ST. MO­RITZ

Das Magazin - - Blick Von Aus Sen -

Be­we­gung am Ran­de des Ge­sichts­felds be­mer­ken wir schnell. Selbst wenn wir ei­nen sta­ti­schen Punkt di­rekt vor uns fi­xie­ren, neh­men wir an der Pe­ri­phe­rie Din­ge wahr. Wenn aber der pe­ri­phe­re Reiz kon­stant bleibt, lässt sei­ne Wir­kung bald nach, und er wird un­sicht­bar. Die­ser Vor­gang, der so­ge­nann­te Trox­ler-ef­fekt, lässt sich leicht nach­wei­sen und ist be­nannt nach sei­nem Ent­de­cker Ignaz Paul Vi­tal Trox­ler, der 1780 in der Schweiz zur Welt kam. Neh­men wir mal an, der Trox­lerEf­fekt gäl­te ana­log für das po­li­ti­sche Den­ken. Be­we­gung am Rand ist nicht ge­nug. Al­les Re­gel­mäs­si­ge wird un­sicht­bar. Du un­ter­nimmst noch mehr, weichst ab von der Re­gel, um sicht­bar zu blei­ben. Trox­ler war Arzt, Neu­ro­psy­cho­lo­ge, aber auch Po­li­ti­ker. Er spiel­te ei­ne füh­ren­de Rol­le bei der Ver­ab­schie­dung der frei­heit­li­chen Bun­des­ver­fas­sung im Jahr 1848, die stark von der Ver­fas­sung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka und ih­rer Gleich­heits­rhe­to­rik ge­prägt war. Die Neu­ro­nen des vi­su­el­len Sys­tems pas­sen sich an den Reiz an und rich­ten die Auf­merk­sam­keit auf an­de­res.

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