Coif­feur­be­such der be­son­de­ren Art: Fra­gen an ei­nen in­ti­men Ken­ner der Köp­fe.

Dan­ni­el Sa­ner weiss, wo­von er spricht: Seit über 30 Jah­ren hat er sei­nen Sa­lon am Zürcher Lim­mat­quai. Al­so los, 40 Fra­gen an den Ex­per­ten.

Das Magazin - - Contents - Von mi­ka­el kro­ge­rus

Be­gin­nen wir mit dem An­fang: Wie lau­tet Ih­re Stan­dard-ein­stiegs­fra­ge an den Kun­den?

«Wie möch­test du dich mit dei­nen Haa­ren füh­len?» Dann kann der Kun­de oder die Kun­din ant­wor­ten: sport­lich, prak­tisch, ele­gant, se­xy. So be­kom­me ich ein Ge­spür für die Per­son, ob sie die Haa­re kür­zer oder län­ger will, mehr oder we­ni­ger Vo­lu­men.

Es folgt die für vie­le Men­schen un­an­ge­neh­me Si­tua­ti­on: Der Coif­feur will wis­sen, wel­che Fri­sur man möch­te – und man hat kei­ne Ah­nung, kei­nen Mut, oder es fehlt das Vo­ka­bu­lar. Was tun?

Das Schlech­tes­te wä­re zu fra­gen: «Was emp­feh­len Sie mir?» Ich ken­ne den Kun­den doch noch gar nicht! Viel­leicht braucht es et­was Über­win­dung, und man kommt sich vor wie ein Te­enager, aber ein Fo­to aus ei­ner Zeit­schrift mit­zu­brin­gen, lie­fert mir schon sehr vie­le In­fos und ver­mei­det Miss­ver­ständ­nis­se.

Ein biss­chen Ba­sis­wis­sen: Wel­che Fri­sur passt zu wel­cher Kopf­form?

Es gibt ein paar ein­fa­che Re­geln: Die Eier­kopf­form kann al­les tra­gen, ein rund­li­ches Ge­sicht ist meis­tens bes­ser mit län­ge­rem Haar, seit­lich schmal und fran­sig ins Ge­sicht fri­siert, ei­ne ho­he Stirn wird mit Fran­sen ver­schö­nert, ein schma­les Ge­sicht braucht mehr Vo­lu­men, vor al­lem seit­lich.

Wie vie­le ver­schie­de­ne Ba­sis­haar­schnit­te gibt es über­haupt?

Ei­gent­lich nur drei: den Pa­gen­kopf, auch Car­ré oder kom­pak­te Form ge­nannt, dann den ge­stuf­ten Schnitt, Gra­dua­ti­on ge­nannt, und den Rund­schnitt. Und dann gibt es tau­send Va­ria­tio­nen von al­len.

Was ist der schwie­rigs­te Schnitt?

Der Rund­schnitt à la Mi­reil­le Ma­thieu. Da musst du un­heim­lich prä­zi­se ar­bei­ten. Ich ha­be lan­ge ge­braucht, um den zu per­fek­tio­nie­ren.

Wel­ches ist Ihr wich­tigs­tes Werk­zeug?

Käm­me, Bürs­ten, On­du­lie­rei­sen (rund, ko­nisch, oval), Streck­ei­sen und na­tür­lich Sche­ren in al­len Va­ria­tio­nen: kur­ze, lan­ge, ge­bo­ge­ne, Ef­fi­lier­sche­ren. Gu­te Qua­li­täts­sche­ren kos­ten 400 bis 2000 Fran­ken, sind sehr emp­find­lich und hal­ten, je nach­dem, rund ein Jahr.

Mit dem Mes­ser schnei­den – macht das noch je­mand?

