Do­nald Trump – das In­ter­view. Klu­ge Fra­gen oh­ne Ant­wor­ten.

Das Magazin - - Contents - Von Sven MICHAELSEN

Wenn Ih­re Fri­sur ein Satz wä­re, wie wür­de er lau­ten?

Ha­ben Sie bei der Wahl Ih­rer Fri­sur an die Ten­denz der Ge­schich­te ge­dacht, sich vor al­lem der Men­schen zu er­in­nern, die neue Fri­su­ren er­fan­den – et­wa Ju­li­us Cä­sar, Al­bert Ein­stein, Ma­ri­lyn Mon­roe, Adolf Hit­ler und die Beat­les?

Sind Sie ins­ge­heim da­von über­zeugt, dass Gott die Ar­men nicht lei­den kann?

War­um sind die Rei­chen im All­ge­mei­nen so trau­rig? Dass reich sein häss­lich macht, ist kei­ne mo­ra­li­sche Er­fah­rung, son­dern ei­ne äs­the­ti­sche. Wo­her rüh­ren die Frat­zen der Rei­chen?

Je mehr du hast, des­to we­ni­ger kannst du noch krie­gen: Ist das der Fluch der Rei­chen? Wie vie­le Ih­rer Freund­schaf­ten sind durch Geld zer­bro­chen?

Mei­nen Sie wie vie­le Rei­che, Geld kor­rum­pie­re nur je­ne, die kei­nes ha­ben? An­ge­nom­men, Sie wer­den ent­führt. Was wä­re Ih­rer Mei­nung nach ei­ne ver­nünf­ti­ge Lö­se­geld­sum­me? Wä­ren Sie wü­ten­der, wenn Ih­re Frau Sie be­trügt oder wenn sie Ihr Ver­mö­gen an der Bör­se ver­spe­ku­liert? Wä­re die Welt ge­rech­ter: Zähl­ten Sie zu den Ver­lie­rern?

Miss­trau­en Sie de­nen, die Ih­nen zu sehr ver­trau­en? Ma­chen nur Men­schen mit ho­hem Blut­druck Ge­schich­te? Wür­de Ru­he Sie zer­stö­ren?

Wor­um be­nei­den Sie die Er­folg­lo­sen? Der Box­cham­pi­on Mi­ke Ty­son sag­te ein­mal: «Ich ha­be kein Selbst­be­wusst­sein, aber das gröss­te Ego der Welt.» Er­ken­nen Sie sich in die­sem Satz wie­der? Es ge­hört zu den frü­hes­ten Sehn­suchts­vor­stel­lun­gen ei­nes Kin­des, dass al­le es ken­nen sol­len. Macht des­halb der Wunsch nach Ruhm so kin­disch? Was ist Ih­re be­vor­zug­te Ein­schlaf­fan­ta­sie? Wer sind Sie in Ih­ren Träu­men?

Gibt es Grös­se oh­ne Grös­sen­wahn?

In­ter­es­san­tes In­nen­le­ben und hand­lungs­rei­ches Le­ben: Geht nur ei­nes von bei­den? Die Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Mar­ga­re­te Mit­scher­lich sag­te ein­mal: «Zu lie­ben ist schö­ner, als ge­liebt zu wer­den. Wer das nicht spürt, hat ein the­ra­pie­be­dürf­ti­ges Pro­blem.» Müs­sen Sie zum The­ra­peu­ten? Ha­ben Sie aus frü­he­ren Feh­lern le­dig­lich ge­lernt, die spä­te­ren zu ver­tu­schen? Ist Bös­ar­tig­keit die Ra­che da­für, dass man nicht kann oder nicht darf ? Wä­ren Sie ver­lo­ren, wenn al­le Sie be­han­del­ten, wie Sie al­le be­han­deln?

Ken­nen Sie je­man­den, der von Ih­nen denkt, wie Sie über sich den­ken? Ist Rea­li­tät Ih­rer Mei­nung nach et­was für Men­schen, die mit dem In­ter­net nicht zu­recht­kom­men? Ist Ar­ro­ganz das Selbst­be­wusst­sein des Min­der­wer­tig­keits­kom­ple­xes?

Der rus­si­sche Schrift­stel­ler Ni­ko­lai Was­sil­je­witsch Go­gol stell­te sich hin und wie­der vor ei­nen Spie­gel und rief mit dem Aus­druck von Ab­scheu und Ent­frem­dung sei­nen ei­ge­nen Na­men. Ken­nen Sie die­sen Im­puls?

Wann ha­ben Sie sich zu­letzt vor sich selbst ge­schämt? Wann ha­ben Sie zu­letzt ge­dacht: Ich bin glück­lich, jetzt, in die­sem Mo­ment? Brau­chen Sie für Ihr Glück das Un­glück an­de­rer, be­son­ders das Ih­rer Freun­de? Wann sind Sie ehr­li­cher: wenn Sie in sich hin­ein­la­chen oder aus sich her­aus? Kön­nen Sie mit­la­chen, wenn über Sie ge­lacht wird? Kön­nen Sie sich sel­ber par­odie­ren? Die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten lies­sen al­le Zir­kus­af­fen tö­ten, de­nen man bei­ge­bracht hat­te, den Arm zum Hit­ler­gruss zu he­ben. Ist die Angst vor Lä­cher­lich­keit Ihr wun­des­ter Punkt?

Ist, wer sich scheut, lä­cher­lich zu sein, auf ei­ne un­an­ge­neh­me Wei­se lä­cher­lich?

