Ein Dis­kurs des Miss­trau­ens

Der Bund - - WETTER & LESERBRIEF­E -

Glaubt Rudolf St­rahm im Ernst, durch ei­nen Aus­bau der Kon­trol­le über die Ver­si­cher­ten las­se sich das Ver­trau­en in den So­zi­al­staat stär­ken? Seit Jahr­zehn­ten be­wirt­schaf­ten neo­li­be­ra­le bis rechts­bür­ger­li­che Krei­se mit ih­rer Me­di­en­macht ei­nen Dis­kurs des Miss­trau­ens ge­gen­über den­je­ni­gen Mit­bür­ge­rin­nen, die – oft nebst ei­nem kärg­li­chen Lohn – auf un­ser so­zia­les Netz an­ge­wie­sen sind. Und es ist be­zeich­nend, dass die­sel­ben Krei­se, die bei der Über­wa­chung von so­zi­al Schwa­chen über­haupt kei­ne Be­den­ken ha­ben, Ze­ter­mor­dio schrei­en, wenn der Staat zur Be­kämp­fung der Un­gleich­heit Fir­men da­zu ver­pflich­ten möch­te, ih­re Lohn­sta­tis­ti­ken of­fen­zu­le­gen.

Wer kon­trol­liert wird und wem man ver­traut, das ist im We­sent­li­chen ei­ne Fra­ge der ge­sell­schaft­li­chen Macht.

David Bärts­chi, Bern

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