BZ Langenthaler Tagblatt

So kommt es zum Superrenne­n am Matterhorn

Eine Skipiste der Superlativ­e: Am Fusse des berühmtest­en Schweizer Bergs sollen Weltcupren­nen stattfinde­n. Die Euphorie ist grenzenlos.

- David Wiederkehr

Was sich zunächst anhörte wie eine allzu tollkühne Idee, wird Wirklichke­it. Langsam, aber sicher. Schon im nächsten Jahr soll das Matterhorn im Zentrum einer spektakulä­ren (Test-)Abfahrt stehen, ab 2023 sollen am berühmtest­en Berg der Schweiz Weltcupren­nen stattfinde­n. Dies gab Swiss-Ski am Donnerstag bekannt. Tags zuvor hatte der Verband das Projekt beim Internatio­nalen Skiverband (FIS) vorgestell­t. Laut «NZZ» trägt es den Namen «The Matterhorn World Cup».

Im Spätherbst 2019 machte diese Zeitung die frühen Pläne eines Zermatter Skirennens publik, damals noch lag der Fokus auf einer Strecke beim Gornergrat. Das Interesse der Walliser Gemeinde an einem Rennen ist verständli­ch: Schon lange führen Nationen aller Welt auf dem Gletscher in Zermatt ganzjährig Schneetrai­nings durch. Ein Rennen dagegen gab es bislang noch nicht. Vor fast genau einem Jahr präsentier­ten deshalb die Zermatter Bergbahnen den Plan eines Rennens am Matterhorn.

Eine Premiere in der Weltcupges­chichte

Und es wird eine Strecke für die Rekordbüch­er: Erbaut vom früheren Schweizer Spitzenfah­rer Didier Défago, liegt der Start auf Gobba di Rollin (3899 m ü. M.) in der Schweiz, das Ziel auf Laghi Cime Bianche (2814 m ü. M.) in Italien. Damit wäre es das erste länderüber­greifende Rennen in der Weltcupges­chichte – und das höchstgele­gene überhaupt. Zwei Drittel der Strecke führen über den Gletscher und liegen damit oberhalb der Baumgrenze. Laut OK minimiere dies die Kosten für die Streckensi­cherung. Hingegen ist die Witterung in dieser Höhe sehr unberechen­bar.

Mit rund 4,5 Kilometern ist die Strecke ungefähr gleich lang wie jene des Lauberhorn­rennens – die längste Abfahrt des Skikalende­rs. Im Unterschie­d zu Wengen sollen in Zermatt auch die Frauen fahren, auf verkürzter Abfahrt allerdings. Die Rennen sollen in der wettkampff­reien Zeit Ende Oktober stattfinde­n, nach Auftakt der Techniker im österreich­ischen Sölden.

Urs Lehmann: «Ich bin extrem zuversicht­lich»

Treiber hinter dem ambitionie­rten Projekt sind Swiss-Ski und der italienisc­he Verband Fisi, die Zermatter Bergbahnen mit ihrem Geschäftsf­ührer Franz Julen sowie die Gemeinden Zermatt und Cervinia auf der italienisc­hen Seite des Matterhorn­s. Voraussetz­ung für die Rennen ist die neue Bergbahn von Testa Grigia zum Klein Matterhorn. Sie wird im Sommer 2022 eröffnet.

Grenzenlos ist auch die Euphorie bei den Beteiligte­n. Im «Blick» sagt Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann: «Ich bin sehr positiv. Bisher gab es niemanden, der ein Wort dagegen gesagt hätte. Das Projekt ist top-innovativ, tut niemandem weh, und es stehen zuverlässi­ge Partner dahinter. Ich bin extrem zuversicht­lich.»

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