Eu-staa­ten ver­han­deln mit den USA über Iran-ab­kom­men

Ein neu­er Ver­trag soll Do­nald Trump von der Kün­di­gung des Atom­de­als ab­hal­ten.

Der Bund - - AUSLAND - Ste­fan Kor­ne­li­us und Paul-an­ton Krü­ger

Deutsch­land, Frank­reich und Grossbrita­nnien ha­ben mit den USA die Gr­und­zü­ge ei­ner Ver­ein­ba­rung aus­ge­han­delt, die Us-prä­si­dent Do­nald Trump von ei­ner Kün­di­gung des Nu­kle­arab­kom­mens mit dem Iran ab­hal­ten soll. An­geb­lich sind sich eu­ro­päi­sche und ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­händ­ler nach fünf Ver­hand­lungs­run­den ei­nig, dass dem Iran we­gen sei­ner um­strit­te­nen Ra­ke­ten­tests und der ag­gres­si­ven Re­gio­nal­po­li­tik mit neu­en Sank­tio­nen ge­droht wer­den soll. Das Atom­ab­kom­men soll da­ge­gen im Kern un­an­ge­tas­tet blei­ben, wird aber in Tei­len neu in­ter­pre­tiert.

Frank­reichs Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron und die deut­sche Kanz­le­rin An­ge­la wol­len Trump von ei­ner Kün­di­gung ab­hal­ten. Der Prä­si­dent muss al­le vier Mo­na­te die Aus­set­zung der Us-sank­tio­nen ver­län­gern, die Frist en­det am 12. Mai. Er hat­te im­mer wie­der mit dem Aus­stieg ge­droht, was ei­ne neue Kri­se im Na­hen Os­ten aus­lö­sen könn­te.

Die zä­hen Ver­hand­lun­gen zwi­schen Ver­tre­tern des Us-aus­sen­mi­nis­te­ri­ums, des Na­tio­na­len Si­cher­heits­rats und der eu­ro­päi­schen Aus­sen­mi­nis­te­ri­en sind noch nicht ganz ab­ge­schlos­sen und wer­den nach In­for­ma­tio­nen aus di­plo­ma­ti­schen Krei­sen im­mer wie­der von neu­en For­de­run­gen aus Washington durch­ein­an­der­ge­bracht. Auch si­gna­li­sie­re die Us-sei­te, dass sie letzt­lich nicht für die Re­ak­ti­on des Prä­si­den­ten ga­ran­tie­ren kön­ne, hiess es. Die eu­ro­päi­sche Sei­te ha­be sich al­ler­dings auf ei­ne ro­te Li­nie ge­ei­nigt: Soll­te Trump das Iran-ab­kom­men oh­ne Rück­sicht auf die Eu­ro­pä­er kün­di­gen, dann wer­de man den USA die Ge­folg­schaft in der Iran-po­li­tik kün­di­gen. Die­ser Bruch wä­re für das trans­at­lan­ti­sche Bünd­nis spek­ta­ku­lär.

Der Be­frie­dungs­ver­trag zwi­schen Eu­ro­pa und den USA ist in vier Tei­le ge­glie­dert, in de­nen Trumps wich­tigs­te Kri­tik­punk­te auf­ge­grif­fen wer­den: das Ablauf­da­tum des Atom­ab­kom­mens, die Kon­troll­mög­lich­kei­ten der In­spek­to­ren der In­ter­na­tio­na­len Atom­ener­gie­be­hör­de (IAEA), das ira­ni­sche Ra­ke­ten­pro­gramm und die ira­ni­sche Ein­fluss­nah­me im Je­men, im Irak, in Sy­ri­en und im Li­ba­non. Vor al­lem wird fest­ge­stellt, dass man auch nach En­de der Lauf­zeit des Nu­kle­ar­de­als kein mi­li­tä­ri­sches Atom­pro­gramm im Iran ak­zep­tie­ren wür­de. Da­zu wird auf die Prä­am­bel des Ab­kom­mens ver­wie­sen, in der fest­ge­hal­ten sei, dass der Iran auf Atom­waf­fen ver­zich­te.

Irans Aus­sen­mi­nis­ter Mo­ham­med Ja­vad Za­rif hat die Eu­ro­pä­er auf­ge­for­dert, Trump da­zu zu drän­gen, sei­ne Ver­pflich­tun­gen ein­zu­hal­ten statt neue For­de­run­gen an den Iran zu stel­len, um ihn zu be­schwich­ti­gen. Te­he­ran wirft den USA vor, Fir­men von Ge­schäf­ten mit dem Iran ab­zu­schre­cken. Soll­te Trump das Ab­kom­men kün­di­gen, kön­ne der Iran die Uranan­rei­che­rung, die im Zen­trum des Atom­streits stand, «en­er­gisch wie­der hoch­fah­ren», warn­te Za­rif.

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