DAS DOGMA DES GAST­GE­BERS: GROSSZÜGIGKEIT

Das Magazin - - Mittagessen -

Grosszügigkeit ist ei­ne no­ble Ei­gen­schaft des Gast­ge­bers, wo­bei: Das reicht ei­gent­lich gar nicht. Wer Gäs­te ein­lädt, muss für al­le Fäl­le ge­wapp­net sein. Zum Bei­spiel da­für, dass je­mand mehr isst, als man sich das beim bes­ten Wil­len vor­stel­len konn­te. Faust­re­gel: Min­des­tens für ei­ne Per­son mehr ko­chen, als man ein­ge­la­den hat. Wenn et­was üb­rig bleibt, freut man sich am nächs­ten Tag auf die Res­te. Wenn al­les auf­ge­ges­sen wird, hat man als Gast­ge­ber al­les rich­tig ge­macht. Nur wenn es zu we­nig war, hat der Gast­ge­ber ei­nen Feh­ler ge­macht, und kei­nen klei­nen.

Gilt ge­nau­so für die vor­be­rei­te­ten Ge­trän­ke. Selbst wenn die Gast­ge­ber kein ge­stei­ger­tes In­ter­es­se an Wein oder spru­deln­den Ge­trän­ken ha­ben, soll­ten sie dar­auf vor­be­rei­tet sein, dass das nicht für al­le Gäs­te gilt. Wenn Sie zu je­dem Gang ein spe­zi­el­les Ge­tränk aus­ge­sucht und vor­be­rei­tet ha­ben, ach­ten Sie dar­auf, dass nicht nur ei­ne Fla­sche da­von vor­han­den ist. Wenn Sie – was mir per­sön­lich sehr sym­pa­thisch ist – mit ei­nem Wein das gan­ze Es­sen be­glei­ten, dann be­rei­ten Sie mehr Fla­schen vor, als Sie noch so gross­zü­gig kal­ku­liert ha­ben. Nichts hin­ter­lässt bei Ih­ren Gäs­ten ei­nen blei­ben­de­ren Ein­druck als das Ge­fühl, zu we­nig be­kom­men zu ha­ben.

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