Ein Reich aus Kalk und Was­ser

Mit­ten in der Stadt Bern ver­birgt sich ein meh­re­re Hun­dert Me­ter lan­ger Stol­len. Ur­sprüng­lich als Schutz­raum ge­dacht, wur­de er mit der Zeit zu ei­ner Tropf­stein­höh­le.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Region -

Ein lei­ses Rau­schen dringt durch die mas­si­ve Ei­sen­tür, die beim gros­sen Park­platz des Ber­ner Klös­ter­lis­tut­zes in den Hang führt. Als Wal­ter Stef­fen die Tür öff­net, wird das Rau­schen lau­ter. Ein kal­ter Wind­hauch weht den Men­schen ent­ge­gen, die sich hin­ter ihm auf dem Park­platz ver­sam­melt ha­ben. «Will­kom­men in der Ber­ner Tropf­stein­höh­le», sagt Stef­fen und ver­schwin­det mit ei­nem gros­sen Schritt in der Dun­kel­heit.

Im In­ne­ren des Stol­lens öff­net sich den Be­su­che­rin­nen und Be­su­chern ein lan­ger Gang, der mit Be­ton um­schlos­sen ist. Rechts geht es steil in die Tie­fe: Un­ter dem Stol­len ver­läuft ein deut­lich brei­te­rer Ab­was­ser­ka­nal, der Ur­sprung des Rau­schens. Nach ei­ni­gen Me­tern ver­än­dert sich die glat­te Ober­flä­che des Gangs. Schnee­weis­se fi­li­gra­ne Mus­ter schlän­geln sich über die Wän­de, Hun­der­te von win­zi­gen Sta­lak­ti­ten hän­gen von der De­cke her­un­ter, und der Bo­den ist mit klei­nen run­den Kalk­stei­nen be­deckt. Nach et­wa 100 Me­tern mün­det die Höh­le in ei­ne et­was brei­te­re Kam­mer, wo sich das Was­ser in ei­nem Be­cken an­ge­sam­melt hat. Die sechs da­rin ein­ge­las­se­nen Bo­den­lam­pen tau­chen die Tropf­stein­höh­le in schim­mern­des Licht. Und in den Wän­den klaf­fen mäch­ti­ge Bohr­lö­cher. len ein­ge­drun­gen und hat­te je­ne Abla­ge­run­gen ge­bil­det, wel­che die Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher bis heu­te fas­zi­nie­ren.

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