Ei­ne Emp­feh­lung zur Schnaps­zahl

Die Schwei­zer be­sie­gen Dau­er­geg­ner Slo­wa­kei zum 33. Mal in 20 Jah­ren. Beim 3:2 zum Auf­takt des Deutsch­land-Cups geht Chris­toph Bert­s­chy als Vor­bild vor­an.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Sport - Phil­ipp Muschg,

Der ei­ne Herr im An­zug schlägt dem an­dern auf den Ober­arm. Dann schau­en sich die bei­den Schwei­zer Coachs an und klat­schen ab. Kurz vor sechs, das wars: Die Na­tio­nal­mann­schaft schlägt die Slo­wa­kei 3:2, Patrick Fi­scher und As­sis­tent Mi­chel Zei­ter star­ten mit ei­nem Sieg in den Deutsch­land-Cup. Für Coach Fi­scher im vier­ten Match der ers­te über­haupt bei die­sem Tur­nier.

Vor zwei Jah­ren hat­te er hier noch von «ka­ta­stro­pha­len Re­sul­ta­ten» spre­chen müs­sen. Doch 2018 ist eben al­les an­ders. WMSil­ber-Ge­win­ner Fi­scher kann sich an die­sem Don­ners­tag über jun­ge Spie­ler freu­en, die im­mer bes­ser ins Spiel fan­den und ge­gen En­de, als die Slo­wa­ken ve­he­ment den Aus­gleich such­ten, in Gaut­hier Des­cloux ei­nen star­ken Rück­halt hat­ten.

«Gaut­hier hat uns mit ei­nem Big Sa­ve den Sieg ge­ret­tet», kann Fi­scher dar­um re­sü­mie­ren. Da spielt es gar kei­ne Rol­le, ob der Coach die Pa­ra­de in der 50. Mi­nu­te ge­gen Ras­tis­lav Spir­ko meint oder je­ne in der 57. ge­gen Da­vid Bon­dra. Der De­bü­tant von Ser­vet­te ge­fiel durch schnel­les Ver­schie­ben und Agi­li­tät, die To­re kas­sier­te er im Po­wer­play so­wie bei ei­nem frü­hen, un­halt­ba­ren Ablen­ker von Bon­dra.

Der har­zi­ge Start

Ab­ge­se­hen vom Sohn des frü­he­ren NHL-Stür­mers Pe­ter stell­ten die Slo­wa­ken ein Team oh­ne Glanz. Neu ist das nicht. Dass die Zen­tral­eu­ro­pä­er der mit Ab­stand häu­figs­te Schwei­zer Spar­ring­part­ner sind – die Be­geg- nung in Kre­feld war die 64. in den letz­ten 20 Jah­ren und en­de­te mit dem 33. Schwei­zer Sieg – bie­tet aber Ge­währ da­für, dass al­le wis­sen, was sie er­war­tet. Ein phy­sisch star­ker Geg­ner näm­lich, dank dem sich die Schwei­zer von der hei­mi­schen Li­ga an in­ter­na­tio­na­le Mass­stä­be ge­wöh­nen kön­nen.

«Der Rhyth­mus steigt, es ist ge­rad­li­ni­ger, schnör­kel­lo­ser, Feh­ler wer­den so­fort be­straft», fasst Fi­scher das zu­sam­men, «wir ha­ben das im Vor­feld na­tür­lich er­wähnt.»

Trotz­dem muss­ten es die jun­gen Schwei­zer schmerz­haft er­fah­ren. Nach­dem ZSC-Ver­tei­di­ger Ro­ger Kar­rer bei sei­nem al­ler­ers­ten Län­der­spiel-Ein­satz ei­nen Zwei­kampf an der Ban­de ver­lor, fiel schon das 0:1 – kei­ne zwei Mi­nu­ten wa­ren da ge­spielt. Im Spiel nach vor­ne pas­sier­te aus­ser ein paar harm­lo­sen Kom­bi­na­tio­nen we­nig, Tor­chan­cen gab es kei­ne. «Har­zig» nennt der Trai­ner das Start­drit­tel da­nach.

Bert­s­chy, der Bes­te

Doch es wur­de bes­ser. Für Kar­rer, der zu­neh­mend of­fen­siv auf­trat und sich vom Feh­ler, den er selbst «dumm» fand, nicht be­ir­ren liess. Aber auch für sei­ne Kol­le­gen. Da war bei­spiel­haft Cap­tain Noah Rod, der übers gan­ze Feld lief und das 2:1 schoss. Und da war der bes­te Mann auf dem Eis: Nord­ame­ri­ka-Rück­keh­rer Chris­toph Bert­s­chy.

Bei Lau­sanne noch nicht recht auf Tou­ren, war der be­weg­li­che Flü­gel von den Slo­wa­ken kaum zu kon­trol­lie­ren. Ein­mal zog er nach ei­ner Kör­per­täu­schung so di­rekt aufs Tor, dass Da­rio Si­mi- on bloss noch ab­zu­stau­ben brauch­te. Ein­mal ver­edel­te er ei­ne Po­wer­play-Kom­bi­na­ti­on mit dem Qu­er­pass zum Sieg­tor. Mehr­mals ver­pass­te er ei­nen per­sön­li­chen Tref­fer knapp. Bert­s­chys Auf­tritt war ei­ne star­ke Be­wer­bung für hö­he­re Auf­ga­ben. Ein Bei­spiel auch, dem sei­ne Kol­le­gen nun nach­ei­fern sol­len.

Nächs­te Ge­le­gen­heit da­für ha­ben sie mor­gen ge­gen Deutsch­land. ZSC-Stür­mer Jé­rô­me Ba­chof­ner et­wa, der sei­ne in­ter­na­tio­na­le Pre­mie­re er­lebt. Oder Lu­kas Flüe­ler, der nach län­ge­rer Ver­let­zungs­pau­se wie­der im Tor steht. Und ein biss­chen auch Mi­chel Zei­ter. Je öf­ter der As­sis­tent zum Ab­klat­schen kommt, des­to grös­ser die Chan­ce, dass sein bis De­zem­ber be­fris­te­tes Ver­bands-En­ga­ge­ment ir­gend­wann ei­ne Fort­set­zung fin­det.

Ti­mea Bacs­in­sz­ky (WTA 241) konn­te den Schwung der letz­ten Wo­chen nur be­dingt nach Li­mo­ges mit­neh­men. Die Lau­san­ne­rin über­stand am Tur­nier der 125K-Se­rie zwar die Start­run­de ge­gen die als Num­mer 2 ge­setz­te Ali­zé Cor­net (WTA 47), muss­te sich aber im Ach­tel­fi­nal der Rus­sin Ve­ra Swo­na­re­wa 3:6, 2:6 ge­schla­gen ge­ben. (sda)

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