Wird im­mer noch ge­macht – be­stimm­te Ef­fi­la­ti­ons­tech­ni­ken, die be­wir­ken, dass das Haar flies­sen­der fällt, ge­hen mit dem Mes­ser bes­ser. Frü­her hat man nur mit dem Mes­ser ge­schnit­ten, so ha­be ich es ge­lernt. Und dann kam Vi­dal Sas­so­on, der ver­än­der­te in den 1960ern al­les: Sas­so­on stand auf sehr geo­me­tri­sche For­men, die nur mit Sche­ren mög­lich wa­ren und zu die­sen sehr sym­me­tri­schen und gra­fi­schen Klei­dern von An­dré Cour­rè­ges pass­ten. Sas­so­on war noch völ­lig un­be­kannt, des­halb hiess der Haar­schnitt erst Cour­rè­ges-schnitt, spä­ter erst nann­te er ihn «The Fi­ve-po­int Cut». Dann ging der Sas­so­on ab wie ei­ne Ra­ke­te, er hat un­se­ren Be­ruf re­vo­lu­tio­niert.

Nach sei­nem Ge­heim­re­zept beim Schnei­den ge­fragt, sag­te Sas­so­on ein­mal: «Bring out the bo­ne struc­tu­re.» Und: «Bring out the eyes.» Ein­ver­stan­den?

Ab­so­lut, es sind die zwei stärks­ten Merk­ma­le des Ge­sichts, und die musst du mit der Fri­sur zur Gel­tung zu brin­gen ver­su­chen. Ich ge­be Ih­nen zwei Bei­spie­le: Ein Fran­sen­schnitt zum Bei­spiel be­tont die Au­gen, ein Pa­gen­schnitt die Wan­gen­kno­chen.

Wer sind heu­te die gröss­ten Stars der Bran­che?

Ori­be, Gui­do Pa­lau, die Brü­der Gi­u­sep­pe und Gae­ta­no Mas­co­lo von To­ni & Guy, Fe­lix Fi­scher, Patrick Ca­me­ron … um nur ein paar we­ni­ge zu nen­nen.

Gibt es ei­ne Faust­re­gel, wie oft man zum Coif­feur ge­hen soll­te?

Al­le vier bis sechs Wo­chen.

Und wie häu­fig darf man sich die Haa­re wa­schen?

Wenn du ein gu­tes, säu­re­aus­glei­chen­des Sham­poo ver­wen­dest, kannst du sie dir je­den Tag wa­schen, da­bei die Haa­re nur ganz leicht du­re­schüü­me­le.

Volks­krank­heit Schup­pen – gibts in­zwi­schen ein Re­zept?

Es gibt die be­kann­ten Sham­poos und Lo­tio­nen. Aber ich blei­be da­bei: Schup­pen sind Aus­druck von Stress, Ner­vo­si­tät, Be­las­tung. Dar­an musst du ar­bei­ten.

Glau­bens­fra­ge: Wachs oder Gel?

Sind zwei völ­lig ver­schie­de­ne Sa­chen, und vie­le ver­wech­seln das. Gel be­nutzt du zum Zu­be­to­nie­ren, al­so Nach­hin­ten­ge­len oder Auf­stel­len. Wachs ist wei­cher und glän­zen­der, wenn man es lo­cke­rer will. Häu­fi­ger Feh­ler: Die Leu­te ver­ges­sen, das Wachs zu­erst in der Hand zu ver­rei­ben, be­vor sie es ins Haar schmie­ren.

Was muss man wis­sen, wenn man beim Fär­ben sel­ber Hand an­legt?

Man soll­te im­mer ei­nen Ton hel­ler wäh­len. Aber um Über­ra­schun­gen zu ver­mei­den, ge­hen Sie lie­ber zum Coif­feur ...

Und was ist beim Blei­chen zu be­ach­ten?

Die meis­ten Mit­tel­eu­ro­pä­er ha­ben asch­far­be­nes Haar, das ist am schwie­rigs­ten auf­zu­hel­len, weil es vie­le Rot­pig­men­te ent­hält. Der Bleich­pro­zess geht von Dun­kel­rot über Oran­ge und Dun­kel­gelb bis Hell­gelb – dann erst kommt das ge­wünsch­te Pla­tin. Wenn das Haar schon stra­pa­ziert ist oder sehr fein, ist die Bruch­ge­fahr gross. Kurz ge­sagt: Sel­ber blei­chen ist ein gros­ses Ri­si­ko, das soll­te wirk­lich nur der Coif­feur ma­chen.

