Be­schwer­de ge­gen Ab­stim­mungs­text

Der Bund - - SCHWEIZ -

Der Bun­des­rat lehnt die Voll­geld-in­itia­ti­ve, über die am 10. Ju­ni ab­ge­stimmt wird, ab. Vor den Me­di­en in Bern warn­te Fi­nanz­mi­nis­ter Ue­li Mau­rer ges­tern vor ei­nem ris­kan­ten und vor al­lem un­nö­ti­gen Ex­pe­ri­ment. Das Finanzsyst­em funk­tio­nie­re, die Leh­ren aus der letz­ten Fi­nanz­kri­se sei­en ge­zo­gen, sag­te er. Die In­itia­ti­ve «Für kri­sen­si­che­res Geld: Geld­schöp­fung al­lein durch die Na­tio­nal­bank!» war 2014 vor dem Hin­ter­grund der Fi­nanz­kri­se und der Ubs-ret­tung lan­ciert wor­den. Sie will er­rei­chen, dass das Bank­no­ten-mo­no­pol der Na­tio­nal­bank (SNB) auf Buch­geld aus­ge­dehnt wird. Die­ses macht rund 90 Pro­zent des vor­han­de­nen Gel­des aus und wird durch die Ge­schäfts­ban­ken ge­schaf­fen, et­wa bei der Ver­ga­be von Kre­di­ten. Künf­tig soll nur noch die SNB neu­es Geld schaf­fen dür­fen. Die­ses wür­de sie den Ban­ken ver­lei­hen oder «schuld­frei» an Bund, Kan­to­ne oder Bür­ger ver­tei­len.

Die Initi­an­ten glau­ben, dass die­ses Sys­tem zu mehr Si­cher­heit und Sta­bi­li­tät füh­ren wür­de. Al­ler­dings sind sie nicht da­mit zu­frie­den, wie ihr An­lie­gen im Ab­stim­mungs­büch­lein be­schrie­ben ist; es ent­hal­te «gro­be Feh­ler», schrei­ben sie in ei­ner Mit­tei­lung. Das Geld­sys­tem sei falsch dar­ge­stellt und las­se wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen weg. Auch die Ein­lei­tung sei feh­ler­haft, zu­dem ent­hal­te das Büch­lein fal­sche Zah­len. Die Initi­an­ten pla­nen des­halb, noch die­se Wo­che ei­ne Be­schwer­de «auf­grund feh­ler­haf­ter An­ga­ben im Bun­des­büch­lein» ein­zu­rei­chen.

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