den Orts­pla­nungs­re­vi­si­on den Ver­kehr aufs Ta­pet ge­bracht und ei­nen Richt­plan er­ar­bei­tet.

In die­sem Som­mer fand ei­ne Mit­wir­kung zur re­vi­dier­ten Orts­pla­nung statt. Laut Ge­mein­de­rats­prä­si­dent Andre­as Eg­gi­mann sind 26 Ein­ga­ben ein­ge­gan­gen. Zwei Drit­tel da­von hät­ten sich mit dem Ver­kehrs­richt­plan be­schäf­tigt, er­klärt er. Der gröss­te Teil ste­he den Vor­schlä­gen der Exe­ku­ti­ve po­si­tiv ge­gen­über, je­doch wur­de auf klei­ne De­tails hin­ge­wie­sen, wel­che noch an­ge­passt wer­den könn­ten.

Ver­kehr kann nicht ver­hin­dert wer­den

Im Richt­plan ist die Ab­sicht fest­ge­hal­ten, auf ver­schie­de­nen Ge­mein­de­stras­sen Tem­po 30 ein­zu­füh­ren (wir be­rich­te­ten). Zu- dem soll auch auf ei­nem Teil der Dorf­stras­se – die ent­ge­gen ih­rem Na­men ei­ne Kan­tons­stras­se ist – die Höchst­ge­schwin­dig­keit re­du­ziert wer­den. «Der Ver­kehr soll in Lys­sach so ge­lenkt wer­den, dass al­le Ver­kehrs­teil­neh­men­den und die Schul­we­ge si­cher sind», sagt Eg­gi­mann. Ver­kehr durchs Dorf kön­ne nicht ver­hin­dert, aber er sol­le ver­lang­samt wer­den. Der Obe­rin­ge­nieur­kreis IV des kan­to­na­len Tief­bau­am­tes un­ter­stüt­ze den Plan von Tem­po 30 im Dorf, so der Ge­mein­de­rats­prä­si­dent.

Pro­jekt­lei­ter Jür­gen See­ber vom Obe­rin­ge­nieur­kreis in Burg­dorf sieht die Be­mü­hun­gen der Ge­mein­de tat­säch­lich po­si­tiv. Ob Tem­po 30 auf ei­ner Kan­tons­stras­se mög­lich und sinn­voll sei, müs­se aber im Ein­zel­fall an­ge­schaut wer­den, sagt er. «Da­bei müs­sen je­weils die ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten be­ur­teilt wer­den», so See­ber. Der Ver­kehrs­richt­plan Lys­sach müs­se letzt­lich vom Amt für Ge­mein­den und Raum­ord­nung ge­neh­migt wer­den. Der Obe­rin­ge­nieur­kreis IV sei da­bei als Fach­be­hör­de zu ei­ner Stel- lung­nah­me auf­ge­for­dert wor­den. Soll­te der Richt­plan vom Kan­ton ab­ge­seg­net wer­den, will ihn der Ge­mein­de­rat 2019 ge­neh­mi­gen und ab 2020 um­set­zen. Der Richt­plan liegt in der Kom­pe­tenz des Ge­mein­de­ra­tes. Wür­de der Ver­pflich­tungs­kre­dit zur Um­set­zung von Ver­kehrs­mass­nah­men aber 100 000 Fran­ken über­stei­gen, brauch­te es die Zu­stim­mung der Ge­mein­de­ver­samm­lung.

Das Gross­pro­jekt wird wie­der zu re­den ge­ben

Wann die Ver­kehrs­sa­nie­rung Lys­sach­scha­chen an­ge­packt wird, ist noch of­fen. Eg­gi­mann sagt, dem Ge­mein­de­rat sei es wich­tig, dass das Aus­bau­pro­jekt nicht zu Mehr­ver­kehr im Dorf füh­re und dass der Kan­ton des­halb flan­kie­ren­de Mass­nah­men vor­se­he.

Für die Ver­kehrs­sa­nie­rung ist laut Jür­gen See­ber kürz­lich das Leit­ver­fah­ren ab­ge­schlos­sen wor­den. Da­bei wer­den Amts­und Fach­be­rich­te ein­ge­holt, und die be­trof­fe­nen Ge­mein­de­be­hör­den kön­nen sich ein­brin­gen. An­fang 2019 soll nun das Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren ge­star­tet wer­den. Die­ses kommt ei­nem Bau­ge­such gleich. So­bald es auf­liegt, dürf­ten in Lys­sach erst recht wie­der Dis­kus­sio­nen zum The­ma Ver­kehr los­ge­hen.

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