Con­di­tio­ner: ja oder nein?

Ein­deu­tig ja. Nach je­dem Wa­schen. Im­mer. Pfle­ge­pro­duk­te sind ganz ge­ne­rell wich­tig. Man­che Kun­den spa­ren da am fal­schen Ort, da­bei ist ge­sun­des, glän­zen­des Haar das wich­tigs­te Schön­heits­at­tri­but. Wie heisst es so schön: «In­vest in your hair, it’s the crown

you ne­ver ta­ke off.» Die Ame­ri­ka­ner, Fran­zo­sen und Ita­lie­ner sind da we­sent­lich pfle­ge­be­wuss­ter als wir Schwei­zer.

Spon­tan: zwei Vor­bil­der in Sa­chen Fri­sur?

Män­ner: im­mer noch Da­vid Beck­ham. Frau­en: Lin­da Evan­ge­lis­ta, kei­ne konn­te sich so ver­än­dern wie sie. Je­de Fri­sur sah an ihr gut aus.

Wann kommt die Dau­er­wel­le wie­der?

Für mich nie mehr. Frü­her ha­be ich al­les ge­macht – Afro-py­ra­mi­den, Stütz­dau­er­wel­len. Da aber heu­te viel mit Mé­ches und Far­ben ge­ar­bei­tet wird, ist ei­ne Dau­er­wel­le meist zu stra­pa­zi­ös für die Haa­re. Vo­lu­men kann auch mit ei­nem gu­ten Schnitt und tol­len Pro­duk­ten er­zielt wer­den.

Wa­schen, le­gen, föh­nen – was be­deu­tet ei­gent­lich «le­gen»?

Le­gen heisst: Lo­cken­wick­ler ein­dre­hen. Macht man heu­te kaum mehr, die Tech­nik wur­de ver­drängt von di­ver­sen heis­sen Ei­sen.

Sex­sym­bol Glat­ze: Steht sie je­dem?

Nein, bei der Glat­ze kommt es sehr auf die Kopf­form an. Vie­le Män­ner ha­ben ei­nen fla­chen Hin­ter­kopf, da wür­de ich von ei­ner Glat­ze ab­ra­ten. Auch Une­ben­hei­ten und Nar­ben auf dem Kopf sind schwie­rig, da emp­feh­le ich, lie­ber auf drei bis vier Mil­li­me­ter kurz zu ra­sie­ren.

Ist der Män­ner­dutt – der Bun – pas­sé?

Nein, den fin­de ich sehr heiss. Am bes­ten ge­fällt es mir, wenn die Haa­re nicht zu per­fekt, son­dern zu­fäl­lig hoch­ge­bun­den wer­den und der Mann ei­nen gei­len, mar­kan­ten Kopf hat.

Was ist die schöns­te Tech­nik beim Zöp­feln?

Es gibt ex­trem vie­le neue, sen­sa­tio­nel­le Flech­t­ar­ten, zu mei­nen Lieb­lin­gen ge­hört der Fishtail, das Fisch­grät­mus­ter.

Ihr Kom­men­tar zu Ex­ten­si­ons?

Mit Ex­ten­si­ons kann man schnell ei­nen völ­lig neu­en Look kre­ieren. Su­per für Fo­to­shoo­tings und Shows. Al­ler­dings gilt: Nur per­fek­te Tech­ni­ken se­hen gut aus.

Wel­cher Schnitt hilft aus Le­bens­kri­sen?

Oft et­was Ra­di­ka­les, da­mit man ein al­tes Bild los­las­sen, sich von al­ten Ge­schich­ten und Ge­wohn­hei­ten tren­nen kann. Du kannst dann im Wort­sinn al­te Zöp­fe ab­schnei­den. Ich hat­te ei­ne Kun­din mit sehr lan­gen Haa­ren, ich wuss­te, dass sie seit Län­ge­rem ei­ne ziem­lich schwe­re Kri­se durch­mach­te. Und da sag­te ich ein­mal: Komm, jetzt schnei­den wir die Haa­re ab. Sie: Al­so gut. Ich war dann rich­tig dras­tisch. Und sie ist heu­lend zum La­den raus. Ei­ni­ge Ta­ge spä­ter be­kam ich ei­nen Rie­sen­blu­men­strauss. Dank der neu­en Fri­sur konn­te sie sich von der al­ten Ge­schich­te be­frei­en.

