Mit Pas­si­on zu drei Meis­ter­pucks

Die ZSC Li­ons ringen Lu­ga­no nach ei­nem 0:2 mit 3:2 in Over­ti­me nie­der – Chris Bal­tis­ber­ger trifft zum Sieg.

Der Bund - - SPORT - Si­mon Graf

Wer sol­che Chan­cen ver­passt, der wird in der Re­gel be­straft. Prassl kam zu Be­ginn der Over­ti­me zum Schuss, das lee­re Tor vor sich – doch er schoss in die nach oben ge­streck­te Fang­hand von Merz­li­k­ins. Dann durf­te Pet­ters­son in der 67. Mi­nu­te zum Pen­al­ty an­tre­ten, und als der Lu­ga­no-go­a­lie schon ge­schla­gen war, ret­te­te für ihn der Pfos­ten. Dar­auf nütz­ten die Zürcher ei­ne wei­te­re Stra­fe nicht. Doch als die 75. Mi­nu­te lief, stör­te Schäp­pi San­gui­net­ti in der Of­fen­siv­zo­ne bei der Pas­sab­ga­be, der Puck prall­te in die Mit­te auf den Stock von Chris Bal­tis­ber­ger, und der traf zum um­ju­bel­ten 3:2.

Es war be­zeich­nend, dass ei­ne Sze­ne, bei der die Zürcher kon­se­quent nach­setz­ten, zum Sie­ges­tor führ­te. Lan­ge hat­ten sie sich in die­sem vier­ten Spiel schwer­ge­tan mit den cle­ve­ren Lu­ga­ne­si, doch als sie zum «Zsc-ho­ckey» zu­rück­fan­den, dreh­ten sie die Par­tie. Da­mit ver­schaff­ten sie sich drei Meis­ter­pucks – den ers­ten am Sams­tag in Lu­ga­no. Es wird dann ein Pu­b­lic Viewing im Hal­len­sta­di­on ge­ben – für zehn Fran­ken Ein­tritt. Soll­ten die Li­ons die­se ers­te Chan­ce ver­pas­sen, wür­de es erst am Mitt­woch wei­ter­ge­hen, al­so nach drei spiel­frei­en Ta­gen.

Ve­do­vas Pre­mie­re

Wer ges­tern dar­auf ge­hofft hat­te, dass die ZSC Li­ons im zum sechs­ten Mal in Se­rie aus­ver­kauf­ten Hal­len­sta­di­on be­schwingt star­ten wür­de, wur­de ent­täuscht. Die hart­nä­cki­ge vier­te Li­nie Lu­ga­nos er­kämpf­te sich schon früh den Puck – und der 20-jäh­ri­ge Ve­do­va (3.) be­dank­te sich mit dem ers­ten NLA-TOR sei­ner Kar­rie­re. Der Schock sass tief bei den Zürchern. Auch zwei Po­wer­plays hal­fen ih­nen nicht, ins Spiel zu fin­den. So­gar das Ge­gen­teil: Gee­ring ver­tän­del­te den Puck im zwei­ten Über­zahl­spiel als letz­ter Mann ge­gen La­pier­re, und der be­zwang Flüe­ler in der 16. Mi­nu­te ge­konnt zum 2:0.

Die ZSC Li­ons müs­sen sich lan­ge vor­ge­kom­men sein wie im Halb­fi­nal der SCB ge­gen sie: Sie ka­men nie recht da­zu, ihr Spiel auf­zu­zie­hen. Wie die Ber­ner ge­gen sie wur­den sie zu vie­len Puck­ver­lus­ten in der ei­ge­nen Zo­ne ge­zwun­gen. Zu­dem block­ten die Tes­si­ner ge­gen sie ei­nen Schuss nach dem an­de­ren. So, wie sie es ge­gen den SCB ge­tan hat­ten. Zu Be­ginn des Mit­tel­drit­tels ver­half den Zürchern dann aber ei­ne glück­li­che Fü­gung zum ers­ten Tref­fer nach über 80 Spiel­mi­nu­ten: Sho­res Schuss (21.) wur­de von San­nitz für sei­nen Go­a­lie Merz­li­k­ins un­halt­bar ab­ge­lenkt. Und das 1:2 gab den Li­ons nun end­lich et­was Ener­gie.

Flüe­lers Glanz­pa­ra­de

Ein wei­te­res Tor konn­ten sie vor­der­hand zwar nicht er­zwin­gen, doch im­mer­hin spiel­ten sie nun wie­der auf Au­gen­hö­he. Und in der 42. Mi­nu­te lenk­te Su­ter ei­nen Schuss Mar­tis zum 2:2 an Merz­li­k­ins vor­bei. Lu­ga­no blieb aber sta­bil und kam in der 49. Mi­nu­te durch La­pier­re zur gol­de­nen Ge­le­gen­heit, wie­der vor­zu­le­gen – doch Flüe­ler hielt spek­ta­ku­lär. Und weil in der Fol­ge ei­ne vier­mi­nü­ti­ge Über­zahl der ZSC Li­ons we­gen ei­nes ho­hen Stocks Ber­tag­gi­as ins Ge­sicht von Klein fol­gen­los blieb, muss­te er­neut die Over­ti­me ent­schei­den.

Wie schon in Spiel 2 wa­ren es die Zürcher, die zu­letzt ju­bel­ten. Es war be­reits die vier­te Over­ti­me, die sie im Play­off ge­wan­nen. Über­zeit zahlt sich aus.

Fo­to: Keysto­ne

Die ZSC Li­ons am Fei­ern: Zum Ti­tel­ge­winn fehlt noch ein Sieg.

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