Ein re­gio­na­les Netz­werk für Ge­sund­heit

Das Ge­sund­heits­netz­werk Simm­en­tal-Saa­nen­land wird kon­kre­ter.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Region -

Die Berg­re­gi­on Ober­simm­en­talSaa­nen­land lud die Be­völ­ke­rung zur Ori­en­tie­rung über die Grund­und Spi­tal­ver­sor­gung in die Simm­en­tal-Are­na ein. Die ers­ten Er­geb­nis­se wa­ren be­reits be­kannt: Es soll ei­nen Cam­pus Ge­sund­heit (mit Spi­tal) in Zweis­im­men und ein Ge­sund­heits­zen­trum in Saa­nen ge­ben, ver­bun­den durch ein Ge­sund­heits­netz­werk.

Am In­for­ma­ti­ons­abend er­fuhr das Pu­bli­kum et­wa, dass Al­bin Buchs, Ge­mein­de­prä­si­dent von St. Ste­phan und Co-Prä­si­dent der Berg­re­gi­on, sich manch­mal ohn­mäch­tig ge­fühlt hat­te. Er ist Mit­glied der Ar­beits­grup­pe, die seit An­fang des Jah­res an ei­ner Lö­sung für das Spi­tal­pro­blem ar­bei­tet. Und der an­de­re Co-Prä­si­dent und Ge­mein­de­prä­si­dent von Saa­nen, To­ni von Grü­ni­gen, ha­be sich or­dent­lich ins Zeug le­gen müs­sen, um die Si­tua­ti­on der Re­gi­on dar­zu­le­gen. Sei­ne Er­kennt­nis hat­te stets ge­lau­tet: «Nur zu­sam­men kön­nen wir et­was er­rei­chen.»

Ein ak­ti­ver Re­gie­rungs­rat

Re­gie­rungs­rat Pier­re Alain Sch­negg war eben­so zu Gast in der Simm­en­tal-Are­na. «Es ist ein Pro­jekt, das mir am Her­zen liegt», sag­te er. Die Ge­sund­heits­und Für­sor­ge­di­rek­ti­on (GEF) ist wie die Spi­tal STS AG Part­ne­rin in der Ar­beits­grup­pe. Sch­negg nahm per­sön­lich an de­ren Sit­zun­gen teil.

Pro­jekt­lei­ter Ste­fan Ste­fa­ni­ak von der Fir­ma Paia­n­et stell­te ei­nen mög­li­chen Lö­sungs­an­satz für die Zu­kunft vor. Die Band­brei­te der ge­prüf­ten Op­tio­nen ging von Ein­zel­pra­xen bis zu ei­nem kom­plet­ten Spi­tal. Es ha­be sich ge­zeigt, dass Zweis­im­men der rich­ti­ge Stand­ort für ein Spi­tal in der Re­gi­on Simm­en­tal-Saa­nen­land sei. Aber auch, dass ein Spi­tal mit so klei­nen Fall­zah­len län­ger­fris­tig kaum fi­nan­zier­bar sei.

«In­ner­halb der Re­gi­on ist Ver­trau­en auf­ge­baut wor­den. Der Druck auf al­le Ak­teu­re ist hoch. Das Pro­jekt kann nur ein Er­folg wer­den, wenn al­le zu­sam­men­ste­hen», sag­te Re­gie­rungs­rat Sch­negg wei­ter. Die vor­ge­schla­ge­ne Kon­zep­t­idee ist die Grün­dung ei­nes Ge­sund­heits­netz­wer­kes Simm­en­tal-Saa­nen­land, et­wa als Ge­nos­sen­schaft. Die Vor­tei­le wä­ren mehr Ge­mein­de­au­to­no­mie, ei­ne Be­tei­li­gung von KMU und ei­ne in­te­grier­te Ver­sor­gung dank ei­nes in­no­va­ti­ven Netz­werk­an­sat­zes, der Sy­ner­gi­en nüt­zen hilft.

In Zweis­im­men gä­be es ei­nen Cam­pus Ge­sund­heit mit ei­nem Spi­tal, aber auch mit an­de­ren Ak­teu­ren aus dem Ge­sund­heits­be­reich, wie der Ma­ter­nité Al­pi­ne, ei­ner Apo­the­ke oder der Spitex. Zu­min­dest am An­fang müss­te die­ser Cam­pus nicht ört­lich de­fi­niert sein. Die Zu­sam­men­ar­beit könn­te auch vir­tu­ell er­fol­gen, so wie dies mit dem vor­ge­schla­ge­nen Ge­sund­heits­zen­trum Saa­nen vor­ge­se­hen ist.

Re­sul­ta­te in ei­nem Jahr

Er­war­tet wird, dass bis im Ok­to­ber 2019 ei­ne Trä­ger­schaft ge­grün­det ist. Ver­schie­de­ne Ar­beits­grup­pen sind im Ein­satz, und die GEF un­ter­stützt das Pro­jekt wei­ter. Das Spi­tal Zweis­im­men bleibt bis zu ei­nem ge­si­cher­ten Auf­bau ei­nes Cam­pus of­fen. Der Ope­ra­ti­ons­be­trieb wird nach der kom­men­den Win­ter­sai­son das gan­ze Jahr rund um die Uhr ge­währ­leis­tet sein. Die Spi­tal STS AG un­ter­stützt für die kom­men­den Jah­re das Spi­tal mit 2,5 Mil­lio­nen Fran­ken zur De­ckung des Be­triebs­de­fi­zits. 2 Mil­lio­nen Fran­ken wer­den für drin­gen­de In­fra­struk­tur­auf­ga­ben ein­ge­setzt.

Wort­mel­dun­gen gab es aus dem Pu­bli­kum kaum. Der Zweis­imm­ner Ge­mein­de­rats­prä­si­dent dank­te al­len Be­tei­lig­ten. Und SVPGross­rat Tho­mas Knut­ti riet al­len, nö­ti­gen­falls ins Spi­tal Zweis­im­men statt an­ders­wo­hin zu ge­hen.

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