Schwe­re Kunst prä­sen­tiert

Lan­gen­thal An gros­sen Ver­an­stal­tun­gen ist ein Mehr­weg­sys­tem be­reits Pflicht, in Sport­stät­ten je­doch nicht. Beim SC Lan­gen­thal wird sich dies­be­züg­lich so schnell nichts än­dern.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Vorderseit­e - Julian Per­re­noud

Nie­derönz Vor dem Ge­mein­de­haus kann seit kur­zem ein rund 800 Ki­lo schwe­res Ob­jekt aus Stahl be­staunt wer­den. Es ist das Ge­mein­schafts­werk von Hei­ko Schütz und Si­mon Ber­ger. Der An­stoss für die erst­ma­li­ge Zu­sam­men­ar­beit der bei­den Künst­ler kam von der Ge­mein­de. Wer ge­nau hin­schaut, er­kennt im Werk vier Ge­sich­ter. (red)

Wer fei­ern will, muss auch re­zy­klie­ren. Das zu­min­dest ist die kan­to­na­le Vor­ga­be bei Ver­an­stal­tun­gen, die ei­ne gast­ge­werb­li­che Ein­zel be­wil­li­gung be­nö­ti­gen. In die­sem Jahr ha­ben das in der Stadt Lan­gen­thal et­wa das Street Fes­ti­val, das Som­mern achts­fescht und das Street­food Fes­ti­val er­fah­ren. Um de­pot pflich­ti­ges Mehr weg ge­schirr kom­men heu­te An­läs­se mit über 500 Per­so­nen nicht mehr her­um.

An­ders beim SC Lan­gen­thal: Der Ver­ein be­treibt ei­ne dau­er­haf­te Gas­tro­no­mie und ver­an­stal­tet des­halb kei­ne Ein­zel­an­läs­se. Die Mehr­weg­pflicht ent­fällt da­mit. Trotz­dem könn­te er ein sol­ches Kon­zept aus ei­ge­nem Ansporn an­stre­ben, um Ab­fall zu re­du­zie­ren. Das tut der SCL aber nicht – und hat da­für gu­te Gründe: «Im Sta­di­on sind die räum­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht ge­ge­ben», sagt Beat Fisch­bach, Di­rek­tor der Wälch­li Fes­te AG, der V er pfle­gungs di­enst­leis­ter in in der Eis­hal­le Scho­ren.

Kei­ne Schnell­schüs­se

Feh­len­de räum­li­che Vor­aus­set­zun­gen heisst: zu we­nig Platz. Denn Wälch­li ope­riert vom Re­stau­rant Ti­me Out aus und be­dient von dort die ver­schie­de­nen Aus­sen­stän­de. Pe­ter Zu­lauf, Lei

ter der SCL-Ge­schäfts­stel­le, gibt zu­dem zu be­den­ken, dass in neu­en Sta­di­en die Trans­port­we­ge un­ter den Tri­bü­nen ver­steckt sei­en. «Im Sta­di­on Scho­ren müs­sen wir aber im­mer durch die Leu­te durch.»

Auch kön­ne das In­ven­tar so­wie Es­sen und Ge­trän­ke nicht oder nur teil­wei­se rol­lend ver­scho­ben wer­den, weil teil­wei­se Stu­fen oder Tri­bü­nen den Zu­gang blo­ckie­ren. Kein ein­zi­ger Lift steht zur Ver­fü­gung – al­le Ma­te­ria­li­en müs­sen mit Mus­kel

kraft in die Loun­ges ge­tra­gen wer­den. Zu den en­gen Platz­ver­hält­nis­sen kommt noch der Mehr­auf­wand mit dem De­pot­geld, der wäh­rend der bei­den 18-mi­nü­ti­gen Pau­sen ins Ge­wicht fal­len wür­de.

In Zu­kunft auch bar­geld­los

Ver­schlies­sen ge­gen­über ei­nem neu­en Kon­zept will sich Zu­lauf zwar nicht, die­ses müs­se je­doch durch­dacht sein. «Wir wol­len kei­ne Schnell­schüs­se.» Und Fisch­bach er­gänzt: «Wür­den wir

Mehr­weg ein­füh­ren, hät­te ich den An­spruch, die­ses Kon­zept vor Ort auf­zu­bau­en und nicht von weit­her ein­zu­kau­fen.» Denn lan­ge Trans­port­we­ge für schmut­zi­ges Mehr­weg­ge­schirr er­ach­ten so­wohl er als auch Zu­lauf als in­kon­se­quent. Ein neu­es Kon­zept könn­te nebst dem Re­cy­clin­gas­pekt et­wa auch das bar­geld­lo­se Be­zah­len be­inhal­ten. Die­ses kä­me dem Wälch­li-Team ent­ge­gen. Denn Bar­geld ein­kas­sie­ren kos­tet Zeit. Oh­ne­hin bie­tet die Wälch­li Fes­te AG be­reits ei­nen Gross­teil an Es­sen und Ge­trän­ken auf Por­zel­lan oder im Glas an – näm­lich im Sta­di­on­re­stau­rant oder in der Me­ex­Lounge. Nur wer zu­rück ins Sta­dio­nin­ne­re will, muss aus Si­cher­heits­grün­den auf Plas­tik­be­cher aus­wei­chen. Auch die Ham­bur­ger und Brat­würs­te wer­den be­wusst als Fin­ger­food in Ser­vi­et­ten oder auf klei­nen Papp­tel­lern ser­viert, sagt Fisch­bach. Ein­zig in den Zel­ten sieht der Di­rek­tor bei der Ab­fall­re­duk­ti­on noch Op­ti­mie­rungs­be­darf.

«Wir ha­ben uns ge­stei­gert»

Ver­än­dern wird sich die­se Sai­son in der Eis­hal­le Scho­ren aber wohl nichts. Denn die Wälch­li Fes­te AG will zu­nächst ihr ers­tes Jahr als neue Sta­di­on­ver­pfle­ge­rin ab­schlies­sen. Beat Fisch­bach zeigt sich «grund­sätz­lich zu­frie­den», wie es bis­her ge­lau­fen ist. «Klar gibt es Op­ti­mie­rungs­be­darf», sagt er. Ge­ra­de am ers­ten Match­tag ha­be das Wälch­li­Team Kri­tik ein­ste­cken müs­sen. «Wir ha­ben aber schnell re­agiert und uns ge­stei­gert», ist Di­rek­tor Beat Fisch­bach über­zeugt. Auch ha­be das Team ge­lernt, wie un­ter­schied­lich der Auf­marsch der Be­su­cher und die Kon­su­ma­ti­on von Spiel zu Spiel sei. «Nun sind wir ge­spannt, ob das käl­te­re Wet­ter ei­nen Ein­fluss ha­ben wird.»

Foto: Mar­cel Bie­ri

Vor dem Spiel ist das Ver­pfle­gungs­zelt je­weils gut be­sucht.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.