PER­SON ORT DING

Das Magazin - - Hans Ulrich Obrist Melanie Winiger -

Me­la­nie Wi­ni­ger, wer ist Ihr Lieb­lings­mensch?

Keith Richards! Schon durch In­ter­views und Fil­me, und ich weiss nicht, wie oft ich ihn im Kon­zert er­lebt ha­be.

Was be­geis­tert Sie so an ihm?

Er ist mein Vor­bild und To­tem: ei­ner der we­ni­gen in der Öf­fent­lich­keit, die sich selbst treu ge­blie­ben sind und nicht nur sa­gen, was die Leu­te hö­ren wol­len. Es geht dar­um, dei­ne Mei­nung zu ver­tre­ten, egal, was an­de­re draus ma­chen. Ich glau­be, sonst ris­kiert man, sich selbst zu ver­lie­ren.

Ist das Ihr Le­bens­ziel: sich nicht selbst ver­leug­nen?

Auf je­den Fall, und das ist schwie­ri­ger denn je. Da­für braucht je­der Mut.

Und Richards als Mu­si­ker?

Sei­ne Mu­sik be­rührt mich to­tal. Mein Pa­pa war schon Sto­nes-fan – im Hip­pie­bus mit mei­nen El­tern auf dem Weg in die Fe­ri­en die Sto­nes zu hö­ren, das ge­hört zu mei­ner Kind­heit.

Ha­ben Sie ihn mal ge­trof­fen?

Noch nicht! Aber ich wür­de ihm so gern sa­gen, wie oft er mich, wenn ich mich ver­lo­ren fühl­te, er­mu­tigt hat: Hör auf dich zu be­mit­lei­den, reiss dich zu­sam­men, mach wei­ter!

Vi­el­leicht wä­ren Sie ent­täuscht?

Das ist mir bei Bon Jo­vi pas­siert. Aber bei Richards sa­gen al­le, die ihn ken­nen ge­lernt ha­ben, er sei ei­ne gei­le Sau – und ein gu­ter Mensch.

Ver­steht Ihr Sohn Sie?

Er fin­det mei­ne Be­geis­te­rung cool, teilt sie aber nicht.

Me­la­nie Wi­ni­ger, 39, ist Co-pro­du­zen­tin des gross­ar­ti­gen Dok­films «#Fe­ma­le Plea­su­re», der am 15. No­vem­ber in den Ki­nos an­läuft.

GESPRÄCHANUSCHKA ROSHANI

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