Die Ab­ga­be ist das weit­aus ef­fi­zi­en­tes­te Mit­tel

Um­welt An­griff auf die Co2-ab­ga­be, «Bund» vom 16. April

Der Bund - - WETTER & LESERBRIEF­E -

Wer räumt die Es­sens­res­te erst dann weg, wenn sie bes­tia­lisch zu stin­ken be­gin­nen und die Kü­che zu ei­nem Sa­nie­rungs­fall ge­wor­den ist? Eben. Der neu­es­te Vor­schlag der Bür­ger­li­chen, künf­tig al­len Un­ter­neh­men die Co2-ab­ga­be auf Brenn­stof­fen er­las­sen zu wol­len, führt aber ge­nau in die­se Rich­tung. CO2 ist ein stark wirk­sa­mes Ab­fall­pro­dukt, wel­ches den Kli­ma­wan­del vor­an­treibt und das Le­ben in ver­schie­de­nen Re­gio­nen un­se­res Pla­ne­ten län­ger­fris­tig ge­fähr­den wird. Da­her ist es mit Si­cher­heit falsch, dass Un­ter­neh­men für das Frei­set­zen von CO2 nichts be­zah­len sol­len – dies wä­re nichts an­de­res als ei­ne di­rek­te Ein­la­dung, mun­ter wei­ter die Um­welt ver­schmut­zen und das Kli­ma an­hei­zen zu dür­fen.

Kaum bes­ser ist aber auch der Vor­schlag des Bun­des­rats, mit wel­chem der Kreis der Co2-ab­ga­be­be­frei­ten en­er­gie­in­ten­si­ven Un­ter­neh­men gross­zü­gi­ger de­fi­niert wer­den soll. Der At­mo­sphä­re dürf­te es ziem­lich egal sein, ob sie ei­ne zu­sätz­li­che Ton­ne CO2 aus Ak­ti­vi­tä­ten von Pri­vat­per­so­nen, von KMU oder von en­er­gie­in­ten­si­ven Un­ter­neh­men ver­kraf­ten muss. Wenn schon ge­wis­se Un­ter­neh­men oder so­gar gan­ze Wirt­schafts­zwei­ge un­ter­stützt wer­den müs­sen, soll man die­se Mass­nah­men auch trans­pa­rent be­nen­nen: als Sub­ven­tio­nen!

Ent­schei­dend ist das recht­zei­ti­ge Weg­räu­men – oder noch bes­ser das Ver­mei­den von Ab­fäl­len. Es geht nicht an, dass wir un­se­ren heu­ti­gen Le­bens­stil auf die künf­ti­gen Ge­ne­ra­tio­nen und zu­las­ten an­de­rer Re­gio­nen ab­schie­ben. Dies zu ver­mei­den, heisst vor­sor­gen (wie wir dies ganz selbst­ver­ständ­lich et­wa fürs Al­ter tun!) und be­deu­tet so­mit ein Stück­lein Kon­sum­ver­zicht. Die Co2-ab­ga­be ist da­bei das weit­aus ef­fi­zi­en­tes­te Mit­tel; da­her soll­te die­ses In­stru­ment nicht in­fra­ge ge­stellt, son­dern im Ge­gen­teil auch auf Treib­stof­fe aus­ge­dehnt wer­den.

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