MA­DE IN SWIT­Z­ER­LAND

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Mat­ter­horn, Ro­lex, Ro­ger Fe­de­rer, Fi­fa wer­den welt­weit mit der Schweiz as­so­zi­iert. Es sind so­ge­nann­te Brands. Und doch fällt ei­ner der Be­grif­fe aus dem Rah­men. Wäh­rend die drei ers­ten durch­weg po­si­tiv be­setzt sind – sie ste­hen für Na­tur­schön­heit, Qua­li­tät und Klas­se –, sorgt der Welt­fuss­ball­ver­band Fi­fa mehr­heit­lich für ne­ga­ti­ve Schlag­zei­len. Be­stech­li­che Funk­tio­nä­re, In­trans­pa­renz bei der Ver­ga­be von Wm-tur­nie­ren, du­bio­se Hin­ter­män­ner und ob­szö­ne Geld­gier, lau­ten ei­ni­ge der Vor­wür­fe.

All das ist schlecht fürs Image der Schweiz, aber auch scha­de für den Fussball. Für Mil­lio­nen von Men­schen ist Fussball näm­lich das Schöns­te und Auf­re­gends­te, was es gibt. Ge­ne­ra­tio­nen ver­dan­ken ihm ei­ni­ge der prä­gends­ten Kind­heits­er­in­ne­run­gen und im Er­wach­se­nen­al­ter Mo­men­te kol­lek­ti­ver Glück­se­lig­keit. Der neue Fi­fa-prä­si­dent Gi­an­ni In­fan­ti­no – ein Wal­li­ser wie sein Vor­gän­ger Jo­seph Blat­ter – ist vor gut zwei Jah­ren an­ge­tre­ten, dem Welt­ver­band, und so­mit dem Fussball, et­was von sei­ner Un­schuld zu­rück­zu­ge­ben, Mass­lo­sig­keit, Pro­fit­fi­xiert­heit und po­li­ti­sche Mi­sche­lei­en ein­zu­däm­men.

Ge­lingt ihm das? Zwei­fel sind an­ge­bracht. Ein in­ter­na­tio­na­les Netz­werk in­ves­ti­ga­ti­ver Jour­na­lis­ten, dem auch drei Re­por­ter des «Ta­ges-an­zei­gers» an­ge­hö­ren, ist über die On­li­neplatt­form «Foot­ball Leaks» an ver­trau­li­che E-mails, Do­ku­men­te und Ver­trä­ge aus dem In­ners­ten der Fi­fa ge­langt. Was sie ge­fun­den ha­ben, deu­tet nicht dar­auf hin, dass sich bei der Or­ga­ni­sa­ti­on mit Sitz in Zü­rich vie­les zum Bes­se­ren wen­det (Sei­te 10). Be­son­ders be­denk­lich mu­tet der Flirt mit Ex­po­nen­ten des sau­di­schen Re­gimes an – ein Re­gime, das nicht nur mut­mass­lich Jour­na­lis­ten um­brin­gen lässt, son­dern, von der Welt­öf­fent­lich­keit kaum be­ach­tet, der­zeit auch für den dro­hen­den Hun­ger­tod Hun­dert­tau­sen­der Kin­der im Je­men mit­ver­ant­wort­lich ist.

Bru­no Zi­aud­din

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