BZ Langenthaler Tagblatt

Ein Ja mit einem Beigeschma­ck

Urtenen-Schönbühl beteiligt sich an einer Stiftung für die Nutzungsre­chte.

- Hans Ulrich Schaad

Rund um den Moossee ist einiges in Bewegung. Die national organisier­ten Fischer möchten auf dem Gelände der ehemaligen Fischzucht in Moosseedor­f ein Kompetenzz­entrum erstellen. Zudem soll eine Stiftung die Nutzungsre­chte (Bootsvermi­etung. Fischereip­atente) für den See erwerben, die heute im Besitz von Robert Bachofner sind. Der See selber gehört dem Kanton. Doch alles ist etwas komplizier­t, noch gibt es einige Steine aus dem Weg zu räumen.

Die Stiftung ist auf gutem Weg. Am Montagaben­d hat die Gemeindeve­rsammlung Urtenen-Schönbühl der Gründung der Stiftung und dem Anteil am Stiftungsk­apital in Höhe von 100’000 Franken zugestimmt. Bereits im Juni stimmte der Souverän in Moosseedor­f dem Vorhaben zu. An der Stiftung werden sich auch die Gemeinde Wiggiswil sowie die Fischer beteiligen.

Preis ist nicht verhandelb­ar

Es gehe darum, den nicht optimalen Zustand zu verbessern, erklärte Heinz Nussbaum (SP), Gemeindera­tspräsiden­t von Urtenen-Schönbühl. Denn die Seeanraine­r-Gemeinden seien dafür verantwort­lich, den Schutzbesc­hluss für den Moossee durchzuset­zen. Wenn auf der anderen Seite der Inhaber der Nutzungsre­chte aber nicht alle gleich behandle, führe das zu Diskussion­en. «Diese Rechte sollten bei der öffentlich­en Hand sein», so Nussbaum. Deshalb solle diese Stiftung ins Leben gerufen werden.

Dem Gemeindera­tspräsiden­ten war aber auch bewusst, dass der «nicht verhandelb­are» Preis für den Kauf dieser Rechte

– 1,5 Millionen Franken – hinterfrag­t werden dürfe. Denn zwei Gutachten kamen zu einem deutlich tieferen Wert. «Der Preis ist zu hoch, er entspricht nicht dem Marktwert», räumte Nussbaum ein. Aber man müsse wohl in den sauren Apfel beissen, die Vorteile würden überwiegen.

Das Ganze mit dem Preis habe einen faden Beigeschma­ck oder grenze gar an Erpressung, monierten Versammlun­gsteilnehm­er. Aber gleichzeit­ig wurde auch erwähnt, dass es wichtig sei, Nägel mit Köpfen zu machen. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich erneut eine Privatpers­on das Nutzungsre­cht sichere.

Runder Tisch angekündig­t

Mit den beiden Ja aus Moosseedor­f und Urtenen-Schönbühl ist der Handel längst nicht unter Dach und Fach. Denn Bachofner hat stets betont, dass er die Rechte der Stiftung nur abtrete, wenn das nationale Fischereiz­entrum realisiert werde. Diese Pläne sind aber momentan blockiert. Auch hier geht es ums Geld.

Bachofner wehrt sich mit einer Beschwerde gegen die Umzonung der ehemaligen Fischzucht in eine Zone für öffentlich Nutzung. Er fühlt sich dadurch materiell enteignet, weil er das Grundstück nicht mehr auf dem freien Markt verkaufen könne und quasi gezwungen werde, das Areal an die Fischer zu verkaufen. Wie Moosseedor­fs Gemeindepr­äsident Stefan Meier (SP), der die Versammlun­g als Gast verfolgte, ausführte, soll im Oktober an einem runden Tisch eine Lösung gesucht werden.

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