Das Di­lem­ma der In­ves­to­ren

Der Bund - - WIRTSCHAFT -

Es ist erst ei­ni­ge Wo­chen her, da schick­te die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank ei­ne un­miss­ver­ständ­li­che War­nung in Rich­tung der Im­mo­bi­li­en­in­ves­to­ren. Auf dem Häu­ser­markt ge­be es Un­gleich­ge­wich­te, ins­be­son­de­re bei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern, schrieb die Na­tio­nal­bank in ih­rer La­ge­be­ur­tei­lung. Die Prei­se hät­ten in den letz­ten Jah­ren stark an­ge­zo­gen. Es be­ste­he die Ge­fahr ei­ner Kor­rek­tur.

Nun zeigt sich: Wäh­rend die No­ten­ban­ker war­nen, wird un­ver­dros­sen wei­ter­ge­baut. Die In­ves­ti­tio­nen in neue Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser dürf­ten sich laut der Stu­die von Wüest Part­ner die­ses Jahr noch­mals um 0,3 Pro­zent er­hö­hen. Ins­ge­samt könn­ten im Jahr 2018 mehr als 51 000 neue Wohn­ein­hei­ten ent­ste­hen. Dies, ob­wohl der Leer­stand zu­nimmt: 2017 wa­ren laut der Stu­die 16 Pro­zent mehr Miet­woh­nun­gen un­be­wohnt als im Vor­jahr. «Of­fen­bar las­sen sich die In­ves­to­ren trotz ho­her Leer­stän­de bis jetzt noch nicht von wei­te­ren Neu­bau­pro­jek­ten ab­brin­gen», fol­gert Wüest Part­ner. Gleich­zei­tig wächst die Be­völ­ke­rung we­ni­ger stark, und die Mie­ten sin­ken im Schnitt – die­ses Jahr um 1,2 Pro­zent. Es ist der drit­te Miet­preis­rück­gang in Fol­ge.

Zu vie­le Ak­teu­re, mehr Ren­di­te

Trotz al­lem lässt sich in Zei­ten von Ne­ga­tiv­zin­sen mit Häu­sern im­mer noch mehr Geld ver­die­nen als mit an­de­ren An­la­gen. Zehn­jäh­ri­ge Bun­des­ob­li­ga­tio­nen zum Bei­spiel wer­fen kaum Ren­di­te ab, Wohn­ob­jek­te laut der Stu­die letz­tes Jahr im Schnitt 3,6 Pro­zent.

Aus­ser­dem ste­cken die In­ves­to­ren in ei­nem Di­lem­ma. Ei­gent­lich wä­re es am bes­ten, wenn sie al­le gleich­zei­tig ih­re Neu­bau­tä­tig­keit ein­schrän­ken wür­den, da­mit An­ge­bot und Nach­fra­ge sich ein­pen­deln. Das ist aber un­rea­lis­tisch. Ei­ner­seits weil es schlicht zu vie­le Ak­teu­re gibt. An­de­rer­seits weil die­je­ni­gen, die den­noch wei­ter­bau­en, lang­fris­tig noch stär­ker von den hö­he­ren Ren­di­ten pro­fi­tie­ren, wenn ih­re Kon­kur­ren­ten in an­de­re An­la­gen mit tie­fe­ren Ren­di­ten in­ves­tie­ren.

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