Feuz führt gross­ar­ti­ges Schwei­zer Team an

Tho­mas Dres­sen ge­winnt die Ab­fahrt in Saal­bach – hin­ter ihm rei­hen sich gleich vier Schwei­zer ein. Beat Feuz muss sich jetzt zwar noch et­was ge­dul­den; der Ab­fahrts­welt­cup ist ihm aber kaum noch zu neh­men.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Vorderseit­e - Mar­cel Roh­ner

Bei der Ab­fahrt in Saal­bach wird der Em­men­ta­ler Zwei­ter. Vier Schwei­zer fah­ren un­ter die ers­ten fünf – das gab es seit 1992 nicht mehr.

Zu viert stan­den sie im Ziel von Saal­bach. Und über­leg­ten, was sie nun tun soll­ten. Ei­ner hat­te die Idee: bei Pe­ter Schröcks­na­del vor­bei­schau­en. Er mein­te es nicht ernst. Das er­zähl­te Car­lo Jan­ka. Schröcks­na­del ist Prä­si­dent des ös­ter­rei­chi­schen Ski­ver­bands und wur­de die­se Wo­che im «Blick» zi­tiert: «Wenn wir im Na­tio­nen­cup hin­ter dei­nen Schwei­zern lan­den, hö­re ich auf.» Das Zi­tat ist zwar ein Jahr alt, und war – wohl auch mehr als Witz – an Swiss-Ski-Prä­si­dent Urs Leh­mann ge­rich­tet.

Wür­de es aber mehr Wahr­heit ent­hal­ten als die An­kün­di­gung ei­nes ge­schlos­se­nen Schwei­zer Auf­tritts vor ihm selbst, wür­de sich Schröcks­na­del spä­tes­tens jetzt mit sei­nem Rück­tritt be­fas­sen müs­sen. Die Schweiz führt mit 635 Punk­ten Vor­sprung. Im ös­ter­rei­chi­schen Saal­bach ge­lang dem Ab­fahrts­team ei­ne Ga­la, wie es sie sel­ten gab. Oder: seit 28 Jah­ren nicht mehr. 1992 in Kitz­bü­hel, da fuh­ren letzt­mals vier Schwei­zer un­ter die ers­ten fünf. Es ge­wann Franz Hein­zer. Die­ser Sieg mach­te das Ge­samt­er­geb­nis noch et­was wert­vol­ler.

Her­aus­ra­gen­der Dres­sen

Ges­tern war mit Tho­mas Dres­sen ein Deut­scher der Schnells­te. Vor der ers­ten Zwi­schen­zeit mach­te er ei­nen ge­fähr­li­chen Feh­ler, der Rest war her­aus­ra­gend – so gut, dass er Beat Feuz von der Spit­ze ver­dräng­te. «Wahn­sinn, dass es so auf­ge­gan­gen ist», sagt Dres­sen nach sei­nem drit­ten Sai­son­sieg. Er füh­le sich wie an Schwei­zer Meis­ter­schaf­ten mit deut­scher Be­tei­li­gung.

Denn Feuz blieb Zwei­ter, zwei Hun­derts­tel hin­ter ihm Mau­ro Ca­vie­zel – zum ers­ten Mal stand der Bünd­ner in die­ser Sai­son auf ei­nem Ab­fahrts­po­dest. Trotz­dem ha­der­te er: Im Schluss­ab­schnitt ver­lor er über ei­ne hal­be Se­kun­de auf Dres­sen. «Das ist et­was bit­ter», fand Ca­vie­zel. Da wa­ren ei­ni­ge sei­ner Kol­le­gen noch am Start. Und sie kom­plet­tier­ten das star­ke Tea­mer­geb­nis. Car­lo Jan­ka wur­de Vier­ter; er ha­be von sei­nen Lieb­lings­ver­hält­nis­sen pro­fi­tie­ren kön­ne, sagt er.

Fünf­ter wur­de Niels Hin­ter­mann. Der Zürcher war in ei­ner Ab­fahrt noch nie bes­ser klas­siert. Da­bei war er nicht ge­ra­de zu­ver­sicht­lich. «Ich dach­te, es wird schwie­rig, in die ers­ten 30 zu fah­ren», sagt er. Dann aber ver­folg­te er im Fern­se­hen am Start die Fahr­ten von Ca­vie­zel und Feuz – und fand: «Die­se Pis­te ist rich­tig geil zu fah­ren.» Bei Hin­ter­mann setz­te der sechs­te Platz von Bor­mio im De­zem­ber neue Kräf­te frei, er ist in der er­wei­ter­ten Spit­ze an­ge­kom­men.«Das hat­te et­was aus­ge­löst», sagt er. Er ha­be mo­men­tan viel Spass: «Ich glau­be, das spie­gelt sich in mei­nen Leis­tun­gen.»

Es bleibt ein letz­ter Geg­ner

Fünf Fah­rer konn­ten Beat Feuz vor die­sem Ren­nen in Saal­bach im Kampf um die klei­ne Kris­tall­ku­gel noch ab­fan­gen: Aleksan­der Kil­de, Mat­thi­as May­er, Vin­cent Kriech­mayr, Jo­han Cla­rey und eben Dres­sen. Nun ist es nur noch der Sie­ger von ges­tern. Kriech­mayr war aus dem Ren­nen, als Feuz über die Zi­el­li­nie fuhr, Kil­de kurz dar­auf. Cla­rey war auf Sieg­kurs, ehe ihm ein Feh­ler im Schluss­teil un­ter­lief. Mat­thi­as May­er schei­ter­te klar.

Dres­sen liegt mit sei­nem Tri­umph nun 194 Punk­te hin­ter Feuz. Zu ver­ge­ben sind in den letz­ten zwei Ab­fahr­ten in Kvitfjell und Cor­ti­na noch de­ren 200.

Foto: Fresh­fo­cus

Für ein­mal knapp ge­schla­gen: Beat Feuz.

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