Der Prot­ago­nist muss ster­ben

BZ Langenthaler Tagblatt - - Magazin -

Wor­um geht es? In Ste­phen Kings neu­em Ro­man «Er­he­bung» spielt das Fan­tas­ti­sche nur ei­ne Ne­ben­rol­le. Er han­delt von Scott Ca­rey, der an ei­ner selt­sa­men Krank­heit leidet: Scott wiegt je­den Tag et­was we­ni­ger, oh­ne sich da­bei äus­ser­lich zu ver­än­dern. Vor die­ser Aus­gangs­la­ge ent­fal­tet sich die Ge­schich­te, die ab­ge­se­hen von Scotts Lei­den sehr rea­lis­tisch ist – und ge­ra­de dar­um um­so ein­dring­li­cher.

Für wen? Al­le, die kei­ne Lust auf ei­nen kom­ple­xen Ro­man mit zig Fi­gu­ren ha­ben, son­dern ei­ne ein­fa­che, gut er­zähl­te Ge­schich­te schät­zen, die über das All­täg­li­che hin­aus­führt.

Was ist be­son­ders gut? Das Buch ist für Ste­phen Kings Ver­hält­nis­se un­ge­wohnt zart: Es gibt kei­ne bru­ta­len Mons­ter und kein alb­traum­haf­tes Grau­en. Das Un­heim­li­che liegt dar­in, dass Scott weiss, dass er bald ster­ben wird. Er be­sinnt sich dar­auf, was ihm in den ver­blei­ben­den Mo­na­ten noch wich­tig ist: Freund­schaft. Das klingt ba­nal, aber Ste­phen King zeigt auf, wie wich­tig To­le­ranz und das Über­win­den ei­ge­ner Vor­ur­tei­le sind.

Ste­phen King: «Er­he­bung», Heyne-Ver­lag, 145 Sei­ten.

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