I  MAR IE WINTELER

Das Magazin - - Contents - FINN CANONICA

War­um wir lie­ben, ist nicht ganz klar, denn Kin­der zeu­gen kön­nen wir ja auch oh­ne die­ses gros­se Ge­fühl. Wir wol­len of­fen­bar doch mehr als die blos­se Ver­meh­rung, al­so scheu­en wir kei­nen Auf­wand, wenn es dar­um geht, die Idee des ab­so­lu­ten Glücks in die Per­son ei­nes an­de­ren­men­schen zu le­gen. Wir las­sen uns al­le im­mer wie­der dar­auf ein, viel­leicht auch des­halb, weil die Welt­li­te­ra­tur und prak­tisch al­le Fil­me da­von er­zäh­len. Es gibt fast nichts, was mehr ans Herz geht oder zu Trä­nen rührt als die Ge­schich­te zwei­er Lie­ben­der, die sich ge­fun­den ha­ben. Von be­son­de­rer Be­deu­tung ist da­bei im­mer der ers­te An­blick, Goe­thes Wer­t­her, der emp­find­sams­te Men­schen al­ler Zei­ten, schreibt an sei­nen Freund Wil­helm, nach­dem er Lot­te zum ers­ten Mal ge­se­hen hat, im Kreis ih­rer lie­ben Ge­schwis­ter, er ha­be ei­nen «En­gel ge­se­hen». Um dann, be­reits et­was er­nüch­tert, hin­zu­zu­fü­gen, dass das doch je­der von der Sei­ni­gen sa­ge. Auf der Stel­le ver­liebt war auch der jun­ge Mann, über den Ma­thi­as Plüss in die­sem Heft schreibt (Sei­te 22). Ne­ben ei­ner an­de­ren Be­ga­bung je­den­falls zeig­te die­ser auch in der Spra­che der Lie­be gros­ses Ta­lent. Die Iko­ne für sei­ne Ge­füh­le hiess Ma­rie Winteler. Der Lie­ben­de, des­sen Brie­fe an sie jetzt auf­ge­taucht sind, war Al­bert Ein­stein.

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