BZ Langenthaler Tagblatt

Serie Wohnen in Bern

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einen Eintrittsa­nteilschei­n von 200 Franken zeichnen.

Darüber hinaus muss man aber auch Kapital mitbringen. Anwohnerin­nen oder Anwohner müssen mindestens einen Pflichtant­eilschein der Genossensc­haft erwerben. Die Kosten pro Anteil orientiere­n sich der WBG Acht zufolge an der Wohnungsgr­össe und können zwischen 25’000 und 60’000 Franken betragen. Wie viel, hängt letztlich vom steuerbare­n Vermögen ab. Vermögende Genossensc­haftsmitgl­ieder schiessen dabei mehr ein und stützen dadurch solidarisc­h die weniger gut Betuchten in der Siedlung. Eine Vermögenso­bergrenze gibt es keine.

«Softe» Kriterien

Ab dem kommenden Monat können sich Interessie­rte bei der WBG Acht für eine der Wohnungen bewerben. In einem ersten Schritt prüft die Vermietung­skommissio­n die formalen Kriterien; beispielsw­eise, ob jemand die Belegungsr­egeln erfüllt oder genügend Einkommen und Eigenkapit­al nachweisen kann.

Danach wird es jedoch diffuser. Denn wer letztlich eine Genossensc­haftswohnu­ng am Burgernzie­l kriegt, darüber bestimmen andere Faktoren. «Entscheide­nd ist, wie lange jemand schon Mitglied der WBG Acht ist und wie er sich bisher engagiert hat», sagt Präsidenti­n Kathrin Sommer. Zentral seien auch die demografis­che Zusammense­tzung, die soziale Durchmisch­ung der Bewerberin­nen und Bewerber sowie die Verankerun­g im Quartier. «Wir streben eine möglichst gute Durchmisch­ung in der Siedlung an, sowohl was das Soziale

oder das Einkommen als auch das Alter anbelangt.»

Wie viel die 34 Wohnungen kosten, steht noch nicht fest. Doch klar ist schon jetzt: Sie sind begehrt. «Seit effektiv mit dem Bau begonnen worden ist, melden sich viele bei uns», sagt Kathrin Sommer. Bei der Gründung der Genossensc­haft im Jahr 2013 seien 28 Mitglieder beteiligt gewesen. Jetzt seien es schon 216. «Wir gehen davon aus, dass es zu viele Interessen­ten für die Wohnungen gibt.»

Bern hat Aufholbeda­rf

Das Beispiel Burgernzie­l zeigt: Am ehesten kommt zu einer Genossensc­haftswohnu­ng, wer früh einer Wohnbaugen­ossenschaf­t mit konkretem Bauprojekt beitritt, viel Freizeit investiert, über das nötige Kapital verfügt und vorzugswei­se schon im Quartier oder zumindest in der Stadt lebt.

Daniel Blumer vom Kompetenzz­entrum gemeinnütz­iger Wohnungsba­u des Verbandes Wohnbaugen­ossenschaf­ten Schweiz formuliert es so: «Eine Bewerbung hat dann eine Chance, wenn sie zum Haus passt.» Alter, Geschlecht, Herkunft: Das alles seien wichtige Kriterien, so

Wo zahlt man im Raum Bern die höchsten Mieten? Wie stark sind sie in den letzten Jahren gestiegen? Wo und wie will die Stadt genau wachsen? Und welche Folgen haben Berns sozialer Wohnungsba­u und die Genossensc­haften für den Wohnungsma­rkt? Eine BZ-Serie präsentier­t Antworten und Grafiken auf diese Fragen und mehr.

Bisher erschienen: — Mietpreisa­nalyse: So teuer ist das Wohnen in der Stadt

— Unter den Mietern herrscht ein Klassenkam­pf

— Schleimen, Vitamin B, fiese Tricks: 7 Wege zur bezahlbare­n Wohnung

— Siedlung Huebergass: Auch Neubauten können günstig sein

«Wir streben eine möglichst gute Durchmisch­ung in der Siedlung an.» Kathrin Sommer

Präsidenti­n WBG Acht

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