WAS IST EI­NE FA­MI­LIE?

Das Magazin - - Contents - Finn Ca­no­ni­ca

Fa­mi­li­en­le­ben ist ein Rol­len­spiel, bei dem man sich sei­ne Rol­le nicht aus­wäh­len kann. Man wird als Toch­ter oder Sohn ge­bo­ren, wech­selt dann viel­leicht mal zu ei­nem schwie­ri­ge­ren Part, der heisst dann Mut­ter oder Va­ter, aber ab­le­gen kann man kei­ne die­ser Rol­len. Für die­ses Heft hat sich der nie­der­län­di­sche Schrift­stel­ler Ar­non Grün­berg et­was Aus­ser­ge­wöhn­li­ches aus­ge­dacht: Er woll­te un­be­dingt ein­mal Va­ter auf Zeit spie­len, al­so ist er selbst auf Fa­mi­li­en zu­ge­gan­gen mit dem An­ge­bot, als Er­satz­va­ter zu wir­ken. Sein Text ist des­halb in­ter­es­sant, weil die Dis­tanz der nicht­bio­lo­gi­schen Va­ter­schaft es ihm bes­ser er­mög­licht, so­zu­sa­gen im Feld­ver­such dar­über nach­zu­den­ken, was ei­ne Fa­mi­lie im Kern aus­macht. Tol­stois viel zi­tier­ter Satz aus «An­na Ka­reni­na», wo­nach al­le glück­li­chen Fa­mi­li­en ein­an­der glei­chen, die un­glück­li­chen je­doch al­le auf ih­re ei­ge­ne Wei­se un­glück­lich sind, stimmt na­tür­lich nicht: Selbst im Glück ist je­de Fa­mi­lie ab­so­lut ein­zig­ar­tig (Sei­te 16).

Er­freu­li­che Mit­tei­lung in ei­ge­ner Sa­che: «Ma­ga­zin»­re­dak­to­rin Pau­la Scheidt wur­de mit dem re­al21-me­di­en­preis aus­ge­zeich­net. Sie er­hält den Preis für ih­ren Text «Krieg oder Frie­den?» (Nr. 5/18) über ei­ne von ei­ner Frau ge­lei­te­te Kor­an­schu­le in In­do­ne­si­en. Wir gra­tu­lie­ren!

Sei­te 10

Igor Le­vit, an der Welt ver­zwei­feln­der Vir­tuo­se, bei der Ar­beit.

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