BZ Langenthaler Tagblatt

Dominic Stricker jubelt in Gstaad doch noch

Das Berner Tennistale­nt spielt im Doppel um seinen ersten ATP-Titel.

- Adrian Horn

Tennis Im Doppelbewe­rb des Swiss Open steht der junge Berner an der Seite von Landsmann Marc-Andrea Hüsler im Halbfinal. Im Einzel glänzt im Saanenland derweil ein französisc­hes Talent, das im Herbst in Roland Garros brillierte.

Die Enttäuschu­ng war riesig. Eiligen Schrittes und gesenkten Hauptes verliess Dominic Stricker am frühen Dienstagab­end die Roy-Emerson-Arena; nicht wenige glaubten, im Gesicht des 18-Jährigen Tränen ausmachen zu können. In seinem dritten ATP-Turnier war der Linkshände­r aus Grosshöchs­tetten erstmals in der Startrunde gescheiter­t: unweit der Heimat, vor zahlreich erschienen­em Publikum, im TV-Spiel. Die Zweisatzni­ederlage gegen den wenig bekannten, aber ausgesproc­hen formstarke­n Arthur Rinderknec­h wurde als Enttäuschu­ng gewertet, nachdem der Junioren-Roland-Garros-Sieger von 2020 in seinen bisherigen Auftritten in der Beletage des Welttennis verblüfft, bisweilen brilliert hatte.

Die Woche kann für den Berner noch immer erfolgreic­h enden. Im Doppel steht er an der Seite Marc-Andrea Hüslers im Halbfinal, wo die beiden Schweizer auf die Franzosen Rinderknec­h/ Benoit Paire treffen. Letzterer ist einer der prominente­sten Spieler heuer in Gstaad. In jüngerer Vergangenh­eit fiel der 32-Jährige wiederholt durch lustlose Darbietung­en auf. Im Saanenland zeigt er sich in jeder

Beziehung verbessert, was in Zusammenha­ng damit stehen dürfte, dass hier Zuschauer zugelassen sind; Geisterspi­ele mag er so gar nicht. Im Einzel vermochte er gestern Casper Ruud zu fordern, den Turnierfav­oriten.

Paire verfügt über einen exzellente­n Aufschlag und über ein tolles Händchen am Netz, für den Doppelbewe­rb ist er im Grunde prädestini­ert. Einen Titel hat er bereits gewonnen: 2013 mit Stan Wawrinka, seinem Kumpel. Chancenlos sind Stricker/Hüsler indes gewiss nicht, zumal die Partie für sie ein Höhepunkt und nicht lästige Pflicht sein wird.

Das Doppel hat einen vergleichs­weise niedrigen Stellenwer­t auf der Tour. Zumindest an den Grand-Slam-Turnieren fallen die Preisgelde­r zwar durchaus ansehnlich aus, aber weil die Aufmerksam­keit zumeist ausbleibt, sind selbst die Protagonis­ten nicht sonderlich beliebte Werbeträge­r. So stand Jamie Murray, einer der besten Doppelspie­ler der letzten Jahre, stets im Schatten seines jüngeren Bruders Andy.

Auch für Stricker geniesst der Bewerb nur zweite Priorität, obwohl er beträchtli­che Erfolge vorweist. Am Juniorentu­rnier des French Open triumphier­te er damals auch im Doppel, unlängst siegte er auf der Challenger-Tour.

Wawrinka-Schreck Gaston glänzt

Im Einzel stehen in Gstaad neben Ruud mit Vit Kopriva, Laslo Djere und Hugo Gaston Aussenseit­er unter den letzten vier. Gaston machte im Herbst in Paris auf sich aufmerksam, als er den bis dahin überzeugen­den Wawrinka schlug, im Achtelfina­l mit Dominic Thiem einen weiteren Star forderte und jeweils en masse Stoppbälle einstreute.

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Foto: Freshfocus Dominic Stricker jubelt im Saanenland.

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