Coif­feu­re sind Men­schen­ken­ner. Mit Ih­rer 40jäh­ri­gen Er­fah­rung: Woran er­kennt man ei­nen schwie­ri­gen Cha­rak­ter?

Wenn die Per­son über ih­re frü­he­ren Coif­feu­re flucht oder sagt, dass es noch kei­ner ge­schafft ha­be, ih­re Wün­sche zu er­fül­len.

Ha­ben Coif­feu­re Schwei­ge­pflicht?

Ja, ab­so­lut, da Haa­re­schnei­den et­was sehr In­ti­mes ist, wer­den auch dem­ent­spre­chen­de Ge­schich­ten er­zählt. Manch­mal so­gar sol­che, die Kun­din­nen nicht mal ih­ren Freun­din­nen an­ver­trau­en.

Deut­sche sa­gen «Fri­seur», Schwei­zer «Coif­feur» – wer hat recht?

Bei­de. Ich be­zeich­ne mich als Hair­sty­lis­ten.

War­um sind Haa­re für Frau­en wich­ti­ger als für Män­ner?

Viel­leicht weil man bei Frau­en mehr ver­än­dern und an Schön­heit her­aus­ho­len kann? Haa­re sind das ent­schei­den­de Puz­zle­teil am Ge­samt­er­schei­nungs­bild ei­nes Men­schen. Stimmt das Haar nicht, stimmt gar nichts.

War­um sind Frau­en­schnit­te so viel teu­rer als Män­ner­schnit­te?

Man schnei­det, stylt und föhnt län­ger. Aber ge­recht ist der Preis­un­ter­schied ei­gent­lich nicht, Män­ner­schnit­te sind genau­so an­spruchs­voll. Die Män­ner ha­ben jahr­zehn­te­lang ei­gent­lich zu we­nig be­zahlt.

War­um ha­ben be­tag­te­re Frau­en häu­fig li­la Haa­re?

Sie ha­ben oft das, was ich «Al­ters­heim­blond» nen­ne: hel­le Haa­re, die ge­ne­tisch be­dingt mit den Jah­ren gelb wer­den – manch­mal un­ter­stützt von Son­nen­ein­strah­lung und Ni­ko­tin. Das sieht na­tür­lich eher un­ge­pflegt aus, kann aber mit et­was Sil­ber­far­be be­kämpft wer­den. Je nach­dem, wie man den Ton wählt, kann es dann auch ins Li­la kip­pen. Ich fin­de das aber ei­gent­lich noch recht heiss.

Gibt es heu­te mehr oder we­ni­ger Coif­feu­re als vor dreis­sig Jah­ren?

Viel mehr. In den letz­ten zehn Jah­ren hat sich der Be­stand si­cher ver­fünf­facht.

Kor­rek­te Be­ob­ach­tung, dass nach dem Hoch in den 1990er- und Nul­ler­jah­ren ak­tu­ell im Coif­feur­ge­wer­be wie­der ei­ne leich­te Preis­kor­rek­tur nach un­ten statt­fin­det?

Ja, das stimmt. Und ich fin­de es völ­lig un­fair, was da jetzt pas­siert mit den neu­en Dum­ping-coif­feur­sa­lons. Die­ses Un­ter-dem-preis-ver­kau­fen ist un­eh­ren­haft ge­gen­über un­se­rem Be­ruf.

Was ist ein fai­rer Preis für ei­nen an­stän­di­gen Schnitt?

Der Schnitt kos­tet bei mir zwi­schen 70 und 120 Fran­ken.

Wel­chen Feh­ler macht Trumps Coif­feur?

