Da steckt viel Geld drin

Ste­pha­nie Clif­ford ali­as Stor­my Da­ni­els hat­te 2006 of­fen­bar Sex mit dem Mann, der jetzt Prä­si­dent der USA ist. Do­nald Trumps An­walt hat ei­nen statt­li­chen Be­trag über­wie­sen, da­mit sie schweigt. Doch wes­halb soll­te sie?

Der Bund - - THEMA - Hu­bert Wet­zel West Palm Beach

Als Ste­pha­nie Clif­ford auf dem Park­platz aus dem Au­to steigt, hebt vom Flug­ha­fen auf der an­de­ren Stras­sen­sei­te ein He­li­ko­pter ab. Es ist ei­ne der bul­li­gen, tan­nen­grün und weiss la­ckier­ten Ma­schi­nen der Us-ma­ri­ne-in­fan­te­rie, in de­nen der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent her­um­ge­flo­gen wird. Das Mi­li­tär hat ei­ni­ge da­von hier in West Palm Beach sta­tio­niert, denn Do­nald Trump kommt oft her. Sein Golf­club Mar-a-la­go, den er so mag, ist nur ei­ni­ge Mei­len ent­fernt. Der He­li­ko­pter steigt in den hel­len Abend­him­mel, der sich über Flo­ri­da spannt, dann knat­tert er da­von in Rich­tung Küs­te.

Wahr­schein­lich ist es nur ein Übungs­flug, denn der Prä­si­dent ist an die­sem Frei­tag­abend weit weg in Washington. Aber für ei­nen Au­gen­blick sieht es so aus, als sei Do­nald Trump ei­lig in sei­nen He­li­ko­pter ge­sprun­gen und weg­ge­flo­gen, um vor der blon­den Frau auf dem Park­platz zu flie­hen. Auch wenn die ei­gent­lich recht harm­los wirkt. Ste­pha­nie Clif­ford trägt ein lan­ges, blau­es Ba­tik­kleid. Zwei Leib­wäch­ter ge­lei­ten sie zum Hin­ter­ein­gang des Ul­tra. Sie sagt nichts, lä­chelt nicht, sie geht schnell und blickt auf den As­phalt. Dann ver­schwin­det Ste­pha­nie Clif­ford durch die Tür.

Ein paar St­un­den spä­ter taucht sie drin­nen auf der Büh­ne wie­der auf. Das Ul­tra ist ein La­den, der sich «Gen­tle­men’s Club» nennt; tat­säch­lich ist es schlicht ein Stri­plo­kal, in dem Män­ner Bier und Schnaps trin­ken und da­bei Frau­en zu­schau­en, wie sie sich aus­zie­hen. Ge­nau das macht jetzt auch Ste­pha­nie Clif­ford. Und jetzt ist nichts mehr an ihr harm­los. Ste­pha­nie Clif­ford ist jetzt auch nicht mehr Ste­pha­nie Clif­ford, son­dern Stor­my Da­ni­els – die Frau, die, nach al­lem, was man weiss und was plau­si­bel ist, vor et­was mehr als zehn Jah­ren ei­ne Nacht mit Do­nald Trump ver­bracht hat und die jetzt den Prä­si­den­ten der USA ver­klagt, weil sie al­ler Welt von die­ser Nacht er­zäh­len will.

Da­ni­els’ Auf­tritt be­ginnt da­mit, dass sie in ei­nem kur­zen Rot­käpp­chen­kos­tüm her­ein­ge­stö­ckelt kommt. Da­zu kreischt die Stim­me von Ac/dc-sän­ger Brian John­son wie ei­ne schlecht ge­öl­te Mo­tor­sä­ge. Er singt von ei­ner Frau, die ihn erst mit ih­ren «ame­ri­ka­ni­schen Schen­keln um­ge­haun» und dann die gan­ze Nacht lang ran­ge­nom­men hat. «Kno­ckin’ me out with tho­se Ame­ri­can thighs.» Da­ni­els tanzt da­zu, Rot­käpp­chens Rock fliegt zur Sei­te, das Mie­der, der Slip. Brian John­son sägt. «You shook me all night long.» Der Auf­tritt en­det nach 20 Mi­nu­ten da­mit, dass Stor­my Da­ni­els sich nackt auf der Büh­ne wälzt. Die Fla­sche mit dem künst­li­chen Sper­ma, die sie mit­ge­bracht hat, ist leer, ihr Kör­per ist nass und kleb­rig. Und die Män­ner pap­pen ihr Dol­lar­schei­ne auf den Bauch.

Ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­den­ten und Frau­en – ei­ne lan­ge Ge­schich­te. John F. Ken­ne­dy liess sich Call­girls ins Weis­se Haus chauf­fie­ren. Bill Cl­in­ton hat­te mit ei­ner Prak­ti­kan­tin Oral­ver­kehr im Oval Of­fice. Und Do­nald Trump war, zu­min­dest be­vor er Prä­si­dent wer­den woll­te, im­mer sehr stolz auf sei­nen Ruf als Sex­ma­schi­ne. Er sei so ver­dammt reich und be­rühmt, hat er be­kann­ter­wei­se ein­mal ge­prahlt, dass er je­der Frau zwi­schen die Bei­ne fas­sen kön­ne. Und die fän­den das auch noch toll.

Ame­ri­ka «wie­der geil» ma­chen

In­so­fern liegt es nicht jen­seits des Vor­stell­ba­ren, dass die Ge­schich­te stimmt, die Ste­pha­nie Clif­ford ali­as Stor­my Da­ni­els er­zählt. Da­nach hat sie Trump im Ju­li 2006 bei ei­nem Golf­tur­nier am La­ke Tahoe ge­trof­fen. Da­ni­els war da­mals ei­ne der er­folg­reichs­ten Por­no­dar­stel­le­rin­nen in den USA, Trump ein rei­cher New Yor­ker Im­mo­bi­li­en­un­ter­neh­mer und Mo­de­ra­tor der Fern­seh­show «The App­ren­ti­ce». Vier Mo­na­te zu­vor hat­te Trumps Ehe­frau Me­la­nia den ge­mein­sa­men Sohn Bar­ron zur Welt ge­bracht. Trump ha­be sie an je­nem Tag in sei­ne Ho­tel­sui­te ein­ge­la­den, sagt Da­ni­els. Sie hät­ten mit­ein­an­der ge­ges­sen, er ha­be ih­re In­tel­li­genz ge­lobt, er­zählt sie. Dann ha­be sie mit ihm ge­schla­fen. Kein Zwang, kei­ne Be­zah­lung, kei­ne Ver­spre­chen. «Woll­ten Sie Sex mit ihm ha­ben?», wur­de Da­ni­els kürz­lich in ei­nem In­ter­view ge­fragt. «Nein», ant­wor­te­te sie: «Aber ich ha­be nicht Nein ge­sagt.»

Da­mit war die An­ge­le­gen­heit zu­nächst er­le­digt. Zehn Jah­re spä­ter aber, im Herbst 2016, tauch­te die Ge­schich­te wie­der auf. Jetzt wa­ren die Um­stän­de an­ders: Trump war Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat der Re­pu­bli­ka­ner, er hat­te zum Ent­set­zen sei­ner Par­tei be­reits im Wahl­kampf die Län­ge sei­nes Pe­nis zum The­ma ge­macht. Ei­ne Por­no­schau­spie­le­rin, die De­tails über ei­nen Sei­ten­sprung des Kan­di­da­ten er­zählt, war das Letz­te, was Trump ein paar Wo­chen vor der Wahl brauch­te.

Und so floss Geld. Trumps An­walt Micha­el Co­hen be­zahl­te Stor­my Da­ni­els im Ok­to­ber 2016 über ei­ne Brief­kas­ten­fir­ma 130 000 Dol­lar. Da­für un­ter­zeich­ne­te sie ei­nen Ver­trag, der ihr ver­bot, über die Af­fä­re zu re­den. Sie sei, sagt sie heu­te, zur Un­ter­schrift ge­nö­tigt wor­den. Ein Un­be­kann­ter ha­be ihr und ih­rer Toch­ter in ei­ner Tief­ga­ra­ge Ge­walt an­ge­droht. Trump selbst be­strei­tet, je­mals mit Da­ni­els in­tim ge­we­sen zu sein. Si­cher ist: Je­mand lügt.

