Die Frau­en wol­len vor­spu­ren

Die De­le­gier­ten der Fdp-frau­en dis­ku­tie­ren heu­te über die Ehe für al­le.

Der Bund - - SCHWEIZ - Clau­dia Blu­mer

Die Öff­nung der Ehe für Ho­mo­se­xu­el­le wird Par­la­ment und Ver­wal­tung in der nächs­ten Zeit be­schäf­ti­gen, vi­el­leicht auch die Stimm­be­rech­tig­ten. Dem­nächst be­han­delt die Rechts­kom­mis­si­on des Na­tio­nal­rats das Trak­tan­dum. Es geht dann um die Aus­ar­bei­tung ei­ner Ge­set­zes­re­vi­si­on. Heu­te Sams­tag dis­ku­tie­ren die De­le­gier­ten der Fdp-frau­en dar­über und fas­sen ei­ne Po­si­ti­on. An­we­send ist auch Par­tei­prä­si­den­tin Pe­tra Gös­si, die in der Fra­ge als kon­ser­va­tiv ein­ge­stuft wird. Sie ha­be sich in den letz­ten Jah­ren ver­mehrt mit dem The­ma be­schäf­tigt, sagt Gös­si auf An­fra­ge, und ha­be bei­spiels­wei­se im Na­tio­nal­rat die Stief­kin­da­d­op­ti­on so­wie die Ehe für al­le un­ter­stützt. «Die Ehe für al­le ent­spricht ei­ner ge­sell­schaft­li­chen Rea­li­tät», sagt sie. Der Ge­setz­ge­ber müs­se dem Rech­nung tra­gen.

Es sei ein be­lieb­tes Nar­ra­tiv, dass sie als In­ner­schwei­ze­rin mit ka­tho­li­schem Hin­ter­grund kon­ser­va­tiv sei, sagt Gös­si. «Doch hier spie­len gleich zwei Irr­tü­mer mit: Ers­tens be­für­wor­te ich Ge­set­ze, wel­che die ge­leb­te Rea­li­tät nach­voll­zie­hen und re­geln. Zwei­tens sind die In­ner­schwei­zer viel to­le­ran­ter, als man meint. Hier herrscht das Cre­do, dass man ein­an­der le­ben lässt, dass Ehe, Fa­mi­lie und Be­zie­hung Pri­vat­sa­che sind.» In der Ge­samt­par­tei gibt es Skep­ti­ker, was die Ho­mo­se­xu­el­len­ehe be­trifft. Doch von den De­le­gier­ten der Fdp-frau­en wird ein kla­res Ja er­war­tet.

«Theo­rie mit In­hal­ten fül­len»

Die Frau­en­par­tei der FDP hat­te un­ter der Prä­si­dent­schaft von Car­men Wal­ker Späh durch auf­se­hen­er­re­gen­de Ak­tio­nen und von der Mut­ter­par­tei di­ver­gie­ren­de Mei­nun­gen von sich re­den ge­macht. Et­wa mit der For­de­rung nach Frau­en­quo­ten oder mit dem Halb­nack­tPla­kat mit der Auf­schrift «Nicht mehr oben oh­ne – ge­misch­te Teams sind er­folg­rei­cher – aus Lie­be zur Wirt­schaft». Das Pla­kat lös­te 2011 kon­tro­ver­se Re­ak­tio­nen aus. Die ak­tu­el­le Prä­si­den­tin Do­ris Fia­la will die Fdp-frau­en als «ge­sell­schafts­po­li­tisch li­be­ra­le Speer­spit­ze» po­si­tio­nie­ren, wie sie auf An­fra­ge sagt, und will sie auf li­be­ral ­ ur­ban ­ fort­schritt­lich trim­men. Des­halb lau­tet das The­ma für heu­te Sams­tag auch: «Wir wol­len die Theo­rie mit In­hal­ten fül­len.»

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