Die Fi­nan­zen be­rei­ten Sor­gen

Die Fi­nan­zen be­rei­ten wei­ter­hin Sor­gen.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Vorderseite - Se­bas­ti­an We­ber

Her­zo­gen­buch­see

Die Ge­mein­de sieht sich auch 2019 mit ei­nem gros­sen De­fi­zit kon­fron­tiert. Aus­ser­dem ist die Selbst­fi­nan­zie­rung wei­ter­hin un­ge­nü­gend.

Die Si­tua­ti­on er­in­nert an vo­ri­ges Jahr: Da­mals hat­te die Ge­mein­de im all­ge­mei­nen Haus­halt ein De­fi­zit von gut ei­ner Mil­li­on Fran­ken bud­ge­tiert. Nun sieht das Bud­get 2019 ein sol­ches von rund 990800 Fran­ken vor. Dies bei ei­nem Auf­wand von rund 32,98 Mil­lio­nen Fran­ken und ei­ner un­ver­än­der­ten Steu­er­an­la­ge von 1,55. Ei­nen ne­ga­ti­ven Ein­fluss ha­ben er­neut die Mehr­auf­wän­de: So sind et­wa im Be­reich Bil­dung die Aus­ga­ben um 326300 Fran­ken ge­gen­über dem Bud­get 2018 ge­stie­gen. Po­si­tiv zu Bu­che hin­ge­gen schla­gen die Steu­er­ein­nah­men, die gut ei­ne Mil­li­on hö­her aus­fal­len: Ins­ge­samt geht der Vor­an­schlag von ei­nem Fis­kal­er­trag von rund 16,83 Mil­lio­nen Fran­ken aus. Die Net­to­in­ves­ti­tio­nen be­lau­fen sich im steu­er­fi­nan­zier­ten Be­reich auf rund 6 Mil­lio­nen. Hier ent­fal­len al­lein 3, 5 Mil­lio­nen auf den In­ves­ti­ti­ons­bei­trag an die Aqua­re­na Sport & Well­ness AG. Für die Sa­nie­rung des Burg­schul­hau­ses ist ein Be­trag von 671000 Fran­ken auf­ge­führt.

Die In­ves­ti­ti­ons­po­li­tik sei es, auf die be­son­ders ge­ach­tet wer­den müs­se, mein­te Ge­mein­de­rat Pier­re Bür­ki (SP) an der gest­ri­gen Me­di­en­kon­fe­renz. Dies zeigt der Fi­nanz­plan 2019–2023, der über die ge­sam­te Pe­ri­ode ei­ne Un­ter­de­ckung von rund 4,3 Mil­lio­nen Fran­ken aus­weist. Das Ei­gen­ka­pi­tal wür­de so auf knapp 7 Mil­lio­nen schrump­fen. Das gröss­te Pro­blem: «Die Selbst­fi­nan­zie­rung ist nach wie vor un­ge­nü­gend», so Bür­ki. Die ge­plan­ten In­ves­ti­tio­nen lies­sen sich mit ihr nicht fi­nan­zie­ren. Wes­halb bis En­de 2023 wei­te­re Fremd­mit­tel im Um­fang von knapp 18 Mil­lio­nen Fran­ken auf­ge­nom­men wer­den müss­ten.

Im Ver­gleich zur letz­ten Pla­nung wur­de das In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men des­halb auch noch­mals re­du­ziert. Ging die­se Pla­nung noch von 24,4 Mil­lio­nen Fran­ken aus, sind jetzt brut­to noch 19,6 Mil­lio- nen auf­ge­führt. Ent­spre­chend re­du­zie­ren sich auch die In­ves­ti­ti­ons­fol­ge­kos­ten. Aber Ach­tung: Die­se Ab­nah­me ist un­ter an­de­rem auch dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass nur noch 70 Pro­zent der im In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm ent­hal­te­nen Vor­ha­ben in die Fi­nanz­pla­nung über­nom­men wor­den sind. «Das ist aber kei­ne Au­gen­wi­sche­rei», ver­si­cher­te Mar­cel Kist­ler, Lei­ter der Fi­nanz­ab­tei­lung. Die letz­ten Jah­re hät­ten ge­zeigt, dass sich so­wie­so nie das ge­sam­te In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men rea­li­sie­ren las­se.

Der Spiel­raum für wei­te­re Ein­spa­run­gen ist be­grenzt. Der Fremd­ka­pi­tal­be­darf dür­fe aber nicht zu hoch wer­den, sag­te Bür­ki. Je nach­dem wie die Rech­nung 2019 aus­fal­le, wer­de man da­her auch über ei­ne Steu­er­er­hö­hung dis­ku­tie­ren müs­sen. Und Ge­mein­de­prä­si­dent Mar­kus Loos­li (FDP) er­gänz­te: «Ei­ne Er­hö­hung der Steu­er­an­la­ge ist kein Ta­bu.»

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