Un­ter­des­sen hat die New Yor­ker Staats­an­walt­schaft bei Micha­el Co­hen ei­ne Raz­zia durch­ge­führt. Für den Us­prä­si­den­ten sieht die La­ge jetzt so aus: We­gen Stor­my Da­ni­els ist die Jus­tiz im Be­sitz sämt­li­cher Un­ter­la­gen sei­nes An­walts. Und in die­sen Un­ter­la­gen ste­hen al­le Ge­heim­nis­se, die Trump je hat­te. Das ist sehr un­er­freu­lich für Trump. Es gä­be al­so Grün­de für ihn, sich von den Ma­ri­nes aus­flie­gen zu las­sen, wenn Da­ni­els auf­taucht.

Im Ul­tra ist Stor­my Da­ni­els der Star. Sie hat zwei Auf­trit­te, ei­nen um zehn Uhr abends, ei­nen um Mit­ter­nacht. Der La­den ist aus­ver­kauft, et­wa 100 Zu­schau­er sind je­weils ge­kom­men, je­der hat 60 Dol­lar für Da­ni­els’ Strip­show plus 28 Dol­lar Ein­tritt an den Club be­zahlt. Zu­sam­men mit den Fün­fern und Zwan­zi­gern, die die Leu­te wäh­rend ih­res Auf­tritts auf die Büh­ne wer­fen, dürf­te für Da­ni­els ei­ne or­dent­li­che Abend­ga­ge üb­rig blei­ben.

Stor­my Da­ni­els weiss, was ihr Na­me wert ist. Sie ist seit mehr als zwei Jahr­zehn­ten im Strip- und Por­no­ge­schäft. Sie hat al­le nam­haf­ten Prei­se ge­won­nen, die es in der Bran­che gibt, die Auszeichnung für die «be­lieb­tes­ten Brüs­te» gleich drei­mal. Und sie weiss, dass die Af­fä­re mit dem Prä­si­den­ten ih­ren Wert noch­mals ge­stei­gert hat. Ih­re ak­tu­el­le Tour durch die Stri­plo­ka­le der USA trägt den Ti­tel «Ma­king Ame­ri­ca hor­ny again». Trump ver­sprach, Ame­ri­ka wie­der «gross­ar­tig» zu ma­chen: «Ma­ke Ame­ri­ca gre­at again». Da­ni­els reicht es, Ame­ri­ka geil zu ma­chen und da­bei Geld zu ver­die­nen.

Man könn­te da­her den Leu­ten im Um­feld des Prä­si­den­ten zu­stim­men, die Stor­my Da­ni­els schlicht für ei­ne Geldschin­de­rin, wenn nicht gar für ei­ne Er­pres­se­rin hal­ten. Im Rück­blick frei­lich wa­ren die 130 000 Dol­lar ei­ne eher ma­ge­re Ab­fin­dung. Ih­re Ge­schich­te ist wert­vol­ler ge­wor­den, seit Trump die Wahl ge­won­nen hat. Ex­klu­si­ve In­ter­views, Buch­rech­te, Film­rech­te, Auf­trit­te – da steckt noch sehr viel Geld drin. Al­le Men­schen, die Clif­ford nä­her ken­nen, be­schrei­ben die glei­chen Ei­gen­schaf­ten: Sie ist per­fek­tio­nis­tisch, ehr­gei­zig und ei­sern ent­schlos­sen, die Bes­te zu sein.