Soll­te man Men­schen nicht nach ih­ren Mei­nun­gen be­ur­tei­len, son­dern nach dem, was die­se Mei­nun­gen aus ih­nen ge­macht ha­ben? Füh­len Sie sich an­de­ren am nächs­ten, wenn Sie über sich selbst spre­chen? Schla­fen Sie mit ge­ball­ten Fäus­ten? Wem woll­ten Sie zu­letzt ins Ge­sicht schla­gen? Bis­marck schrieb in sein Ta­ge­buch: «Ha­be die gan­ze Nacht durch­ge­hasst.» Wie vie­le sol­cher Näch­te ken­nen Sie?

Von wel­cher Krän­kung spü­ren Sie, dass sie un­über­wind­bar ist?

In wel­cher Rol­le sind Sie am meis­ten Sie selbst? Spü­ren Sie noch, dass Sie mor­gens die Rüs­tung ei­nes Er­wach­se­nen an­le­gen, oder ist das Kind in Ih­nen tot? Ist je­de Mas­ke­ra­de auch ei­ne De­mas­kie­rung, und ver­rät die Mas­ke mehr über ei­nen Men­schen als sein Ge­sicht? Was, wenn man die Mas­ke plötz­lich als Ge­sichts­haut spürt? Sind nur un­si­che­re Men­schen gross­mäu­lig? Manch­mal lus­tig, aber nie fröh­lich: Be­schreibt Sie das? Ist die heim­li­che Lie­be der Un­glück­li­chen zum spek­ta­ku­lä­ren Un­ter­gang das dun­kels­te Agens mo­der­ner Mas­sen­po­li­tik? Wer sind Sie, wenn Sie mit sich al­lein sind? Denkt, wer lügt, über die Wahr­heit nach? Wä­ren Sie lie­ber in Ein­zel­haft, oder wür­den Sie es vor­zie­hen, ei­ne Ge­fäng­nis­zel­le le­bens­läng­lich mit an­de­ren zu tei­len? Möch­ten Sie Ihr Freund sein? Brau­chen Sie Fein­de, weil Sie kei­ne Freun­de ha­ben? Was blie­be für Ih­re Nächs­ten üb­rig, wür­den Sie nach dem Bi­bel­wort le­ben: «Lie­be dei­nen Nächs­ten wie dich selbst»? «Der Ruhm hat kei­ne weis­sen Flü­gel», stell­te Balz­ac ein­mal fest. Muss man Ih­rer Mei­nung nach wil­lens sein, sich mit Ruhm zu be­kle­ckern, um Ruhm zu er­lan­gen? An­ge­nom­men, es er­scheint ei­ne wahr­heits­ge­treue Bio­gra­fie über Sie: Emp­feh­len Sie das Buch? Glau­ben Sie, dass es ei­nen Men­schen gibt, der, wenn er al­les über Sie wüss­te, mit Ih­nen le­ben woll­te? Oder könn­te? Wel­cher Schau­spie­ler soll Sie in der Ver­fil­mung Ih­res Le­bens spie­len? Wor­über ha­ben Sie zu­letzt ge­weint?

Der Mo­de­de­si­gner Tom Ford sag­te ein­mal: «Je­der Mann soll­te den Kopf sen­ken und sich die Fra­ge stel­len: ‹ Möch­te ich, dass ei­ne Frau mit mei­nen Ze­hen­nä­geln zu mir ins Bett steigt?› Be­ant­wor­ten Sie die­se Fra­ge mit Ja oder Nein?

Mö­gen Kin­der Sie?

Ador­no mein­te, «dass un­se­re Phan­ta­sie ge­ra­de von je­nen ent­flammt wird, de­nen Phan­ta­sie ab­geht». Be­schreibt das Ih­ren Frau­en­geschmack? Ge­hö­ren Sie zu der Sor­te Män­ner, die Frau­en auf ei­nen So­ckel he­ben, da­mit sie ih­nen nicht dau­ernd im Weg ste­hen? Mar­tin Wal­ser schrieb ein­mal: «Schön, wenn man beim Fi­cken zu zweit ist.» Wie oft ha­ben Sie die­ses Ge­fühl?

Will ein Mann von ei­ner Frau nicht Lie­be, son­dern Kraft?

Ist die Mut­ter der Aus­schwei­fung die Freu­de oder die Freud­lo­sig­keit? Mei­nen Sie, man müs­se bei Frau­en Angst ver­brei­ten, um ihr Be­geh­ren zu we­cken? Bes­ser um Ver­ge­bung bit­ten als um Er­laub­nis, heisst ei­ne ame­ri­ka­ni­sche Er­folgs­de­vi­se. In du­bio pro Li­bi­do? Als man die Hol­ly­wood-schau­spie­le­rin An­gie Di­ck­in­son frag­te, wie es war, mit John F. Ken­ne­dy zu schla­fen, ant­wor­te­te sie: «Es wa­ren die auf­re­gends­ten sie­ben Mi­nu­ten mei­nes Le­bens.» Wie lan­ge dau­ert es, mit Ih­nen Sex zu ha­ben? The big­ger they co­me, the har­der they fall, heisst es an der Wall Street. Ha­ben Sie ei­ne Ah­nung, wie es mit Ih­nen zu En­de ge­hen wird? Wenn Sie beim Ab­schied von der Er­de et­was mit­neh­men könn­ten, was wä­re das?

Wie gross ist Ihr Be­dürf­nis nach ei­nem Jen­seits? Soll­te es ihn ge­ben: Be­straft Gott Träu­me, in de­nen er nicht vor­kommt? Be­vor Sie ster­ben, dür­fen Sie noch ein ein­zi­ges Mal te­le­fo­nie­ren: Wen ru­fen Sie an? Wel­che Hand wird Ih­re Au­gen schlies­sen?

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