Zü­richs Bun­ker.

Ge­ne­ral Gui­san woll­te Zü­rich op­fern, um die Wehr­macht ab­zu­weh­ren. Die Aus­stel­lung «111 Bun­ker. Ent­de­cke das ver­bor­ge­ne Zü­rich» zeigt die To­tal­mi­li­ta­ri­sie­rung der Stadt.

Das Magazin - - N° 48 — 1. Dezember 2018 - Von no­ël Fäh und Do­me­nic schmid

Stan­den Sie je­mals im Schuss­feld ei­nes Bun­kers oder sind über ein mi­li­tä­ri­sches Spren­g­ob­jekt ge­lau­fen? Wenn Sie schon mal in Zü­rich wa­ren, ist das wahr­schein­lich der Fall – auch wenn Sie es zu je­nem Zeit­punkt nicht wuss­ten.

An­ge­fan­gen hat al­les mit dem «Ope­ra­ti­ons­be­fehl Nr. 2» am 4. Ok­to­ber 1939. Die­ser ord­ne­te die mi­li­tä­ri­sche Be­fes­ti­gung ei­ner Front­li­nie an, von der öst­li­chen Lan­des­gren­ze bei Sar­gans mit­ten durch Zü­rich bis hin zur west­li­chen Gren­ze in der Nä­he von Ba­sel. Da­für ver­ant­wort­lich war Hen­ri Gui­san, der bis heu­te letz­te Ge­ne­ral der Schweiz. Ei­ne Ent­schei­dung, die im so­ge­nann­ten Fall Nord – ei­nem An­griff der deut­schen Wehr­macht – wohl zur kom­plet­ten Zer­stö­rung von Zü­rich ge­führt hät­te. Gui­san schweb­te fol­gen­de Zürcher Stadt­ku­lis­se als Emp­fang für ei­ne ein­fal­len­de Ar­mee vor:

«Rui­nen, ei­nen enor­men Block, ei­nen dicht zu­sam­men­ge­kne­te­ten Ku­chen von Rui­nen, das gan­ze Ufer ent­lang, kei­ne Fas­sa­den, kei­ne Kir­chen, kei­ne Bäu­me mehr, ein ein­zi­ges Trüm­mer­feld, ei­ne Mond­land­schaft [...], al­le die en­gen Stras­sen und Gas­sen ver­stopft vom Schutt der ein­ge­stürz­ten Ge­bäu­de, al­le Brü­cken zer­stört [...] Ei­ne Stadt, ei­ne Stadt­rui­ne, die sich hält, ver­tei­digt, nicht ka­pi­tu­liert [...]»

Trotz die­ser an­schau­lich for­mu­lier­ten Wi­der­stands­ro­man­tik wur­de der Ent­scheid, Zü­rich in ein po­ten­zi­el­les Schlacht­feld zu ver­wan­deln, nicht

BUN­KER A4858 im Pfei­ler des Via­dukts Nach der Spren­gung al­ler Stadt­brü­cken soll­te die Lim­mat ei­ne un­pas­sier­ba­re Pan­zer­sper­re bil­den.

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