Die jun­ge Ste­pha­nie ist in Ba­ton Rouge in Loui­sia­na auf­ge­wach­sen, mit ei­ner al­lein­er­zie­hen­den Mut­ter – das Geld reich­te nie. Mit 17 fing sie in ei­nem Nacht­club an zu strip­pen. Ei­ni­ge Jah­re spä­ter wech­sel­te sie in die Por­no­bran­che, ein gna­den­lo­ses Ge­schäft, in dem ei­ne Men­ge Geld da­mit ver­dient wird, Frau­en zu er­nied­ri­gen und aus­zu­nut­zen. Vie­le Frau­en ge­hen dar­an ka­putt. Stor­my Da­ni­els kämpf­te sich bis an die Spit­ze. Sie wur­de zur Kö­ni­gin. Heu­te ist sie 39 Jah­re alt und wohnt in ei­nem schö­nen Haus in ei­nem kom­for­ta­blen Vo­r­ort von Dal­las. Sie ist ei­ne be­geis­ter­te Rei­te­rin und ei­ne cle­ve­re Ge­schäfts­frau. Sie weiss: Ihr Kör­per ist ihr Ka­pi­tal, und wie bei ei­nem Pro­fi­sport­ler ist die­ses Ka­pi­tal ir­gend­wann auf­ge­zehrt. Wie­so al­so soll­te sie jetzt nicht die Ge­le­gen­heit nut­zen, aus ei­ner Nacht mit Do­nald Trump noch et­was Geld zu schla­gen? Und dann gibt es die Leu­te, für die der Streit zwi­schen Da­ni­els und Trump ei­ne po­li­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung ist. Je nach Stand­punkt be­zeich­nen sie Stor­my Da­ni­els als «ver­fluch­te Hu­re» oder «lü­gen­de Schlam­pe», die Trump scha­den will. An­de­re se­hen in ihr hin­ge­gen ei­ne Kämp­fe­rin für die Rech­te der Frau­en, ei­ne Art fe­mi­nis­ti­sche Lö­win. «Die Hel­din, die Ame­ri­ka braucht», hat die Zeit­schrift «Rol­ling Sto­nes» Stor­my Da­ni­els ernst­haft ge­nannt. Für ei­ne Frau, die ihr hal­bes Le­ben lang ent­we­der Ge­schlechts­ver­kehr vor der Ka­me­ra hat­te oder als Re­gis­seu­rin an­de­ren Frau­en An­wei­sun­gen da­für gab, ist das ei­ne be­son­de­re Eh­rung.

Im Ul­tra sitzt an die­sem Abend das ker­ni­ge Strip­club-pu­bli­kum: Män­ner, die laut kund­tun, dass sie Trump klas­se fin­den, aber trotz­dem se­hen wol­len, was Stor­my Da­ni­els so zu bie­ten hat. Schliess­lich ken­nen sie al­le ih­re Fil­me und sind ech­te Fans. Auch ei­ni­ge Frau­en sind da, ei­ne hat ein al­tes T-shirt aus dem Wahl­kampf her­aus­ge­kramt, auf dem steht: «Hil­la­ry Cl­in­ton for pri­son».

Den ent­blöss­ten Hin­tern ver­sohlt

Es ist al­so, wenn man das Pu­bli­kum im Ul­tra zum Mass­stab nimmt, längst noch kei­ne aus­ge­mach­te Sa­che, dass die gan­ze Stor­my-af­fä­re Trump po­li­tisch scha­den wird. Die De­mo­kra­ten hof­fen es zwar. Doch Trumps An­hän­ger schei­nen an dem, was Da­ni­els er­zählt, kaum An­stoss zu neh­men. Die Mi­lieus, in de­nen man Do­nald Trump wählt und Por­nos mit Stor­my Da­ni­els schaut, über­schnei­den sich. Selbst drei Vier­tel der evan­ge­li­ka­len Chris­ten in Ame­ri­ka sag­ten kürz­lich in ei­ner Um­fra­ge, sie hät­ten ei­ne gu­te Mei­nung vom Prä­si­den­ten. Die Be­fra­gung wur­de durch­ge­führt, nach­dem Da­ni­els der Na­ti­on in ei­nem Fern­seh­in­ter­view er­zählt hat­te, wie sie Trump im Ho­tel am La­ke Tahoe mit ei­ner Zeit­schrift den ent­blöss­ten Hin­tern ver­sohlt hat­te. Auf dem Ti­tel­bild prang­te ein Fo­to von – wem sonst? – Do­nald Trump.