Trump hat hin­ten fast kei­ne Haa­re mehr, aber auch kei­nen gu­ten Kopf für ei­ne Glat­ze. Das ist ganz schwie­rig. Ich wür­de bei ihm eher mit Haar­trans­plan­ta­ti­on oder Haar­er­satz ar­bei­ten. Da gibt es in­zwi­schen tol­le Mög­lich­kei­ten – sie­he El­ton John, Se­an Con­ne­ry oder John Tra­vol­ta.

Ist Ro­ger Fe­de­rer auch auf dem Kopf Welt­klas­se?

Ich hät­te ihm mal die Haa­re schnei­den kön­nen. Es war an ei­nem Sonn­tag, und ich wur­de an­ge­ru­fen: «Könn­test du?» Das war am An­fang sei­ner Kar­rie­re, er hat­te da­mals ei­nen rich­ti­gen Tep­pich auf dem Kopf und hät­te drin­gend ge­schnit­ten wer­den müs­sen, aber ich Trot­tel hat­te ein­fach kei­ne Lust. Be­reue ich heu­te noch. In­zwi­schen hat er ei­ne tol­le Fri­sur, sieht sehr gut aus, ob­wohl sei­ne Haa­re nicht ein­fach sind: ho­he Ge­heim­rats­ecken und dann vie­le Wir­bel und Lo­cken, das ist an­spruchs­voll zu schnei­den.

Kann man Fri­su­ren­sti­le geo­gra­fisch ver­or­ten?

En­g­land hat sehr ge­wag­te Li­ni­en und ver­rück­te Far­ben, Fran­zo­sen sind eher weib­lich-ver­spielt, vie­le schö­ne, na­tür­li­che Far­ben. Ita­lie­ner: sehr uni­form, ei­gent­lich ha­ben die im­mer ei­nen Schnitt, den je­der trägt – wie bei den Klei­dern auch. Deut­sche sind eher bie­der ge­schnit­ten, und die Schwei­zer ha­ben von al­lem et­was.

Wo liegt für euch Coif­feu­re der Hots­pot?

Kann man nicht mehr sa­gen. Frü­her war es Lon­don und Pa­ris. Heu­te holst du dir dei­ne In­spi­ra­ti­on über­all.

Ge­hört Asi­en auch hier die Zu­kunft?

Das kann ich mir nicht vor­stel­len. Noch kom­men sie zur In­spi­ra­ti­on oder zum Ko­pie­ren nach Eu­ro­pa oder Ame­ri­ka. Das asia­ti­sche Haar ist viel schwie­ri­ger, da ste­cken­ge­ra­de, gla­sig und dun­kel, des­halb dau­er­wel­len und fär­ben sie wie ver­rückt.

Was ist der nächs­te Fri­su­ren­trend?

Es gibt kei­ne Trends mehr, nur noch Va­ria­tio­nen. Die For­men, die sich von den Zwan­zi­ger­jah­ren bis in die Neun­zi­ger ent­wi­ckelt ha­ben, sind jetzt al­le aus­ge­schöpft. Ich war in den spä­ten 1960er-jah­ren in Lon­don bei Sas­so­on und ha­be dreis­sig Jah­re spä­ter die fast iden­ti­sche Show ge­se­hen: Da wuss­te ich, jetzt ha­ben wir al­les ge­se­hen, al­le Sti­le sind ein­mal durch. Es gibt kei­ne neu­en For­men mehr, nur noch wech­seln­de Far­ben, Po­ny mal kurz oder lang, ge­franst oder strai­ght, eher ge­lockt oder ge­ra­de. Das hat mich ir­gend­wie sehr trau­rig ge­macht.

Soll man sei­nem Coif­feur beich­ten, dass man letz­tes Mal bei ei­nem an­de­ren war, oder soll­te man das doch lie­ber sein las­sen?

Kann man, aber muss man nicht, ich se­he es ja so­wie­so, wenns nicht mehr mein Schnitt ist. Aber Fremd­ge­hen ge­hört da­zu, ich ver­ste­he das, manch­mal musst du zu ei­nem an­de­ren, der sieht dich ja auch an­ders. Schön ists, wenn die Kun­den zu­rück­kom­men!

«Es gibt kei­ne neu­en For­men mehr. Das hat mich ir­gend­wie sehr trau­rig ge­macht.»

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