per­son ort Ding Ma­ri­an­ne Faith­fulls Lieb­lings­ort

Das Magazin - - N° 48 — 1. Dezember 2018 - Ma­ri­an­ne FAITH­FULL

Ma­dame Faith­full, wenn Sie ei­nen Lieb­lings­ort wäh­len müss­ten, wel­cher wä­re das? Das ist ein­fach: das Hier und Jetzt. «Hier», das ist Ih­re Woh­nung auf dem Bou­le­vard du Mont­par­nas­se in Pa­ris, zwi­schen den Ca­fés La Cou­po­le und La Clo­se­rie des Li­las. Zwei my­thi­sche Or­te der Avant­gar­de. Hier traf man Gi­a­co­met­ti und Mo­diglia­ni …

… und Pi­cas­so! Ein paar Me­ter von hier liegt die Place Pa­blo-pi­cas­so. Es kann sein, dass ich das Vier­tel des­halb ge­wählt ha­be. We­gen der Ge­schich­te. Al­so der Ver­gan­gen­heit. Aber Sie spre­chen ja auch vom Jetzt. Was ist jetzt gera­de be­son­ders gut? Kör­per­lich geht es mir, wie Sie se­hen kön­nen, nicht gut, ich ha­be star­ke Schmer­zen und muss bald an der Schul­ter ope­riert wer­den. Aber ich ha­be auch gera­de ei­ne neue Plat­te her­aus­ge­bracht, und ich glau­be, «Ne­ga­ti­ve Ca­pa­bi­li­ty» ist das bes­te Al­bum, das ich je ge­macht ha­be. Das stimmt. Woran liegt das, Ih­rer Mei­nung nach?

Wahr­schein­lich weil ich dar­in viel von mir preis­ge­be. Als ich mir vor zwei Jah­ren den Rü­cken brach, konn­te ich ei­ne Zeit lang nur im Bett lie­gen. Ich be­gann, Songs zu schrei­ben. Ich ana­ly­sie­re mich nicht so gern, aber ir­gend­wie hat­te ich erst­mals in mei­nem Le­ben nicht mehr das Ge­fühl, mich ver­ste­cken zu müs­sen. Mir war zum ers­ten Mal egal, was die Leu­te über mich den­ken.

Ma­ri­an­ne Faith­full, 71, Mut­ter der Rock­mu­sik, Ex von Mick Jag­ger, hat ein neu­es, wun­der­ba­res Al­bum ver­öf­fent­licht: «Ne­ga­ti­ve Ca­pa­bi­li­ty».

GESPRÄCHANNABELLE HIRSCH

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