BZ Langenthaler Tagblatt

Die Ak­ti­vis­ten ma­chen Platz für den Markt

- Bern · Swiss People's Party · Guangzhou · Abel Albert

Die Kli­maak­ti­vis­ten auf dem Bun­des­platz wol­len da­für sor­gen, dass der Wo­chen­markt am Di­ens­tag vor dem Bun­des­haus statt­fin­den kann. Man wer­de bis Di­ens­tag­mor­gen al­le ver­schieb­ba­ren Tei­le des Pro­test­camps «zur Sei­te schie­ben», sag­te Fri­da Kohl­mann, Spre­che­rin der Ak­ti­ons­wo­che «Ri­se Up For Chan­ge». Min­des­tens die Hälf­te des Bun­des­plat­zes wer­de den Markt­fah­rern zur Ver­fü­gung ste­hen. «Wir freu­en uns auf den Mä­rit.» Nach dem Wo­chen­markt wol­len die Ak­ti­vis­ten ihr Pro­test­camp fort­set­zen. So ha­be es das Plenum am ges­tern Nach­mit­tag be­schlos­sen. Der Vor­schlag der Stadt Bern, das Camp auf die Schüt­zen­mat­te zu ver­le­gen, sei «nicht wei­ter­ver­folgt» wor­den. Meh­re­re hun­dert Ak­ti­vis­ten hat­ten in der Nacht auf Mon­tag den Bun­des­platz in Be­schlag ge­nom­men. Die Stadt­ber­ner Be­hör­den hat­ten sich seit dem Mor­gen um ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung be­müht, aber auch be­tont, dass der Wo­chen­markt den gan­zen Bun­des­platz be­nö­ti­ge. Die Prä­si­di­en von Na­tio­nal- und Stän­de­rat hat­ten Stadt und Kan­ton Bern auf­ge­for­dert, so rasch wie mög­lich für die Ein­hal­tung des gel­ten­den Rechts auf dem Bun­des­platz zu sor­gen. Wäh­rend der Ses­sio­nen gilt vor dem Bun­des­haus seit 1925 ein all­ge­mei­nes Kund­ge­bungs­ver­bot.

In ei­ner Mit­tei­lung kon­kre­ti­sier­te die Stadt­re­gie­rung ih­re For­de­run­gen an die Ak­ti­vis­ten: «Nicht nur der Zu­gang zum Bun­des­haus muss ge­währ­leis­tet sein, es darf auch zu kei­nen Lärmstö­run­gen durch Laut­spre­cher oder Kon­zer­te kom­men», schreibt der Ge­mein­de­rat. Zu­dem ver­lang­te er, dass der öf­fent­li­che Ver­kehr nicht ge­stört wer­den dür­fe und dass Ret­tungs­gas­sen ge­währ­leis­tet sein müss­ten. Vor al­lem bür­ger­li­che Par­la­men­ta­ri­er üb­ten hef­ti­ge Kri­tik an Stadt­prä­si­dent Alec von Graf­fen­ried (GFL): «Du miss­brauchst dein Amt für dei­ne ideo­lo­gi­sche Über­zeu­gung. Du hät­test der Po­li­zei längst den Auf­trag ge­ben kön­nen, den Platz zu räu­men», sag­te der Zürcher FDP-Na­tio­nal­rat Hans-Pe­ter Port­mann. SVP-Hard­li­ner Andre­as Glar­ner geht so­gar so weit, den Rück­tritt von Graf­fen­rieds zu for­dern. Und auch für Glar­ners frü­he­ren Par­tei­prä­si­den­ten Al­bert Rös­ti ist die Ak­ti­on der Kli­maak­ti­vis­ten auf dem Bun­des­platz «ab­so­lut in­ak­zep­ta­bel». «Es ist ein Skan­dal, dass am Mor­gen nichts un­ter­nom­men wor­den ist», sagt der Ber­ner Na­tio­nal­rat. Der­weil be­grüss­te das Grü­ne Bünd­nis der Stadt die Ak­ti­on: «Ge­ra­de wäh­rend Ses­sio­nen muss der Bun­des­platz ein Ort für po­li­ti­sche Ak­tio­nen sein, schreibt die Stadt­par­tei.

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