Spie­le­risch in neue Wel­ten

Ge­sell­schafts­spie­le Nicht nur ver­netz­te elek­tro­ni­sche Ga­mes boo­men – auch klas­si­sche Brett­spie­le er­freu­en sich un­ge­bro­che­ner Be­liebt­heit. Das Bei­spiel «Dis­co­ver» zeigt: Selbst auf dem Brett kann die Welt noch neu er­fun­den wer­den.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Vorderseite - Bern­hard Zaugg

Spie­le Noch un­schlüs­sig, was Sie Ih­rem Pa­ten­kind zu Weih­nach­ten schen­ken wol­len? Wir stel­len Ih­nen die ak­tu­ells­ten und span­nends­ten Ge­sell­schafts­spie­le vor.

Al­le mit al­len: Die Kon­so­leng­a­mer, einst be­mit­lei­det für ih­re ein­sa­me Zo­cke­rei, sind längst kei­ne Ei­gen­bröt­ler mehr. «World of War­craft», «Batt­le­field» oder «Fort­ni­te»: Die Spie­le, die heu­te on­li­ne Mas­sen be­we­gen, wer­den ver­netzt ge­spielt, in Teams. Com­pu­ter­spie­le sind heu­te wie­der Ge­sell­schafts­spie­le. Den­noch: Die klas­si­schen Brett­spie­le sind noch im­mer be­liebt. Denn die Emo­tio­nen am Stu­ben­tisch blei­ben un­er­reicht. Ein wei­te­rer Grund: Die Spiel­ver­la­ge lie­fern Neu­hei­ten, die bis vor kur­zem noch un­denk­bar wa­ren. Weil sie Wel­ten öff­nen, wie sie vor­her nur bei Com­pu­ter­spie­len mög­lich schie­nen.

Man kämpft sich zu­rück in die Zi­vi­li­sa­ti­on

Zum Bei­spiel «Dis­co­ver – Zu un­ent­deck­ten Lan­den». Es ist ein neu­ar­ti­ges, völ­lig ver­rück­tes Aben­teu­er- und Ent­de­cker­spiel, das für viel Span­nung sorgt und in un­se­rer Spiel­test­run­de sehr gut an­ge­kom­men ist. Wir ver­kör­pern dar­in For­scher oder Pio­nie­re, die in ei­ner völ­lig un­be­kann­ten Um­ge­bung auf­wa­chen und ge­mein­sam den Weg zu­rück in die Zi­vi­li­sa­ti­on fin­den müs­sen. Dar­aus ent­wi­ckelt sich ein Kampf ums nack­te Über­le­ben, der mit, aber spä­ter auch ge­gen­ein­an­der ge­führt wird.

Sel­ber Hilfs­mit­tel wie Koch­töp­fe ent­wi­ckeln

Sehr spe­zi­ell sind da­bei nicht zu­letzt auch die Ele­men­te des Spiels, die bei je­dem Ex­em­plar an­ders zu­sam­men­ge­stellt und mit kei­nem wei­te­ren iden­tisch sein sol­len. «Dis­co­ver» ist ein so­ge­nann­tes Uni­que Ga­me: Je­de Aus­ga­be ist welt­weit ab­so­lut ein­zig­ar­tig, so un­vor­stell­bar das auch tö­nen mag. Und auch der gan­ze Rest von «Dis­co­ver» lässt stau­nen. Die Spie­ler kön­nen mit Aus­dau­er­punk­ten ih­re Fi­gu­ren die Um­ge­bung er­kun­den, Nah­rung su­chen und un­ter­schied­li­che Res­sour­cen sam­meln las­sen. Dar­aus ent­wi­ckeln sie Hilfs­mit­tel al­ler Art wie Waf­fen, Koch­töp­fe oder Schutz­be­klei­dung. Denn die Um­ge­bung ist feind­lich und das Über­le­ben der Grup­pe völ­lig un­si­cher.

Wer nicht vor­zei­tig stirbt, ge­winnt

Da gilt es op­ti­mal zu­sam­men­zu­ar­bei­ten und sich ab­zu­spre­chen. Am En­de ge­winnt dann je­der, der nicht vor­zei­tig ge­stor­ben und aus­ge­schie­den ist. Und das kann durch­aus auch ei­ner al­lein sein. Des­halb wächst das Miss­trau­en der Aben­teu­rer zu­neh­mend. Dient die Ak­ti­on des Kol­le­gen wirk­lich auch mir, oder schaut er pri­mär für sich? Und soll ich mich für et­was auf­op­fern, oder war­te ich noch, bis die Geg­ner wei­ter weg sind? Das al­les braucht ei­ni­ge Er­fah­rung und ge­lingt vi­el­leicht nicht auf An­hieb. Mit je­dem wei­te­ren Ver­such wächst dann aber die Er­kennt­nis aus frü­he­ren Par­ti­en, so­dass man im­mer ge­ziel­ter und er­folg­rei­cher vor­ge­hen kann.

Und den­noch sorgt die un­glaub­li­che Va­ri­anz des Spiels für im­mer neue Her­aus­for­de­run­gen. Das macht je­de Par­tie zum ein­zig­ar­ti­gen Aben­teu­er. Nur vom ein­fa­chen Sieg soll­te nie­mand träu­men, denn den gibt es schlicht­weg nicht. Aber das ist ja auch in On­li­ne-Sur­vi­val-Spie­len wie «Fort­ni­te» nicht an­ders.

Fo­to: Su­san­ne Kel­ler

Spie­le­tes­ter Bern­hard Zaugg (rechts) emp­fängt bei sich zu Hau­se zu ei­ner Par­tie «Dis­co­ver».

«Dis­co­ver» von Co­rey Ko­niecz­ka (Fan­ta­sy Flight), 1 bis 4 Spie­ler ab 12 Jah­ren, 60–120 Mi­nu­ten, ca. 80 Fr.

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