Kri­tik an As­sads Ent­eig­nungs­plä­nen

Der Bund - - AUSLAND -

Ber­lin re­agiert ver­är­gert über den Ent­scheid in Damaskus – auch we­gen der vie­len Flücht­lin­ge aus Sy­ri­en, die in Deutsch­land le­ben. Denn die jüngs­ten Be­schlüs­se von Dik­ta­tor Bas­har al-as­sad sol­len die fak­ti­schen Ent­eig­nun­gen sy­ri­scher Flücht­lin­ge in gros­sem Stil er­mög­li­chen. Of­fen­sicht­lich ver­su­che das Re­gime, «die Ver­hält­nis­se vor Ort grund­le­gend zu­guns­ten des Re­gimes und sei­ner Un­ter­stüt­zer zu ver­än­dern und die Rück­kehr ei­ner ge­wal­ti­gen Zahl von Sy­rern zu er­schwe­ren», teil­te das deut­sche Aus­wär­ti­ge Amt mit.

Die deut­sche Re­gie­rung kün­dig­te des­halb an, mit ih­ren Part­nern in der EU zu be­ra­ten, wie «wir die­sem per­fi­den Vor­ha­ben ent­ge­gen­tre­ten kön­nen». Ei­ne ers­te Mög­lich­keit da­für bo­ten Sy­ri­en-ge­sprä­che auf Ein­la­dung Frank­reichs am Don­ners­tag­abend in Paris, an de­nen auch Ver­tre­ter Gross­bri­tan­ni­ens, der USA, Sau­di­ara­bi­ens und Jor­da­ni­ens teil­neh­men soll­ten. Die deut­sche Re­gie­rung ver­langt, dass sich auch der Uno-si­cher­heits­rat des The­mas an­nimmt.

As­sad hat­te An­fang April ein De­kret er­las­sen, das es der Re­gie­rung in Damaskus er­mög­licht, neue Be­bau­ungs­plä­ne zu er­las­sen. Was harm­los klingt, kann für die 5,1 Mil­lio­nen Flücht­lin­ge im Aus­land gra­vie­rends­te Fol­gen ha­ben, eben­so für mehr als 6 Mil­lio­nen Bin­nen­ver­trie­be­ne in Sy­ri­en. Denn so­bald ein Neu­bau­ge­biet per De­kret aus­ge­wie­sen ist, müs­sen sich frü­he­re Ei­gen­tü­mer bin­nen 30 Ta­gen vor Ort mel­den und ih­re An­sprü­che auch be­le­gen – ei­ne Vor­ga­be, die für vie­le Flücht­lin­ge kaum zu er­fül­len sein wird. Die deut­sche Re­gie­rung äus­sert sich auch des­halb so deut­lich, weil mehr als 500 000 Sy­rer in Deutsch­land le­ben, die ih­re Zu­kunft ge­fähr­det se­hen.

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