per­son ort Ding Pat­ti Bas­lers Lieb­lings­mensch

Das Magazin - - N° 42 — 20. Oktober 2018 - Ge­spräch MI­KA­EL KRO­GE­RUS

Pat­ti Bas­ler, ha­ben Sie ei­ne li­te­ra­ri­sche Lieb­lings­per­son?

Un­se­re miss­ver­stan­de­ne Na­tio­nal­fi­gur, Hei­di.

Das Na­tur­mäd­chen mit den gros­sen Au­gen und dem rei­nen Her­zen?

Es war das dicks­te Buch im Re­gal. Ich woll­te nie, dass die Ge­schich­te zu En­de geht, und ha­be sie des­halb im­mer wie­der von neu­em ge­le­sen.

Was ge­fiel Ih­nen an Hei­di?

Das Wai­sen­kind-nar­ra­tiv: Man muss im tie­fen Tal ster­ben – al­so nach Deutsch­land ge­hen –, um auf­zu­er­ste­hen. Dort wur­de Hei­di al­pha­be­ti­siert, dort fand sie zu Gott. Ei­ne Be­keh­rungs­ge­schich­te.

Aber es ist ei­ne rück­wärts­ge­wand­te Er­zäh­lung. Ist Pat­ti Bas­ler, die freie Ra­di­ka­le un­ter den Schwei­zer Ka­ba­ret­tis­tin­nen, im Her­zen CVP?

Nein, ich bin ei­ne su­per­fe­mi­nis­ti­sche, de­zi­diert ka­tho­li­sche At­he­is­tin, aber es bitz­li spy­ri-tu­ell, denn Jo­han­na Spy­ri war selbst­be­wusst für ih­re Zeit, ver­dien­te ihr ei­ge­nes Geld. Ihr Buch hat zwei ganz prag­ma­ti­sche Bot­schaf­ten: 1. Füh­re nur die Kämp­fe, die sich loh­nen, und ak­zep­tie­re, was du nicht än­dern kannst. 2. Ent­wick­le Mit­ge­fühl mit an­de­ren Ge­sell­schafts­schich­ten.

Eig­net sich das Buch für heu­ti­ge Kin­der?

Man müss­te es, wie vie­le his­to­ri­sche Ro­ma­ne, kom­men­tiert vor­le­sen: Die­ses all­zu Fa­ta­lis­ti­sche – al­so dass man auch Un­recht hin­neh­men soll, denn Gott wird al­les rich­ten –, das kann man heu­te weg­las­sen.

Pat­ti Bas­ler ist die der­zeit se­hens­wer­tes­te Schwei­zer Ka­ba­ret­tis­tin. Auf­trit­te: pat­ti­bas­ler.ch

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.