Zwi­schen den Trump-an­hän­gern ha­ben al­ler­dings auch ein paar De­mo­kra­ten und De­mo­kra­tin­nen Platz ge­nom­men. Sie sind aus Palm Beach her­über­ge­fah­ren, ei­ner En­kla­ve für Mil­lio­nä­re und Mil­li­ar­dä­re, die et­was öst­lich von West Palm Beach an der At­lan­tik­küs­te von Flo­ri­da liegt. Es gibt dort vie­le kul­ti­vier­te, li­be­ra­le Men­schen, die ihr Geld im lin­ken Ka­li­for­ni­en oder in New York ver­die­nen, aber in Palm Beach ei­ne Vil­la für den Win­ter be­sit­zen oder dort ih­re Jacht lie­gen ha­ben.

Har­riet ist ei­ne sol­che Frau. Sie ist Mit­te 60, an ih­rem Hand­ge­lenk hängt ei­ne gol­de­ne Schwei­zer Uhr, in ih­ren Ohr­läpp­chen ste­cken Dia­man­ten, die ge­ra­de noch klein ge­nug sind, um echt zu sein. Har­riet war in ih­rem Le­ben noch nie in ei­nem «Gen­tle­men’s Club»; nor­ma­ler­wei­se, so sagt sie, ge­he sie an ei­nem Frei­tag­abend ins Ki­no oder zu ei­ner Ein­la­dung bei Freun­den. Aus­ser­dem trinkt Har­riet ei­gent­lich im­mer Wein, aber jetzt trinkt sie Bier, ein ge­wöhn­li­ches Bud Light, und zwar aus der Fla­sche, weil sie den Glä­sern im Ul­tra miss­traut. Es ist ihr et­was pein­lich, hier zu sein, des­we­gen will sie auch ih­ren Nach­na­men nicht ver­ra­ten. Aber sie sagt: «Ich has­se Trump. Dar­um bin ich her­ge­kom­men, um Stor­my Da­ni­els zu un­ter­stüt­zen.»

Har­riet beugt sich her­über, sie zeigt auf zwei Ehe­paa­re, die auf der an­de­ren Sei­te der Büh­ne sit­zen. Die Her­ren tra­gen An­zü­ge und Her­mès-kra­wat­ten, die Da­men klas­si­sche Ko­s­tü­me, die sehr nach Cha­nel aus­se­hen. Ne­ben all den Red­necks se­hen sie aus wie Voll­blü­ter, die sich in ei­ne Her­de Maul­tie­re ver­irrt ha­ben. «Die­se Leu­te da drü­ben sind Mit­glie­der in ei­nem ex­klu­si­ven Coun­tryclub in Palm Beach», ruft Har­riet durch die lär­men­de Mo­tor­sä­gen­mu­sik: «Die has­sen Trump auch!»

Plötz­lich fasst sich Har­riet er­schro­cken auf den Kopf. Ein Trop­fen hat sie ge­trof­fen. Sie schaut zu­erst em­pört an die De­cke, dann fällt ihr auf, dass auf der Büh­ne Stor­my Da­ni­els die Fla­sche mit dem künst­li­chen Eja­ku­lat her­um­schwenkt. Har­riets Ge­sicht friert ein. Auch die bei­den Ehe­paa­re aus dem Coun­try Club star­ren wie im Schock auf das nack­te Rot­käpp­chen, das ei­nen Me­ter vor ih­nen ihr Be­cken krei­sen lässt. Ja, sie has­sen den Prä­si­den­ten zu­tiefst. Aber so hat­ten sie sich das mit dem Wi­der­stand ge­gen Do­nald Trump und der So­li­da­ri­tät mit Stor­my Da­ni­els zu­nächst mal nicht vor­ge­stellt.

Für Trumps Um­feld ist Stor­my Da­ni­els schlicht ei­ne Geldschin­de­rin.

Fo­to: AP

Stor­my Da­ni­els auf dem Weg zum Ge­richt in New York Mit­te April. Sie war an der An­hö­rung von Trumps An­walt da­bei.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.