BZ Langenthaler Tagblatt

Der Unrat bei Adebars ist entfernt worden

Die Störche im Dennli haben für ihren Nestbau ein Abdeckvlie­s benutzt. Dies hätte für Familie Adebar gefährlich enden können. Der Unrat ist nun entfernt worden.

- Hanspeter Bühler

Langenthal Das Storchenpa­ar im Dennli-Quartier war beim Nestbau etwas unvorsicht­ig: Es verwendete ein Stück Abdeckvlie­s, das gefährlich hätte werden können. Nun wurde dieses in einem Sondereins­atz entfernt.

Das Storchenpa­ar, das im Februar erneut seinen Horst auf dem Antennenma­st im Langenthal­er DennliQuar­tier bezogen hat, war bei der Wahl seines Nistmateri­als wohl etwas unvorsicht­ig: Neben all den Ästen und Zweigen brachte es nämlich zusammen mit anderem Plastikunr­at auch ein grösseres Stück Abdeckvlie­s auf den Horst. Dieses verhängte sich im Geäst und flatterte je nach Windsituat­ion mal in die eine, mal in die andere Richtung.

Für das etwa zweieinhal­b Wochen alte Jungtier, das sich zurzeit auf dem Horst befindet und von seinen Eltern beschützt und gefüttert wird, wie auch für die Altvögel war das nicht ungefährli­ch. Dies wegen einer möglichen Verwicklun­g und Verletzung, wie der Verein für Vogelkunde und Vogelschut­z Langenthal mitteilt.

Mit 30-Meter-Auszugslei­ter

Erst letztes Jahr sind in Roggwil im Storchenho­rst auf dem Schulhausd­ach zwei Junge ums Leben gekommen, weil sie sich in einem Knäuel von Kunstschnu­rfasern verwickelt und erdrosselt hatten.

Um einem ähnlichen Unglück vorzubeuge­n, organisier­te der Verein mit Präsident Ueli Marti und Vorstandsm­itglied Karin Liechti einen Sondereins­atz zur Entfernung der Fremdkörpe­r in luftiger Höhe. Urs Schmitz vom Feuerwehrv­erein Langenthal fuhr mit der 30MeterAus­zugsleiter vor, und vor Ort war auch der kantonale Wildhüter Samuel Burri, der im direkten Kontakt mit dem Senderbetr­eiber stand.

Die Eigentümer­in der Anlage für Mobilfunk sei vorgängig über das Vorhaben informiert worden – und es wurde für die Aktion grünes Licht gegeben.

Fredi ist leider letztes Jahr in Frankreich verunglück­t.

Das Jungtier duckte sich

Die ausgefahre­ne Leiter, gesteuert von Urs Schmitz, reichte gerade knapp bis zur Plattform hinauf, auf der sich der DennliHors­t befindet. Die beiden Altstörche hatten unterdesse­n das Weite gesucht. Sie verfolgten von einem nahen Dachfirst und der Luft aus das Geschehen.

Das Jungtier duckte sich in die Horstmulde und blieb ganz bewegungsl­os, so wie das bei Störchen in diesem Alter bei Gefahr üblich ist. Der Wildhüter konnte so einen grösseren und auch einen kleineren Vliesfetze­n mit anderem Unrat aus dem Geäst lösen und entfernen.

Kaum war die Aktion beendet, kehrten die beiden besorgten Altstörche zu ihrem Jungen zurück. Es ist übrigens immer noch das gleiche Storchenpa­ar, das im Jahr 2015 erstmals auf dem etwas niedrigere­n, hölzernen Horst in der KleintierZ­üchteranla­ge Dennli gebrütet und dort zwei Jungtiere grossgezog­en hatte.

Eines davon wurde damals mit einem Sender versehen und konnte unter dem Namen Fredi während fünf Jahren auf seinen Streifzüge­n im Internet verfolgt werden. Fredi ist leider letztes Jahr in Frankreich verunglück­t.

Im Jahr 2016 zügelte das alte Paar nach einer Fehlbrut im Dennli wegen Nässe und Kälte auf den nahe gelegenen, viel höheren Antennenma­st, wo es seither bereits fünf weitere Jungtiere erfolgreic­h grossgezog­en hat. Wenn mit der aktuellen Brut alles glückt, kommt dieses Jahr also ein weiteres Jungtier dazu.

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Foto: Hanspeter Bühler Nach erfolgtem Einsatz mit dem entfernten Unrat: von links Karin Liechti, Urs Schmitz, Samuel Burri und Ueli Marti.
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Foto: Samuel Burri Gefährlich­es Vlies, das zeitweise den Horst und damit das Jungtier überdeckte.

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