Hans ul­rich obrist

Das Magazin - - N° 34 — 25. August 2018 - Ge­sprächa­dri­an SCHRÄDER

Lob der Lang­sam­keit

Frau War­wick, für vie­le ist Ih­re Stim­me ei­ne der bes­ten über­haupt. Wen hal­ten Sie für gross­ar­tig?

Ich keh­re im­mer wie­der zu John­ny Ma­this und Gla­dys Knight zu­rück – und zu mei­nen bra­si­lia­ni­schen Freun­den Gal Cos­ta und Chi­co Buar­que. Ich lie­be ih­re Stim­men wie die Bot­schaf­ten ih­rer Mu­sik.

Hö­ren Sie zeit­ge­nös­si­sche Mu­sik?

Ich glau­be, die Mu­sik von heu­te ist nicht für mei­ne Oh­ren ge­macht, son­dern für die der jun­gen Leu­te. Ich ha­be mei­nen Ge­schmack – und der än­dert sich wohl in den nächs­ten zehn, zwan­zig Jah­ren nicht mehr.

Ha­ben Sie ei­nen Lieb­lings­song­wri­ter?

Das wa­ren und wer­den für im­mer Burt Ba­cha­rach und Hal Da­vid sein. Sie sind seit fast sech­zig Jah­ren ak­tu­ell.

Ba­cha­rach hat Sie 1962 ent­deckt. Wis­sen Sie, was er in Ih­nen sah?

Er er­kann­te mei­ne Mu­si­ka­li­tät, glau­be ich. Aus­ser­dem konn­te ich da­mals schon sehr gut No­ten le­sen.

Vie­le Ih­rer er­folg­rei­chen Songs sind Ih­nen von den bei­den auf den Leib ge­schrie­ben wor­den. Kön­nen Sie sich an­de­re In­ter­pre­ta­tio­nen an­hö­ren?

Si­cher. Je­der in­ter­pre­tiert ei­nen Song an­ders, je­der gibt ihm sei­ne ei­ge­ne No­te. Ich hof­fe aber schwer, dass an­de­re In­ter­pre­ten nicht ver­su­chen, mich zu imi­tie­ren. Das er­gä­be kei­nen Sinn. Sie müs­sen sie selbst sein. Di­on­ne War­wick, 77, ist, nach Are­tha Fran­klin, die gröss­te Sän­ge­rin in der Ge­schich­te der ame­ri­ka­ni­schen Bill­board-charts. Am 12. Sep­tem­ber tritt sie in Zü­rich auf. Nächs­te Wo­che er­zählt sie, wo sie am liebs­ten ist.

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